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Saturday, October 10, 2009

The Wolf Man




Werwolf-Filme sind ein bißchen rar geworden im Kino der letzten Jahre. Es gab sie zwar hin und wieder (wie etwa in dem ausgezeichneten "Underworld"), aber oft nur als Neben- oder Randfigur.

1941 hatte die "Universal" einen Film mit dem Titel "The Wolf Man" produziert, die bei uns als "Der Wolfsmensch" bekannt wurde. Der Film gilt unter vielen Horror-Fans als einer der Vorzeige-Klassiker und wird allgemein mit herausragenden Werken wie "The Howling" ("Das Tier", 1980) oder "An American Werewolf in London" ("American Werewolf", 1981) als einer der besten Werwolf-Filme überhaupt bezeichnet.

"The Wolf Man" wird nun Anfang nächsten Jahres als Remake definitiv in die Kinos kommen. Am 24. April hatte ich einen Beitrag über diesen Film eingestellt, doch war zur damaligen Zeit noch nichts Konkretes zu erfahren. Nun ist es so gut wie sicher, dass "The Wolf Man" Anfang nächsten Jahres starten wird. Für den US-Start ist  der 10. Februar angesetzt worden, wobei es im April noch zu lesen war, dass der Film bereits Ende 2009 anlaufen sollte. Das hat sich nun etwas nach hinten verschoben. Ungewöhnlich, aber schon vorgekommen, ist die Tatsache, dass der Start in Deutschland bereits für den 11. Februar angesetzt ist, einen Tag nach dem US-Start. Einen deutschen Titel gibt es aber noch nicht.

Was den Inhalt anging, so hielt man sich vom Grundkonzept her an das, was Regisseur George Waggner 1941 bereits auf die Leinwand brachte: Auch in der Neuverfilmung kehrt Lawrence Talbot in sein Elternhaus zurück und kann sich mit seinem Vater nach langen Auseinanderstetzungen wieder versöhnen. Beide leiden unter dem mysteriösen Verschwinden von Talbot's Bruder. Dessen Freundin Gwen bittet Lawrence, ihr bei der Suche nach ihm zu helfen. Je länger sie suchen, desto mehr stossen sie auf die Folgen eines uralten, bitteren Fluchs.

Was die Darsteller betrifft, wurden für die letztlich verwendete Fassung keine Änderungen - also sprich: Nachdrehs - vorgenommen. Als Gwen Conliffe ist Emily Blunt zu sehen (diese Figur spielte im ersten Film Evelyn Ankers) und die neue Rolle von Detective Aberline wird von Hugo Weaving verkörpert. Als Lawrence Talbot bzw. der Werwolf wird Benicio Del Toro zu sehen sein und die Figur seines Vaters, Sir John Talbot, übernahm der Charakterdarsteller Anthony Hopkins. Im 1941er Film spielten die Figuren Claude Rains (Sir John Talbot) und Lon Chaney Jr. (Larry Talbot).


Drehbuch-Autor David Self stützte sich bei seiner Arbeit auf dem 1941er Original-Drehbuch, dass damals der in die USA ausgewanderte Curt Siodmak (1902 - 2000) schrieb und damit erste "Grundregeln" für alle weiteren Werwolf-Filme und -Bücher aufstellte. Zum Beispiel, dass ein Werwolf sich nur bei Vollmond verwandeln kann oder dass man Silberkugeln braucht, um ihn zu vernichten. Der Film wurde als englisch-amerikanische Co-Produktion hergestellt von "Universal Pictures" und "Relativity Media" und den "Stuber Productions". Noch befindet sich der Film in der Nachbearbeitung, die eigentlichen Dreharbeiten mit dem gesamten Stab dauerten von März bis Juni 2008. Regisseur Joe Johnston hatte für diesen Film ein Budget von 85 Millionen Dollar zur Verfügung.


Ich würde einmal mal annehmen, dass den Werwolf-Fans mit diesem Werk wieder ein Film ins Haus steht, der das lange Warten auf jeden Fall lohnen wird. Wenn man sich auch nur halbwegs an den Original-Film hält und das Ganze vielleicht auf etwas moderne Art und Weise zeigt, dann ist hier gruselige und spannende Unterhaltung fast schon sicher. Unterstützt wird diese Annahme, dass für die Make-up-Effekte kein geringerer als Effekt-Zauberer Rick Baker verantwortlich war, der schon in vielen Filmen bewiesen hat, was er kann.

Der sechsfache Oscar-Gewinner hat schon meherere "Erfahrungen" im Werwolf-Genre; immerhin schuf er 1981 die genialen Effekte für John Landis'  Klassiker "An American Werewolf in London" ("American Werewolf"), wofür er damals einen Oscar erhielt. Auch Regisseur Joe Johnston ist alles andere als ein Neueinsteiger im Geschäft und mit Filmen, die viel von ihrer Präsenz durch die Effekte erzielen, hat er ebenfalls schon gute Erfahrungen: Johnston drehte u.a.  "The Rocketeer" (1991), "Jumanji" ("Jumanji", 1995), "October Sky" (1999) und 2001 die zweite Fortsetzung "Jurassic Park III" ("Jurassic Park III").


Alle Vorausetzungen scheinen also erfüllt zu sein, um vielleicht mal wieder einen Werwolf-Film zu schaffen, der den Klassikern dieses Sub-Genres Konkurrenz machen kann.

Leider muss man sich noch bis Februar 2010 in Geduld üben.

Thursday, August 6, 2009

Die Bounty





"Die Bounty"

Inhalt: Im Jahr 1787 bricht die "Bounty" zu einer Fahrt in die Südsee auf. Unter dem Kommando von Lieutenant William Bligh soll man aus der Südsee Ableger des Brotbaumes holen. Der von allen gefürchtete Kommandeur William Bligh macht seinem Namen schon auf der Reise alle Ehre. Er tyrannisiert seine Leute, wo es nur geht.

Als sie an ihrem Ziel ankommen und eine gewisse Zeit später die Heimreise antreten müssen, bricht auf hoher See bald die sich schon ankündigende Meuterei aus. Bligh wird mit seinen Anhänger auf offener See ausgesetzt. Der Rest der Mannschaft will in der Südsee ein neues Leben anfangen.







England, USA, 1983, 84
Original-Titel: THE BOUNTY

  • Darsteller:
  • Mel Gibson (Fletcher Christian)
  • Anthony Hopkins (Lieutenant William Bligh)
  • Laurence Olivier (Admiral Hood)
  • Edward Fox (Captain Greetham)
  • Daniel Day-Lewis (John Fryer)
  • Bernard Hill (William Cole)
  • Philip Davis (Edward Young)
  • Liam Neeson (Churchill)
  • Drehbuch: Robert Bolt
  • basierend auf historischen Ereignissen
  • und dem Buch "Captain Bligh and Mr. Christian" von Richard Hough
  • Ausführender Produzent: Dino De Laurentiis
  • Produzent: Bernard Williams
  • Regie: Roger Donaldson

HINTER DEN KULISSEN

Den Inhalt dieses Films zu erzählen, ist eigentlich überflüssig. Die Meuterei auf der Bounty ist nicht nur historisch eindeutig belegt, sie ist auch durch mehrere Verfilmungen so bekannt geworden, das sie fast jedem Kinogänger und Filmfan bekannt sein dürfte.


Nur eben, dass die Ereignisse in fast allen Verfilmungen keine Fiktion, sondern Realität waren. Auch die Namen Willliam Bligh und Fletcher Christian sind keine Erfindung der Drehbuch-Autoren, auch ihr Leben lässt sich schon seit Jahren historisch nachweisen.


Die "Bounty" war im Dezember 1787 in die Südsee aufgebrochen, um Ableger des Brotbaumes zu holen, den James Cook auf seinen ersten Reisen entdeckt hatte. Man wollte die Bäume auch in anderen Gegenden als Nahrungsmittel anpflanzen.


Neuere Forschungen können heute fast zweifelsfrei belegen, dass der Ruf, den William Bligh durch die Filme als tyrannischer Sadist hatte, sehr weit von der Wahrheit entfernt ist. Zur damaligen Zeit war eine gewisse Härte an Bord solcher Schiffe fast überall gegeben und auf anderen Schiffen war es - anders als auf der "Bounty" - noch schlimmer.


So ist es erhaltenen Dokumenten zu entnehmen, dass Bligh für die Reise sogar einen Arzt und einen Geiger mit an Bord nahm und gegenüber seiner Mannschaft anders als viele andere Kommandeure sehr viel Nachsicht walten liess - für die Zeit um 1800 herum absolut unüblich.


Den Ruf eines Tyrannen hatte er aber schon bald nach den Ereignissen, als die Geschichte von den Nachkommen der Beteiligten anders weiter erzählt wurde, als sie tatsächlich war.



DIE VERFILMUNGEN

Eine der ersten Verfilmungen des Stoffes kam aus Australien; dort drehte Raymond Longford 1916 "The Mutiny of the Bounty", nach einem Drehbuch von ihm selbst und Lottie Lyell (die die Rolle der Nessy Heywood spielte und für den Schnitt zuständig war). Es spielten damals George Cross als William Bligh und Wilton Power als Fletcher Christian. Diese Version ist aber nicht so bekannt wie die, die Frank Lloyd 1935 drehte und die noch heute unter vielen Cineasten als die beste Version gilt. Frank Lloyd drehte 1935 mit Charles Laughton als Bligh, Clark Gable als Fletcher Christian und Franchot Tone als Byam; einer Figur, die man für diesen Film erfunden hatte, denn in den (erhaltenen) Mannschaftslisten der "Bounty" kommt dieser Name nicht vor.


Das Drehbuch zu diesem ersten Tonfilm der Reihe schrieben Talbot Jennings, Jules Furthman und Carey Wilson, die sich dabei nicht nur auf den realen Ereignissen beriefen, sondern auch auf den Roman "Mutiny on the Bounty" von Charles Nordhoff (1. Februar 1887 in London geboren, starb am 10. April 1947 im kalifornischen Santa Barbara County) und James Norman Hall, geboren am 22. April 1887 im amerikanischen Colfax, in Iowa; er starb am 6. Juli 1951 in Vaipoopoo auf Tahiti. Lewis Milestone drehte dann 1962 die Version mit Marlon Brando und Trevor Howard, die heute bei vielen Kinogängern besser im Gedächtnis ist, die aber ironischerweise viele Kritiker gegenüber der Version von 1935 nicht unbedingt vorziehen.


Acht Monate dauerten die Dreharbeiten für den Film, der ein Budget von 19 Millionen Dollar hatte, für die damalige Zeit eine extrem hohe Summe. Siebenmal wurde Lewis Milestone´s Remake "Mutiny on the Bounty" ("Meuterei auf der Bounty", 1962) 1963 für den Oscar vorgeschlagen, ging aber leer aus. 1984 kam die Version von Roger Donaldson: "The Bounty" ("Die Bounty"). Donaldson drehte seinen Film 1984 mit großem Aufwand - sowohl materiellen, als auch Aufwand an Stars: außer Mel Gibson als Fletcher Christian und Anthony Hopkins als Bligh konnte er mit Laurence Olivier, Edward Fox oder Daniel Day-Lewis aufwarten.


Aber trotz großem Aufwand, Spannung, exotischen Schauplätzen und einer Anzahl guter Schauspieler wurde der Film nicht so erfolgreich wie seine Vorgänger; etwas, was ich nicht verstehe, denn der Film lohnt ein Ansehen allemal. Genau genommen wurde es ein ziemlicher Flop. Nur 8,6 Millionen Dollar spielte der Film in den USA ein. Vielleicht durch die Auslandseinnahmen und die späteren Video- und Fernsehrechte konnte man das 25 Millionen Dollar hohe Budget wieder einfahren, aber von einem Gewinn war hier leider keine Rede.Regisseur Donaldson ließ für den Film einen Nachbau der "Bounty" realisieren, allerdings nicht aus Holz, wie es damals bei der 1962er Version geschah. Die neue Reproduktion war nur von außen mit Holz verkleidet, die tragenden Teile bestanden aus Stahl. Das Schiff war noch Jahre nach dem Film als Touristenattraktion im Hafen von Sydney als Charterboot zu mieten und zu bewundern.


David Lean und sein Stamm-Drehbuchautor Robert Bolt hatten die Idee zu einer Neuverfilmung schon in den 70er Jahren entwickelt und mehrere Jahre in das Projekt investiert, als "Warner Bros." plötzlich kalte Füße bekam. Sie hatten schon einen Film mit einem extrem hohen Budget in die Kinos gebracht ("Superman", 1978) und schreckten nun zurück, als klar wurde, das Lean das Projekt von vornherein in zwei großen Filmen anlegen oder einen extrem langen Film produzieren wollte, der gleich als Zweiteiler kommen sollte. Als es 1983 dann endlich losging, kam für die Regie anfangs Michael Cimino in Betracht, doch dieser lehnte ab. Christopher Reeve sollte ursprünglich Teil der Besetzung sein; ihm wurde der Part von Fletcher Christian angeboten, doch auch er lehnte ab, ebenso wie Sting und David Essex.



ABSCHLIESSEND

Roger Donaldson´s Version übrigens ist die, die sich am dichtesten an die historischen Ereignissen hielt. Der enorme Aufwand, den man betrieb, die gute Umsetzung der damaligen Ereignisse und Gegebenheiten vor Ort (auf dem Schiff) und die sehr guten Schauspieler machen diese Version zu einer, die sich vor früheren Adaptionen nicht zu verstecken braucht.
Fans des Abenteuer-Kinos dürften hier richtig liegen, alle erforderlichen Zutaten erfüllt dieser Film, der damals unverdientermassen ein finanzieller Reinfall wurde.

Saturday, April 25, 2009

Die Bounty

"Die Bounty"

Inhalt: Im Jahr 1787 bricht die "Bounty" zu einer Fahrt in die Südsee auf. Unter dem Kommando von Lieutenant William Bligh soll man aus der Südsee Ableger des Brotbaumes holen.

Der von allen gefürchtete Kommandeur William Bligh macht seinem Namen schon auf der Reise alle Ehre. Er tyrannisiert seine Leute, wo es nur geht.

Als sie an ihrem Ziel ankommen und eine gewisse Zeit später die Heimreise antreten müssen, bricht auf hoher See bald die sich schon ankündigende Meuterei aus.

Bligh wird mit seinen Anhänger auf offener See ausgesetzt. Der Rest der Mannschaft will in der Südsee ein neues Leben anfangen.


England, USA, 1983, 84
Original-Titel: THE BOUNTY

Darsteller:
Mel Gibson (Fletcher Christian)
Anthony Hopkins (Lieutenant William Bligh)
Laurence Olivier (Admiral Hood)
Edward Fox (Captain Greetham)
Daniel Day-Lewis (John Fryer)
Bernard Hill (William Cole)
Philip Davis (Edward Young)
Liam Neeson (Churchill)

Drehbuch: Robert Bolt
basierend auf historischen Ereignissen
und dem Buch "Captain Bligh and Mr. Christian) von Richard Hough
Ausführender Produzent: Dino De Laurentiis
Produzent: Bernard Williams
Regie: Roger Donaldson


HINTER DEN KULISSEN

Den Inhalt dieses Films zu erzählen, ist eigentlich überflüssig. Die Meuterei auf der Bounty ist nicht nur historisch eindeutig belegt, sie ist auch durch mehrere Verfilmungen so bekannt geworden, das sie fast jedem Kinogänger und Filmfan bekannt sein dürfte.

Nur eben, dass die Ereignisse in fast allen Verfilmungen keine Fiktion, sondern Realität waren. Auch die Namen Willliam Bligh und Fletcher Christian sind keine Erfindung der Drehbuch-Autoren, auch ihr Leben lässt sich schon seit Jahren historisch nachweisen.

Die "Bounty" war im Dezember 1787 in die Südsee aufgebrochen, um Ableger des Brotbaumes zu holen, den James Cook auf seinen ersten Reisen entdeckt hatte. Man wollte die Bäume auch in anderen Gegenden als Nahrungsmittel anpflanzen.

Neuere Forschungen können heute fast zweifelsfrei belegen, dass der Ruf, den William Bligh durch die Filme als tyrannischer Sadist hatte, sehr weit von der Wahrheit entfernt ist. Zur damaligen Zeit war eine gewisse Härte an Bord solcher Schiffe fast überall gegeben und auf anderen Schiffen war es anders als auf der "Bounty" noch schlimmer.

So ist es erhaltenen Dokumenten zu entnehmen, dass Bligh für die Reise sogar einen Arzt und einen Geiger mit an Bord nahm und gegenüber seiner Mannschaft anders als viele andere Kommandeure sehr viel Nachsicht walten liess - für die Zeit um 1800 herum absolut unüblich.

Den Ruf eines Tyrannen hatte er aber schon bald nach den Ereignissen, als die Geschichte von den Nachkommen der Beteiligten anders weiter erzählt wurde, als sie tatsächlich war.



DIE VERFILMUNGEN

Eine der ersten Verfilmungen des Stoffes kam aus Australien; dort drehte Raymond Longford 1916 "The Mutiny of the Bounty", nach einem Drehbuch von ihm selbst und Lottie Lyell (die die Rolle der Nessy Heywood spielte und für den Schnitt zuständig war). Es spielten damals George Cross als William Bligh und Wilton Power als Fletcher Christian.

Diese Version ist aber nicht so bekannt wie die, die Frank Lloyd 1935 drehte und die noch heute unter vielen Cineasten als die beste Version gilt. Frank Lloyd drehte 1935 mit Charles Laughton als Bligh, Clark Gable als Fletcher Christian und Franchot Tone als Byam; einer Figur, die man für diesen Film erfunden hatte, denn in den (erhaltenen) Mannschaftslisten der "Bounty" kommt dieser Name nicht vor.


Das Drehbuch zu diesem ersten Tonfilm der Reihe schrieben Talbot Jennings, Jules Furthman und Carey Wilson, die sich dabei nicht nur auf den realen Ereignissen beriefen, sondern auch auf den Roman "Mutiny on the Bounty" von Charles Nordhoff (1. Februar 1887 in London geboren, starb am 10. April 1947 im kalifornischen Santa Barbara County) und James Norman Hall, geboren am 22. April 1887 im amerikanischen Colfax, in Iowa; er starb am 6. Juli 1951 in Vaipoopoo auf Tahiti.
Lewis Milestone drehte dann 1962 die Version mit Marlon Brando und Trevor Howard, die heute bei vielen Kinogängern besser im Gedächtnis ist, die aber ironischerweise viele Kritiker gegenüber der Version von 1935 nicht unbedingt vorziehen.

Acht Monate dauerten die Dreharbeiten für den Film, der ein Budget von 19 Millionen Dollar hatte, für die damalige Zeit eine extrem hohe Summe. Siebenmal wurde Lewis Milestone´s Remake "Mutiny on the Bounty" ("Meuterei auf der Bounty", 1962) 1963 für den Oscar vorgeschlagen, ging aber leer aus.

1984 kam dann die Version von Roger Donaldson: "The Bounty" ("Die Bounty"). Donaldson drehte seinen Film 1984 mit großem Aufwand - sowohl materiellen, als auch Aufwand an Stars: außer Mel Gibson als Fletcher Christian und Anthony Hopkins als Bligh konnte er mit Laurence Olivier, Edward Fox oder Daniel Day-Lewis aufwarten.

Aber trotz großem Aufwand, Spannung, exotischen Schauplätzen und einer Anzahl guter Schauspieler wurde der Film nicht so erfolgreich wie seine Vorgänger; etwas, was ich nicht verstehe, denn der Film lohnt ein Ansehen allemal. Genau genommen wurde es ein ziemlicher Flop. Nur 8,6 Millionen Dollar spielte der Film in den USA ein. Vielleicht durch die Auslandseinnahmen und die späteren Video- und Fernsehrechte konnte man das 25 Millionen Dollar hohe Budget wieder einfahren, aber von einem Gewinn war hier leider keine Rede.

Regisseur Donaldson ließ für den Film einen Nachbau der "Bounty" realisieren, allerdings nicht aus Holz, wie es damals bei der 1962er Version geschah. Die neue Reproduktion war nur von außen mit Holz verkleidet, die tragenden Teile bestanden aus Stahl. Das Schiff war noch Jahre nach dem Film als Touristenattraktion im Hafen von Sydney als Charterboot zu mieten und zu bewundern.

David Lean und sein Stamm-Drehbuchautor Robert Bolt hatten die Idee zu einer Neuverfilmung schon in den 70er Jahren entwickelt und mehrere Jahre in das Projekt investiert, als "Warner Bros." plötzlich kalte Füße bekam. Sie hatten schon einen Film mit einem extrem hohen Budget in die Kinos gebracht ("Superman", 1978) und schreckten nun zurück, als klar wurde, das Lean das Projekt von vornherein in zwei großen Filmen anlegen oder einen extrem langen Film produzieren wollte, der gleich als Zweiteiler kommen sollte.

Als es 1983 dann endlich losging, kam für die Regie anfangs Michael Cimino in Betracht, doch dieser lehnte ab. Christopher Reeve sollte ursprünglich Teil der Besetzung sein; ihm wurde der Part von Fletcher Christian angeboten, doch auch er lehnte ab, ebenso wie Sting und David Essex.



ABSCHLIESSEND

Roger Donaldson´s Version übrigens ist die, die sich am dichtesten an die historischen Ereignissen hielt. Der enorme Aufwand, den man betrieb, die gute Umsetzung der damaligen Ereignisse und Gegebenheiten vor Ort (auf dem Schiff) und die sehr guten Schauspieler machen diese Version zu einer, die sich vor früheren Adaptionen nicht zu verstecken braucht.

Fans des Abenteuer-Kinos dürften hier richtig liegen, alle erforderlichen Zutaten erfüllt dieser Film, der damals unverdientermassen ein finanzieller Reinfall wurde.

Friday, April 24, 2009

Bald im Kino: The Wolf Man

Fans des Werwolf-Films können sich schon mal auf einen (so man hoffen kann) bemerkenswerten Film freuen. In Zusammenarbeit mit "Stuber Productions" hat die "Universal" ein Remake ihres eigenen Klassikers "The Wolf Man" produziert.

Der Film befindet sich zur Zeit noch in der Nachbearbeitung, die eigentlichen Dreharbeiten waren bereits letztes Jahr abgeschlossen. Der Kinostart in den USA ist für Ende dieses Jahres angesetzt worden.

Unter der Regie von Joe Johnston spielten Emily Blunt als Gwen Conliffe, Benicio Del Toro als Lawrence Talbot, Anthony Hopkins als Sir John Talbot und Hugo Weaving als Detective Aberline sowie Geraldine Chaplin als Maleva.

Das Drehbuch schrieben nach dem Original-Skript von Curt Siodmak Andrew Kevin Walker und David Self.

Auch in der Neuverfilmung kehrt Lawrence Talbot in sein Elternhaus zurück und kann sich mit seinem Vater nach langen Auseinanderstetzungen wieder versöhnen. Beide leiden unter dem mysteriösen Verschwinden von Talbot's Bruder. Dessen Freundin Gwen bittet Lawrence, ihr bei der Suche nach ihm zu helfen. Je länger sie suchen, desto mehr stossen sie auf die Folgen eines uralten, bitteren Fluchs.

Für die Make-Up Effekte konnte man einen der bekanntesten auf diesem Gebiet engagieren: Rick Baker, der bereits 1981 für seine Arbeit in "An American Werewolf in London" einen Oscar bekam.

Aufgenommen wurde der Film, für den Regisseur Johnston ein Budget von 85 Millionen Dollar hatte, in England. Die Studio-Szenen filmte man in den "Pinewood Studios", sowie an einigen Stellen in Greenwich, Buckinghamshire oder Surrey.

Der Film basiert natürlich auf dem 1941 von George Waggner inszenierten Klassiker "The Wolf Man" ("Der Wolfsmensch") mit Lon Chaney in der Hauptrolle. Die Geschichte des Originals erfuhr hier einige Änderungen, die der Handlung (so kann man hoffen) nur guttun werden, da sie so mehr Abwechslung bieten kann.

Auf den fertigen Film wird man aber leider noch etwas warten müssen. Kinostart in den USA ist für den 6. November 2009 vorgesehen. Ob er etwa zu selben Zeit auch bei uns starten wird, ist noch ebenso unklar wie der zukünftige deutsche Verleihtitel des Films. Lassen wir uns also überraschen.