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Monday, May 4, 2009

John Carpenter's beste Filme (Teil 14)

"Big Trouble in Little China" wurde trotz all seiner guten Zutaten ein gewaltiger Flop. Eine Weile soll John Carpenter sogar darüber nachgedacht haben, ganz aufzuhören. Aber diese Vorsätze verschwanden bald wieder, er nahm sich nur vor, so bald keine Großproduktionen mehr zu machen und das tat er auch bei seinem nächsten Film, bei:



PRINCE OF DARKNESS
(Die Fürsten der Dunkelheit)
USA, 1987


"Prince of Darkness" ("Die Fürsten der Dunkelheit") war der erste von vier Vertrags-Filmen für die unabhängige Firma "Alive Films", die vorher Filme wie "Choose me" oder "Endangered Species" ("Der Tod aus dem Nichts") produziert hatten. Carpenter setzte sein Vorhaben, von Großproduktionen wegzugehen, in die Tat um.

Er ließ sich vertraglich für alle vier Filme die völlige kreative Kontrolle und die Kontrolle über den Endschnitt zusagen. Solche Privilegien bekommen nicht viele Regisseure zugesichert.


Darsteller:
Donald Pleasence (Pater Loomis)
Jameson Parker (Brian Marsh)
Victor Wong (Professor Howard Birack)
Lisa Blount (Catherine Danforth)
Dennis Dun (Walter)
Susan Blanchard (Kelly)
Anne Marie Howard (Susan Cabot)
Anne Yen (Lisa)
Ken Wright (Lomax)
Dirk Blocker (Mullins)
Jesse Lawrence Ferguson (Calder)

US-Kino-Start: 23. Oktober 1987
Deutscher Kino-Start: 5. Mai 1988

Drehbuch: Martin Quatermass (Pseudonym für John Carpenter)
Ausführende Produzenten: Andre Blay, Shep Gordon
Produzent: Larry J.Franco
Regie: John Carpenter


"Prince of Darkness" wurde mit einem Budget von ca. 3 Millionen Dollar produziert (im Gegensatz dazu kostete "Big Trouble in Little China" über 20 Millionen). Durch die Vorverkäufe ins Ausland und die zu erwartenden Einnahmen aus dem Video-Markt war das Geld für diesen Film bereits wieder eingespielt, bevor auch nur ein Meter Film belichtet worden war.

Der finanziellen Sorgen enthoben, konnte sich Carpenter ganz auf seine Arbeit konzentrieren, nämlich einen guten, spannenden Horrorfilm zu drehen. Was ihm auch gelungen ist - manch härtere Szene hätte man etwas abschwächen könen, aber davon abgesehen, fand Carpenter mit diesem Film wieder zu seinen Anfängen zurück.

Auch das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die Herstellungskosten von 3 Millionen waren bereits am ersten Kino-Wochenende wieder eingespielt. Am Start-Wochenende spielte der Film in den USA über 4,5 Millionen Dollar ein. Insgesamt stapelten sich die US-Einnahmen auf 14,1 Millionen Dollar.

Der Inhalt: Ein Priester erhält von einem anderen Priester auf dem Totenbett einen Schlüssel, der zu einem großen Geheimnis führen soll. Bald darauf findet er im Keller einer alten Kirche einen größeren Behälter mit einer grünen Flüssigkeit, die eine negative Ausstrahlung verbreitet.

Er bittet einen Professor um Hilfe, der mit einigen seiner Elite-Studenten in der Kirche Quartier bezieht, um den geheimnisvolle Behälter und seinen Inhalt zu untersuchen. Bald müssen alle angehenden Forscher entdecken, dass in dem Behälter etwas abgrundtief Böses steckt.


ENTSTEHUNG
Vom 18. Mai bis zum 25. Juni 1987 (also lediglich etwas länger als einen Monat) war Carpenter und seine Crew in Los Angeles beschäftigt, um den Film zu drehen. Die Kirche, in der die Geschichte spielt, stand in Los Angeles Downton, weitere Aufnahmeorte waren "Pacific Coast Men´s Club" in Long Beach, die San Fernando Mission und die "Valencia Independent" Studios.

Produzent war wieder Larry Franco; ebenso von nun an öfter in Carpenter´s Stab war der Produktions-Designer  Daniel Lomino, der schon bei "Christine" (1983) dabei war. Chefkameramann bei Carpenter war nun Gary B.Kibbe, der erstmals bei "Big Trouble in Little China" für die Kameraführung zuständig war. Carpenter's früherer Chef-Kameramann Dean Cundey war durch Erfolgsfilme, an denen er gearbeitet hatte, zu teuer geworden und Donald M.Morgan (erster Kameramann bei "Christine") verdiente beim TV mehr als bei einer unabhängigen Firma.

Für die Effekte engagierte man Frank Carrisosa, der bei Paul Schrader´s Remake des 1943 gedrehten Films "Cat People" eindrucksvoll gearbeitet hatte. Er schuf bei Schrader´s 1982 entstandener Version die sehr überzeugenden Verwandlungseffekte.

Steve Kutcher überwachte ein Heer von ca. 3.000 Würmern, 6.000 Käfern und 30.000 Ameisen. Für eine Szene sollten Würmer ein Kirchenfenster hochkrabbeln, aber solche Tiere zu dressieren, stellt sich irgendwie immer als etwas kompliziert heraus, um es vorsichtig auszudrücken. Man mußte also ein bißchen "schummeln": man brachte die Insekten dazu ein Fenster nach unten zu krabbeln und ließ diese Aufnahme später rückwärts laufen - so entstand die Illusion, die Tiere würden nach oben laufen.

Bei den Hauptrollen kam man endlich einmal wieder in den Genuß, Donald Pleasence zu sehen, der seit "Halloween II" in keinem von Carpenter´s Filmen mehr dabei war. Dennis Dun und Victor Wong spielten auch bei Carpenter´s "Bigt rouble in little China" mit.

Die zweite Hauptrolle spielte Jameson Parker, der mit seinem Kollegen Gerald McRaney von 1981 bis 1989 als die Brüder A.J. und Rick in der von Philip DeGuere erdachten TV-Serie "Simon & Simon" spielte. In Kinofilmen sah man ihn selten und nach dem Ende der Serie ging es finanziell auch etwas weiter nach unten, angeblich durch die Scheidung von seiner Frau. Später spielte er dann öfter in TV-Filmen.

Carpenter schuf mit "Prince of Darkness" einen durchaus unterhaltsamen und auch spannenden Horrorfilm, der durch seine bedrohliche Atmosphäre (in der relativen Enge der Kirche) und vor allem durch gute Darsteller überzeugen kann.

Tuesday, April 21, 2009

John Carpenter's beste Filme (Teil 13)

John Carpenter's nächster Film wurde mit einem der höchsten Budgets produziert, die er jemals hatte. Und "Big Trouble in Little China" wurde (unverdientermaßen übrigens) zum Flop.



BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA
(Big Trouble in Little China)
USA, 1985, 86

Darsteller:
Kurt Russell (Jack Burton)
Kim Cattral (Gracie Law)
Dennis Dun (Wang Chi)
James Hong (David Lo Pan)
Victor Wong (Egg Shen)
Kate Burton (Margo)
Donald Li (Eddie Lee)
Carter Wong (Thunder)
Peter Kwong (Rain)
James Pax (Lightning)

US-Kino-Start: 2. Juli 1986
Deutscher Kino-Start: 18. September 1986

Drehbuch: Gary Oldman & David Z.Weinstein
Adaption: W.D. Richter
Ausführende Produzenten: Keith Barish, Paul Monash
Produzent: Larry J.Franco
Regie: John Carpenter


"Big Trouble in Little China war erneut eine Großproduktion, die Carpenter für die "20th Century Fox" drehte. Eigentlich, so ließ er damals auch vor diesem Film schon verlauten, mochte er Filme mit grossem Budget nicht,  lieber mache er kleinere Filme, in denen man mehr Fantasie einsetzen müsse. Dennoch drehte er zunächst noch diesen Film, der sich zu einem riesigen Reinfall entpuppte.

Die Kosten hierfür beliefen sich auf ca. 25 Millionen Dollar und in den USA kamen die Einnahmen nicht über 11,1 Millionen Dollar hinaus. Das ließ sich auch durch die Auslandseinnahmen nicht mehr ausgleichen. Dabei ist der Film alles andere als schlecht, nur ein Horror-Film ist es nicht.


Der Inhalt: Trucker-Fahrer Jack Burton gewinnt beim Spielen mit seinem Freund Wang über 1.000 Dollar, das Schlechte daran ist, das dieser das Geld nicht bei sich hat. Um es zu holen, müssen die beiden erst zm Flughafen, um Wang´s zukünftige Frau abzuholen.

Die aber wird entführt und auf der Suche nach ihr bekommen es Jack, sein Freund und dessen Bekannte Gracie Law mit jeder Menge asiatischer Mythen und Magie zu tun.

Einordnen kann man "Big Trouble in Little China" in das Genre der Fantasy. Es gibt hier geheimnisvolle Menschen, Kulte und ähnliches. Sagengestalten, die plötzlich lebendig werden und mit magischen Elementen nur so um sich werfen.

Eigentlich die Zutaten für einen erfolgreichen Film, aber der kam damals wahrscheinlich zur falschen Zeit. Für Genre-Fans jedenfalls bietet "Big Trouble in Little China" einiges an Spaß und guter Unterhaltung.


ENTSTEHUNG
Dieser Film markierte die vierte Zusammenarbeit zwischen Carpenter und Kurt Russell. Das Studio wollte für die Rolle von Jack Burton unbedingt Jack Nicholson oder Clint Eastwood, doch Carpenter bestand darauf, dass Russell die Rolle spielte. Das Studio bestand aber auf ihren Vorgaben und erst, als sowohl Nicholson als auch Eastwood (aus welchen Gründen auch immer) absagten, wurde Kurt Russell engagiert.

Die "20th Century Fox" kam auf Carpenter zu und bot ihm das Drehbuch zu diesem Film an. Nach dem Studium des Skripts war er so begeistert, das er sogar das Angebot von "Paramount" ablehnte, den Film "The Golden Child" ("Auf der Suche nach dem goldenen Kind") mit Eddie Murphy zu leiten.

Bald aber schon begannen die Unstimmigkeiten, denn das Buch, das Carpenter so begeistert angenommen hatte, war von W.D. Richter. Auf dem Drehbuch, das Carpenter zum Drehstart bekam, standen die Namen Gary Goldman und David Weinstein.

Goldman und Weinstein hatten damals den ersten Entwurf geschrieben, der im Auftrag der "Fox" entstand. Dieser aber lag schon längere Zeit auf Eis und von dem Plan, den Film jetzt zu machen, wussten die beiden Autoren zunächst gar nichts.

Die Version von Richter, die Carpenter hatte und von der er begeistert war, war eine etwas geänderte Version. Nach längerem Tauziehen einigte man sich darauf, Gary Goldman und David Weinstein als die Autoren im Vorspann zu führen und W.D. Richter als derjenigen, der das Original-Buch adaptiert hatte.

Carpenter wolle auf jeden Fall die humorbetonte Seite des Drehbuches beibehalten, und das ging (soweit ich das beurteilen kann) auch in der deutschen Synchronisation nicht unter. Auch übernahm Carpenter Richter's Änderung, die Handlung in die 80er Jahre zu verlegen; im Original-Skript spielte sie noch um die Jahrhundertwende und die Hauptfigur war kein Lastwagenfahrer, sondern ein Cowboy.

Obwohl die dreimonatigen Dreharbeiten bereits im Januar 1986 abgeschlossen waren, kam der Film erst im Juli 1986 in den USA in die Kinos. Carpenter hatte sich für die Nachbearbeitung soviel Zeit ausgedungen, wie er seiner Meinung nach brauchen würde.


KIM CATTRAL als Gracie Law
Die weibliche Hauptrolle spielte Kim Cattral, die schon seit vielen Jahren in Film und Fernsehen zu sehen war. Sie begann 1975 mit ersten Rollen im Fernsehen, bei dem sie auch fast immer blieb. Kinorollen waren zu Anfang spärlich. Sie spielte Gast-Rollen in diversen TV-Serien und trat in TV-Filmen und -Mini-Serien auf.

Unter dem Namen Kim Victoria Cattrall wurde sie am 21. August 1956 in Liverpool geboren, sie ging mit ihrer Familie später aber nach Kanada, wo sie in Vancouver aufwuchs. Schon mit elf Jahren stand sie auf der Bühne und spielte ihre erste Rolle in "Rosebud" auf Empfehlung von Otto Preminger. Diese Rolle spielte sie auch in der Filmversion von 1975, das gleichzeitig ihr Film-Debüt war (mit Peter O´Toole).

Nach einem kurzen Aufenthalt in Deutschland zog sie mit ihrem Mann Larry Davis (den sie am 31. Mai 1977 geheiratet hatte) in die USA und begann dort ab 1977 Gastrollen in verschiedenen Serien zu spielen. Diese Ehe wurde 1979 annulliert.

Nach Auftritten in mehreren TV-Serien kam dann langsam der Kino-Film auf sie zu und sie erreichte erste Aufmerksamkeit 1984 in der Komödie "Police Academy", die sich zu einem Überraschungs-Erfolg entwickelte. Sie war danach zu sehen in teils erfolgreichen Filmen wie "Hold Up" ("Der Boß", 1985, mit Jean-Paul Belmondo), "Mannequin" (1986), "Masquerade" (1988), "Midnight Crossing" (1988), "Return of the Musketeers" (1989), "Star Trek VI - The Undiscovered Country" ("Star Trek VI - Das unentdeckte Land", 1989) oder "Bonfire of the Vanities" ("Fegefeuer der Eitelkeiten", 1990).

Sie spielte auch in den letzten Jahren viel im Fernsehen und weniger fürs Kino. International bekannt wurde sie dann 1998 durch ihre Rolle als Samantha Jones in der TV-Serie "Sex and the City", die in vielen Ländern (auch bei uns) erfolgreich lief. Die Serie wurde 2004 nach 94 Episoden eingestellt. In dieser Serie spielte sie zusammen mit Sarah Jessica Parker (als Carrie Bradshaw), Kristin Davis (als Charlotte York) und Cynthina Nixon (als Miranda Hobbs).

Aber das Ende der Serie war noch nicht ganz das Ende des Themas: Letztes Jahr lief der Kinofilm "Sex and the City" (2007, 08) ziemlich erfolgreich in den Kinos. Der von Michael Patrick King inszenierte Film spielte (nur in den USA!) die Summe von 152,6 Millionen Dollar ein - bei einem Budget von ca. 65 Millionen Dollar.

Über eine Fortsetzung wurde da schon bald nachgedacht. "Sex and the City 2" befindet sich zur Zeit in der Vor-Produktion, in der also noch nichts richtig spruchreif ist. Der Film soll nicht vor 2011 in die Kinos kommen. Aber wenn der Erfolg da ebenso wird wie im ersten Teil, dann steht weiteren Filmen wohl nicht viel im Weg.


"Big Trouble in little China" gibt es in verschiedenen Versionen auf DVD. Hier in einer "Special Edition" mit 2 DVDs.


Friday, February 6, 2009

Die Fürsten der Dunkelheit


"Die Fürsten der Dunkelheit"

Inhalt: Pater Loomis erhält von einem verstorbenen Geistlichen kurz vor dessen Tod einen Schlüssel, der zu einem großen Geheimnis führen soll.

Im Keller einer alten Kirche findet er dann auch einen größeren Behälter mit einer grünen Flüssigkeit, die eine negative Ausstrahlung verbreitet. Da er keine Ahnung hat, was es genau ist, bittet er einen Professor um Hilfe, der mit einigen seiner Elite-Studenten in der Kirche Quartier bezieht, um den geheimnisvolle Behälter und seinen Inhalt zu untersuchen.

Doch die Studenten müssen bald erfahren, dass die grüne Flüssigkeit im Behälter das absolut Böse ist.

USA, 1987
Original-Titel: PRINCE OF DARKNESS

Darsteller:
Donald Pleasence (Pater Loomis)
Jameson Parker (Brian Marsh)
Victor Wong (Professor Howard Birack)
Lisa Blount (Catherine Danforth)
Dennis Dun (Walter)
Susan Blanchard (Kelly)
Anne Marie Howard (Susan Cabot)
Ann Yen (Lisa)
Ken Wright (Lomax)
Dirk Blocker (Mullins)
Jessie Lawrence Ferguson (Calder)

Drehbuch: Martin Quatermass (Pseudonym für John Carpenter)
Ausführende Produzenten: Andre Blay, Shep Gordon
Produzent: Larry J.Franco
Regie: John Carpenter


HINTER DEN KULISSEN
John Carpenter hatte nach seinen Erfolgsfilmen ("Halloween", "The Fog", "Escape from new York") bald mit immer größeren Budgets gearbeitet und prompt wurden diese Filme teils weniger erfolgreich, teils auch Flops.

So kehrte er nach dem Mißerfolg von "Big Trouble in Little China", einer Großproduktion, wieder zu kleineren Budgets zurück. Er schloß mit der Firma "Alive Films" einen Vertrag, der ihm freie Hand für seine Filme ließ und schuf dann 1987 mit einem Budget von gerade mal 3 Millionen Dollar den Horrorfilm "Prince of Darkness" ("Die Fürsten der Dunkelheit"). Richtig übersetzt muß der Titel übrigens "Der Fürst der Dunkelheit" heißen und nicht "Die Fürsten".

Die Rechnung ging jedenfalls auf, allein in den USA beliefen sich die Einnahmen am Ende auf 14,1 Millionen Dollar, hinzu kamen natürlich noch die Auslands-Einnahmen.


ABSCHLIESSEND
Carpenter hatte hier jedenfalls wieder einen ziemlich guten Horrorfilm geschaffen, bei dem mich persönlich nur gestört hat, dass das ganze Geheimnisvolle um den grünen Behälter manchmal etwas zu stark betrieben wurde. Es wurde manchmal alles zu sehr gedehnt, aber alles in allem ein empfehlenswerter Film, der die Anhänger des Horror-Genres durchaus interessieren wird.


Auf DVD bekommt man diesen Film z.B. hier.