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Tuesday, March 10, 2009

Die Profis (4/4)

SERIEN-ERFINDER UND PRODUZENT: BRIAN CLEMENS
Brian Clemens ist in England seit vielen Jahren einer der meistbeschäftigten und wohl auch erfolgreichsten Leute im englischen Fernsehgeschäft. Er war aktiv als Autor, Regisseur und Produzent. Er war mit seinem Partner Albert Fennell maßgeblich am Erfolg der Serie "The Avengers" ("Mit Schirm, Charme und Melone") beteiligt. Clemens arbeitete in seiner über 40jährigen Karriere auch öfter unter Pseudonym; dafür nahm er die Namen Richard Lucas, Tony O´Grady oder Brian Sheriff.



Brian Clemens begann Ende der 50er Jahre mit dem Schreiben von Drehbüchern. Das erste verfilmte Skript mit seiner Beteiligung wurde 1957 unter dem Titel "The Betrayal" realisiert. Bereits im selben Jahr begann er dann bei dem Medium zu arbeiten, bei dem er die nächsten  40 Jahre öfter beschäftigt sein sollte: beim Fernsehen.

Neben dem Schreiben von Drehbüchern war er auch anderweitig bei der Herstellung von Filmen aktiv; so stieg er 1965 (bevor er Produzent wurde) in die (seit 1961) laufende Serie "The Avengers" als Story-Editor ein, dieselbe Tätigkeit übte er in der 3. Staffel der Serie "Ghost Squad" aus, die ab dieser Staffel "G.S. 5" hieß, und die ebenfalls 1961 gestartet wurde.

Für "The Avengers" war Clemens ab 1965 bis zum Ende der Serie tätig: ab 1965 wurde er Produzent und schrieb für ca. 30 Episoden die Drehbücher. Auch an der 1977 gestarteten, aber nicht so erfolgreichen, Nachfolge-Serie "The New Avengers" war er als Autor und als Produzent beteiligt.

Bis vor mehreren Jahren hatte es in Deutschland den Anschien, als würde es "The Avengers" nur in der Konstellation Patrick Macnee und  Diana Rigg geben - was aber nicht stimmt, denn das deutsche Fernsehen (in seiner "allumfassenden Intelligenz") hatte nur die Folgen eingekauft, in der die beiden spielten. Die erste Staffel dieser Serie lief aber bereits 1961 in England, dort spielten Patrick Macnee, der übrigens bis zum Ende der Serie als einziger von Anfang an dabei war, und Ian Hendry.

Ab 1962 übernahm dann Honor Blackman (wurde bekannt als Pussy Galore im James Bond-Film "Goldfinger") und blieb zwei Staffeln. Und erst, als sie aufhörte, kam 1965 Diana Rigg - in der 79. Episode gab sie sie ihren Einstand.

Nun sollte wohl noch erwähnt werden, das die Serie in dieser Konstellation am erfolgreichsten war, nichtsdestoweniger müssen auch die ersten Folgen einer Serie gesendet werden - völlig egal, ob es für den Verlauf der Serie nötig ist oder nicht. Nach zwei Staffeln hatte Diana Rigg genug, dann übernahm Linda Thorson für 32 Folgen den Part an Patrick Macnee´s Seite, jedoch wurde die Serie 1969 eingestellt.

Unter dem Titel "The New Avengers" wurde dann von 1977 bis 1977 noch eine Staffel produziert; diesmal spielten neben Patrick Macnee Joanna Lumley und Gareth Hunt, aber nach dieser Staffel war dann endgültig Schluß.

Als in Deutschland das Privatfernsehen um sich griff, wurden auch die letzten Staffel gesendet, ob aber die ersten Folgen bei uns jemals liefen, ist mir nicht bekannt. Mit der letzten Staffel käme die Serie dann auf eine Gesamt-Episodenzahl von 188 Folgen.

Clemens schrieb (mal mehr, mal weniger) für über 25 TV-Serien Drehbücher, darunter sind viele Serien, die bei uns völlig unbekannt sind, wie "Invisible Man" ("1958), "Sir Francis Drake" (1961), "The Mask of the Clown" (1961), "Man of the World" (1962), "The Protectors" (1964), "The Sentimental Agent" (1963), "Adam Adamant lives!" (1966), "My Wife Next Door" (1972), "The Adventurer" (1972), "Quiller" (1975), "Darkroom" (1981), "The Secret Servant" (1984), "Blaues Blut" (1990, eine deutsche Serie mit Albert Fortell, die nicht gerade viel Erfolg einheimste), sowie eine Episode der Serie "Highlander" und er kreierte die Serie "Bugs" (1995) - außerdem war er auch bei allen Serien, die er als Produzent betreute, als Autor tätig.

Als Regisseur von Kinofilmen war Clemens nur einmal tätig, er drehte 1974 (natürlich nach seinem eigenem Skript) den bei uns selten gezeigten "Captain Kronos: Vampire Hunter", mit Horst Janson und Caroline Munro, außerdem schrieb er u. a. 1971 das Drehbuch zu "Dr. Jekyll and Sister Hyde" ("Dr. Jekyll und Schwetser Hyde", einem eigenartigen, auf der Novelle von Robert Louis Stevenson basierenden Horrorfilm von Roy Ward Baker mit Ralph Bates und Martine Beswick).

Für die Serie "The Persuaders" ("Die 2") mit Tony Curtis und Roger Moore schrieb Clemens für zwei Episoden die Sripts. Mit Martin Shaw dürfte er schon früher zusammen gekommen sein, denn Clemens schuf mit Ray Harryhausen die Story und schrieb das Drehbuch zu dem 1973 entstandenen Fantasy-Klassiker "The Golden Voyage of Sinbad" ("Sindbads  gefährliche Abenteuer"), in dem Shaw eine Nebenrolle spielte.

Clemens erdachte die Story zum Fortsetzungsfilm "Highlander II - The Quickening" ("Highlander II - Die  Rückkehr"), das endgültige Drehbuch schrieb dann Peter Bellwood.

Der 1931 im englischen Croydon, in Surrey, geborene Brian H. Clemens zog sich in den letzten Jahren naturgemäss mehr und mehr zurück. Nach seiner Arbeit an der Neuauflage seiner Erfolgs-Serie, an "The New Professionals" (als Autor und Produzent) schrieb er noch die Drehbücher "The Wrong Side of the Rainbow" (2000, einer TV-Serie) und für den TV-Film "McBride: Fallen Idol" (2006). Für den 2007 entstandenen, direkt für den Videomarkt produzierten, "Jane Doe: How to Fire Your Boss" erdachte er die Story.


CO-PRODUZENT: ALBERT FENNELL
Bereits bei "The Avengers" ("Mit Schirm, Charme und Melone") arbeitete Albert Fennell (geboren am 29. März 1920 in Chiswick, bei London) mit Brian Clemens zusammen. Später gründeten sie dann ihre eigene Produktionsfirma, die "Mark 1".

In den 50er Jahren schon war Fennell als Produzent tätig gewesen, dort aber noch vorwiegend fürs Kino. Später im Fernsehen arbeitete er auch oft aktiv als Produzent bei den Serien mit, die seine und Clemens' Firma herstellen. Fennell arbeitete noch in den spätern 80er Jahren als Produzent, bis er 1988 verstarb.




CI5: THE NEW PROFESSIONALS
Die Profis - Die nächste Generation
England, 1997 - 1998
13 Episoden
Serien-Konzept: Brian Clemens

Produktion: David Wickes TV; Matrix New Professionals Partnership; Mark 1 Productions
Produzent: David Wickes (13 Episoden, 1998)
Ausführende Produzenten: Brian Clemens, Laurie Johnson, David Bainbridge, Peter Hitchen (13 Episoden, 1998)

Hauptrollen:
EDWARD WOODWARD als Harry Malone (13 Episoden, 1998)
KAL WEBER als Chris Keel (13 Episoden, 1998)
COLIN WELLS als Sam Curtis (13 Episoden, 1998)
LEXA DOIG als Tina Backus   (13 Episoden, 1998)

wiederkehrende Charaktere:
ADRIAN IRVINE als Spencer (11 Episoden, 1998)
CHARLOTTE CORNELL als Ministerin (3 Episoden, 1998)

"Die Profis" waren noch in den 90er Jahren nicht nur in England immer noch im Gespräch und die Serie beinahe ebenso erfolgreich wie damals. Ende 1997 wurden dann Pläne für eine Neuauflage der Serie spruchreif.

Wieder in Zusammenarbeit mit Brian Clemens und Albert Fennell produzierte die englische "David Wickes TV" die neue Serie "CI5: The New Professionals". Die Serie wurde in England von September bis Dezember 1999 ausgestrahlt, aber dabei blieb es auch.

Nach diesen ersten 13 Episoden wurden keine weiteren mehr in Auftrag gegeben und bis heute war es das letzte Mal, dass "Die Profis" aktiv wurden. Das Konzept der neuen Serie sah vor, dass der CI 5 in den Jahren mehr und mehr zu einer Einrichtung geworden war, die international gegen den Terror operiert. Neuer Chef wurde Harry Malone, der schon zu Zeiten von George Cowley beim CI 5 war. Seine Top-Agenten sind Chris Keel, Sam Curtis und die Computer-Spezialistin Tina Backus.

Die Rolle des Leiters vom CI 5 wurde nun gespielt von Edward Woodward, seine beiden Top-Agenten wurden von hierzulande unbekannteren Darstellern verkörpert: von Kal Weber und Colin Wells. Lediglich die Darstellerin der Tina Backus ist heute auch bei uns bekannt. Science-Fiction-Fans werden sie noch bestens als "Andromeda" in der gleichnamigen TV-Serie mit Kevin Sorbo in Erinnerunge haben.

Für die kanadische Schauspielerin (geboren am 8. Juni 1973 als Alexandra L. Doig in Toronto) war diese Serie der Anfang ihrer Karriere. Lexa Doig ist seit Augst 2003 mit Schauspieler-Kollege Michael Shanks verheiratet, den sie kennenlernte, als er eine Gast-Rolle in "Andromeda" spielte.

Shanks ist Science-Fiction-Fans ein Begriff durch seine Rolle als Daniel Jackson in der Erfolgs-Serie "Stargate SG-1", in der Lexa Doig von 2005 bis 2007 eine wiederkehrende Rolle als Dr. Lam spielte.

Die ARD strahlte "The New Professionales" ab dem 27. März 1999 unter dem Titel "Die Profis – Die nächste Generation" erstmalig aus, aber die Neuauflage der Serie konnte aber niemals auch nur annähernd an den Erfolg des Originals anknüpfen, auch bei uns nicht.

Komischerweise startete die Serie in England erst ab dem 19. September 1999, das heisst, sie lief bei uns eher als in England. Aber nicht nur bei uns, in Dänemark beispielsweise startete sie 1998 und in Schweden ebenfalls im September 1998.

DIE EPISODEN
  1. Staffel (1998)
  Sendedaten: 19. September 1999 - 19. Dezember 1999
1.) BACK TO BUSINESS (Der Bombenleger)
2.) PHOENIX (Phoenix aus der Asche)
3.) TUSK FORCE (Die große Jagd)
4.) HOSTAGE (Im Namen des Volkes)
5.) FIRST STRIKE (Im Sumpf des Verbrechens)
6.) SAMURAI WIND (Abgerechnet wird zum Schluß)
7.) SKORPION (Deckname Skorpion)
8.) CHOICE CUTS (Die Organ-Mafia)
9.) MISS HIT (Der Kronzeuge)
10.) ORBIT (Todesstrahlen aus dem All)
11.) HIGH SPEED (Geraubtes Gold)
12.) SOUVENIR (Souvenir des Schreckens)
13.) GLORY DAYS (Tage des Ruhms)

Saturday, March 7, 2009

Die Profis (3/4)


DIE DARSTELLER:


MARTIN SHAW als Doyle
Martin Shaw und Lewis Collins hatten vor der Serie schon mal zusammen gearbeitet: als Gast-Stars waren beide in der Episode "Obsessions" ("Der Rachefeldzug") aus der Serie "The New Avengers" aufgetreten. In der Episode spielen sie zwei Figuren, die gemeinsam an einem Strang ziehen. Am Ende der Folge sagte Collins zu Shaw: "We should work together again - good team". Heißt soviel wie: "Wir sollten wieder mal zusammen arbeiten - ein gutes Team".

Das sollte sich noch 1977 bestätigen, als beide als "Die Profis" international erfolgreich wurden.

Martin Shaw wurde am 21. Januar 1945 im englischen Birmingham geboren. Schon in seiner Jugend sammelte er erste Erfahrungen mit dem Theater. In einer Freizeitgruppe, die sich "The Pipercompany" nannte, führte er an Wochenenden in Birmingham erste Theatervorstellungen durch.

Dann sollte es in dieser Richtung professionell weitergehen. Er studierte an der "London Academy of Music and Dramatic Art" und verließ sie nach drei Jahren als ausgebildeter Schauspieler. Zunächst blieben seine Arbeiten auf das Theater beschränkt, hauptsächlich aber nur an kleineren Bühnen.

Sein Karriere-Start vor der Kamera ermöglichte das Fernsehen. Ab 1967 war er als Gast in diversen Fernseh-Serien in England zu sehen und schon 1969 spielte er zehn Episoden lang eine wiederkehrende Rolle in der Serie "Doctor in the House".

Erste Aufmerksamkeit konnte er mit einer Rolle in dem Film "Macbeth" ("Macbeth") sammeln, den Roman Polanski 1971 drehte. Polanski selber schrieb mit Kenneth Tynan das Drehbuch, zu dem der "Playboy"-Konzern die nötigen Geldern zur Verwirklichung gab. Der Konzernchef Hugh Hefner war dann auch als ausführender Produzent an dem Projekt mit dabei. Die Hauptrollen spielten Jon Finch und Francesca Annis.

1973 spielte er eine Nebenrolle in dem englischen Fantasy-Film "The Golden Voyage of Sinbad" ("Sindbads gefährliche Abenteuer") von Gordon Hessler, in dem John Philip Law als Titelheld und Caroline Munro die Hauptrollen spielten. Im selben Jahr spielte er in mehreren Episoden der Serie "Helen - A Woman of Today". Der Durchbruch kam für Shaw dann 1977 mit der Rolle als Doyle in "Die Profis".

Die Rolle in der Serie und die Serie an sich war dann etwas, von dem sich Shaw später etwas distanzierte, da es in einigen der Folgen doch ziemlich drastisch zur Sache ging - also für damalige Verhältnisse gesehen. Nach dem Ende der Serie unternahm Shaw alles, um dem Image eines Action-Helden zu "entkommen". So lehnte er auch die Hauptrolle in der US-Serie "The Equalizier" ab, die dann an Edward Woodward ging, der diese Rolle bis 1989 in 87 Episoden spielte.

Er erreichte - wie schon erwähnt - per Gerichtsbeschluss, dass "Die Profis" im englischen Fernsehen nicht wiederholt werden durften - wie er das geschafft hatte, ist mir zwar ein Rätsel, aber egal. Jedenfalls bescherte er damit nicht nur den englischen Fans eine Menge an Ärger, auch den Darstellern der Serie verwehrte er so weitere Bekanntheit und Geld.

Er spielte nach dem Ende der Serie wieder vorwiegend am Theater (u.a. verkörperte er Elvis in dem Stück "Are you lonesome Tonight?") und war 1983 in einer Neuverfilmung der Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle, "The Hound of the Baskervilles" ("Der Hund von Baskerville"), zu sehen.


Es hat schon viele Verfilmungen dieses Stoffes gegeben, aber wohl kaum eine reicht an die Qualität dieses TV-Filmes heran. Die Atmosphäre des düsteren Sumpfes wurde so perfekt eingefangen, die Geschichte sehr gut umgesetzt und die ganze Aufmachung und die Art des Films macht so enorm viel Spaß, das man sich mit Vergnügen und Spannung den Film ansieht, obwohl viele die Geschichte schon kennen.

In der Rolle des Sherlock Holmes hatte man übrigens eine ausgezeichnete Wahl bewiesen und diese mit Ian Richardson besetzt, der diese Rolle zu einem Glanzstück machte. Martin Shaw spielte in diesem Film die Rolle des Enkels Henry Baskerville. Charles Edward Pogue schrieb das Drehbuch zu diesem wirklich brillianten Film, der von Douglas Hickox gekonnt umgesetzt wurde. Der Erfolg ließ sogar noch im selben Jahr einen weiteren Film entstehen: "The Sign of Four" ("Im Zeichen der Vier"), wiederrum mit Ian Richardson als Sherlock Holmes.

In den gesamten späteren Jahren verschwand Shaw fast gänzlich von deutschen Bildschirmen und war nur selten bei uns noch zu sehen, in England aber war er weiterhin zu sehen, so spielte er von 1993 bis 1995 die Rolle des Chief Constable Alan Cade in der Serie "The Chief" - bei uns komplett unbekannt.

2005 war er wieder auf Theaterbühnen zu sehen, so spielte er in "A Man for All Seasons" zusammen mit seiner Tochter Sophie. Weiterhin aber war er auf englischen Bildschirmen präsent, so spielte er die Titelfigur die Serie "Judge John Deed" von 2001 - 2007 - auch diese bei uns komplett unbekannt.

2007 spielte er zum erstenmal die Rolle bon George Gently in dem TV-Filme "George Gently: Gently Go Man", dem noch zwei Filme folgten: "George Gently: The Burning Man" (2008) und "George Gently: Bomber's Man" (2008). Ebenfalls noch 2008 spielte er in drei Episoden der Serie "Apparitions".

Martin Shaw ist Vater von Joe, Luke und Sophie, alle Kinder wurden geboren, als er mit Jill Allen verheiratet war. Diese 1968 geschlossene Ehe wurde wieder geschieden und 1985 heiratete Shaw Mary Mandsfield, auch diese Ehe endete bald vor dem Scheidungsrichter. Seit 1996 ist er mit Vicki Kimm verheiratet und auch diese Ehe steht vor dem Aus.




LEWIS COLLINS als Bodie
Die Karriere von Lewis Collins begann zwar ebenso vielversprechened, verlief später aber leider im Sande. Er stand erstmals 1974 vor einer Kamera in einer Episode als Gast der Serie "Z Cars". Nach weiteren Gast-Rollen übernahm er 1975 eine Hauptrolle als Gavin Rumsey in der TV-Serie "The Cuckoo Waltz", der er in 19 Folgen bis 1977 spielte. Bald danach kam dann "Die Profis".


Im Gegensatz zu Martin Shaw blieb Lewis Collins (geboren am 27. Mai 1946 im englischen Bidston, in Birkenhead, Cheshire) auch während der Laufzeit der Serie im Action-Genre. Er spielte 1982 eine Rolle als Elite-Söldner in "Who dares wins" ("Das Kommando"), einem zwar handwerklich gut gemachten Actionfilm, der aber fast von allen Kritikern in der Luft zerrissen wurde.

Collins, der vor seiner Laufbahn als Darsteller Musiker war, veröffentlichte 1982 eine Single mit dem Titel "Take it Out on Time", einem Pop-Song, der zwar absolut und total unterging, aber meiner Ansicht nach gar nicht mal so schlecht ist. Nicht schlechter jedenfalls als so manch anderer Mist, der einem in den 80er Jahren um die Ohren flog.

Nach dem Ende der Serie spielte Collins weiterhin in Actionfilmen, machte aber da den Fehler, auch in Billig-Produktionen aufzutreten, so in Filmen wie "Geheimcode: Wildgänse" (1984) oder "Kommando Leopard" (1985), die nun alles andere als erfolgreich waren. Collins war um die Mitte der 80er Jahre ernsthaft als Nachfolger von Roger Moore als James Bond im Gespräch und es schein wirklich, dass diese passieren würde, letztlich aber kam es dann doch nicht so weit.

Danach schaffte er es nicht mehr, die richtigen Rollen zu bekommen. Er war noch in manchen TV-Arbeiten zu sehen, so spielte er eine Gast-Rolle in der Serie "Alfred Hitchcock presents" (1989) oder in "Blaues Blut" (1990), war aber auch in dem sehr guten TV-Film "Jack the Ripper" (1988) zu sehen.

In den 90er Jahren war er nur als Gast in drei Serien zu sehen und 2002 spielte er ein letztes Mal als Gast in der Serie "The Bill" mit, danach zog er sich aus der Arbeit des Schauspielers zurück. Ende der 90er hatte er sich in den USA niedergelassen.

Seit 1992 ist Lewis Collins mit Michelle Larrett verheiratet, mit der er drei Kinder hat.


Staffel 3 der Serie gibt es hier auf DVD.



Der 4. und letzte Teil der Reihe "Die Profis" folgt am 10. März.

Tuesday, March 3, 2009

Die Profis (2/2)


DIE DEUTSCHE SYNCHRONISATION
Oft haben deutsche Kino- oder Fernsehzuschauer Grund genug, sich über die deutsche Synchronisation eines Films oder einer Serie zu ärgern. Im Fall von "Die Profis" traf das aber meiner Ansicht nach nicht zu. Die drei Hauptdarsteller wurden sehr gut und "professionell" von Leuten synchronisiert, die schon lange im Geschäft waren und sind. Edgar Ott sprach den Part von Gordon Jackson, Ivar Combrinck (arbeitet auch als Dialog-Regisseur) sprach Lewis Collins und Uwe Paulsen war als Stimme von Martin Shaw zu hören.


EDGAR OTT ( Sprecher von Gordon Jackson)
Edgar Ott war als Darsteller aktiv, bekannter dürfte er den deutschen Film-Fans aber als Synchronsprecher sein. Er war sehr oft die deutsche Stimme von Telly Savalas, auch in dessen Erfolgs-Serie "Kojak" ("Einsatz in Manhattan"). Gordon Jackson synchronisierte er bereits in dessen ersten Serien-Erfolg, in "Das Haus am Eaton Place" und später noch einmal, in dem 1987 entstandenen TV-Mehrteiler "Noble House".


Der am 2. Juli 1929 in Berlin geborene Edgar Ott war mehrmals Sprecher von bekannten Darstellern wie Lino Ventura, Philippe Noiret, Sidney James, Lloyd Bridges, Harry Andrews oder Bill Cosby, dem er in "Magnum Heat", "Das verrückte California-Hotel" und in der TV-Serie "Mit Tennisschläger und Kanonen" seine Stimme lieh.

Über hundert verschiedenen Darstellern synchronisierte er in seiner aktiven Zeit als Sprecher. Edgar Ott starb im Alter von 65 Jahren am 13. Februar 1994 in Berlin.



UWE PAULSEN (Sprecher von Martin Shaw)
Uwe Paulsen sprach Martin Shaw nach der Serie noch einmal: in dem 1983 entstandenen (übrigens sehr guten) TV-Film "The Hound of the Baskervilles" ("Der Hund von Baskerville"). Paulsen (geboren 1944) ist bekannt durch seine Synchron-Arbeit in der Serie "L. A. Law", wo er Corbin Bernsen als Arnie Becker seine Stimme lieh. Fans des Schauspielers Dirk Benedict kennen seine Stimme ebenfalls aus den TV-Filmen (und auch aus der Serie) "Battlestar Galactica" ("Kampfstern Galactica"), ebenso dürfte er Anhängern der englischen Spielfilm-Reihe "Carry on" bekannt sein, wo er Jim Dale in über einem halben Dutzend Filmen synchronisierte. Paulsen sprach die deutschen Stimmen von Schauspielern wie Christopher Walken, Vincent Lindon, William Atherton (in "Stirb langsam" Teil 1 und 2), John Candy, Judge Reinhold oder Scott Thomson.



IVAR COMBRINCK (Sprecher von Lewis Collins)
Ivar Combrinck war seit vielen Jahren in der deutschen Synchro tätig, als Darsteller spielte er nur drei Statistenrollen in der Show "Aktenzeichen XY". Als Synchron-Sprecher war er dafür umso bekannter, auch als Dialog-Regisseur und Dialog-Autor war er bekannt, so schrieb er ab der vierten Staffel die Synchronisations-Bücher der Serie "The Simpsons", bei der er auch oft als Sprecher zu hören war.  Seit vielen Jahren war der am 16. Januar 1943 in Anrath geborene Combrinck als Sprecher zu hören gewesen. Er war die deutsche Stimme von John Larroquette in den Serien "Harrys wundersames Strafgericht", "Nachtschicht mit John" und "Practice", er sprach Joe Lambie in der Serie "Falcon Crest", er war Sprecher von Joe Penny in "Jake and the Fatman" und war Sprecher von Darstellern wie Beau Bridges, Jackie Chan, Jay Leno, Stephen Tobolowsky und vielen anderen.

Mit 63 Jahren starb Ivar Combrinck viel zu früh am 15. September 2006. Er hinterliess zwei Kinder, die er aus der Ehe mit der Schauspielern Ingeborg Solbrig hatte.




DIE EPISODEN


1. Staffel (1977 - 1978)
Sendedaten: 30. Dezember 1977 - 17. März 1978
1.) PRIVATE MADNESS, PUBLIC DANGER (Gegen die Zeit)
2.) THE FEMALE FACTOR (Ein teurer Fehler)
3.) OLD DOG WITH NEW TRICKS (Perfekter Plan mit kleinen Fehlern)
4.) KILLER WITH A LONG ARM (Der Mörder aus Athen)
5.) HEROES (Helden)
6.) WHERE THE JUNGLE ENDS (Wo endet der Dschungel?)
7.) CLOSE QUARTERS (Terror kennt keine Grenzen)
8.) EVEREST WAS ALSO CONQUERD (Sir Ardens Geständnis)
9.) WHEN THE HEAT COOLS OFF (Nach der Hitze des Zorns)
10.) STAKE OUT (Eine Lunte für London)
11.) LONG SHOT (Ramos)
12.) LOOK AFTER ARNIE (Alte Freunde)
13.) KLANSMEN (Rassenhass)

(Die Ausstrahlung der Serie endete damals am 17. März mit Episode 12. Die 13. Folge, "Rassenhass", wurde erst viele Jahre später in England ausgestrahlt.

2. Staffel (1978)
Sendedaten: 7. Oktober 1978 - 9. Dezember 1978
14.) HUNTED/HUNTED (Wer jagt den Jäger?)
15.) THE RACK (Schwarze Tage für Doyle)
16.) FIRST NIGHT (Im Labyrinth)
17.) MAN WITHOUT A PAST (Der Mann ohne Vergangenheit)
18.) IN THE PUBLIC INTEREST (Eine saubere kleine Stadt)
19.) ROGUE (Der Verräter)
20.) NOT A VERY CIVIL CIVIL SERVANT (Dunkle Geschäfte)
21.) A STIRRING OF DUST (Die Akte Thomas Darby)
22.) BLIND RUN (Zum Abschuß freigegeben)
23.) FALL GIRL (Die Falle)

3. Staffel (1979)
Sendedaten: 27. Oktober 1978 - 15. Dezember 1979
24.) THE PURGING OF CI5 (Alarm bei CI5)
25.) BACKTRACK (Was wußte Sammy?)
26.) STOPOVER (Der Mann aus Fernost)
27.) DEAD RECKONING (Spiel der Spione)
28.) THE MADNESS OF MICKEY HAMILTON (Der Wahnsinn des Mickey Hamilton)
29.) A HIDING TO NOTHING (Unternehmen Khadi)
30.) RUNNER (Gefährliche Pläne)
31.) SERVANT OF TWO MASTERS (Doppelleben)

4. Staffel (1980)
Sendedaten: 7. September 1980 - 27. Dezember 1980
32.) THE ACORN SYNDROME (Das Acorn-Syndrom)
33.) WILD JUSTICE (Der Seelentest)
34.) FUGITIVE (Christina)
35.) INVOLVEMENT (Liebe ist kein Alibi)
36.) NEED TO KNOW (Agentenfieber)
37.) TAKE AWAY (Die Hongkong-Spur)
38.) BLACK OUT (Der Gedächtnisschock)
39.) BLOOD SPORTS (Ein Sportsmann stirbt)
40.) SLUSH FUND (Im Namen des Mörders)
41.) THE GUN (Die Waffe)
42.) HIJACK (Der Diplomat)
43.) MIXED DOUBLES (Gemischtes Doppel)
44.) WEEKEND IN THE COUNTRY (Ein Wochenende auf dem Land)
45.) KICKBACK (Mordauftrag für Bodie)
46.) IT´S ONLY A BEAUTIFUL PICTURE (Der Exporteur)

5. Staffel (1982 - 1983)
Sendedaten: 7. November 1982 - 6. Februar 1983
47.) FOXHOLE ON THE ROOF (Der Mann auf dem Dach)
48.) OPERATION SUSIE (Operation Susie)
49.) YOU´LL BE ALL RIGHT (Das Ende einer Flucht)
50.) LAWSON´S LAST STAND (Lawsons letzter Appell)
51.) DISCOVERED IN A GRAVEYARD (Mein ist die Rache)
52.) SPY PROBE (Probezeit für Agenten)
53.) CRY WOLF (Fremde Stimmen)
54.) THE UNTOUCHABLES (Spiel ohne Limit)
55.) THE OJUKA SITUATION (Die Feinde des Löwen)
56.) A MAN CALLED QUINN (Ein Mordroboter namens Quinn)
57.) NO STONE (Bombenterror)



DIE DARSTELLER

GORDON JACKSON als George Cowley
Gordon Jackson begann seine Karriere als Darsteller in den 40er Jahren und schaffte es in den folgender Zeit, sich einen Ruf als gefragter und vielseitiger Charakterdarsteller aufzubauen. Geboren wurde er als jüngstes von fünf Kindern unter dem Namen Gordon Cameron Jackson am 19. Dezember 1923 im schottischen Glasgow.

Nach Anfängen als Darsteller in Kindertagen bei verschiedenen Aufführungen ging er zum Radio und später zur BBC. Seine Karriere als Darsteller begann dann schon relativ früh, als Darsteller aus Schottland gesucht wurden für den Film "The Foreman went to France", in dem Jackson 1942 sein Debüt vor der Kamera gab. Er spielte in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter, auch am Theater, wo er ebenso erfolgreich wurde. In Deutschland wurde er erst richtig bekannt, als er 1971 in der englischen Fernseh-Serie "Upstairs, Downstairs" die Rolle des Butler Hudson übernahm. Die Serie startete bei uns am 12. Juli 1975 unter dem Titel "Das Haus am Eaton Place" und machte Jackson hierzulande bekannt. Übrigens: als die Serie 1975 bei uns losging, endete sie in England nach vier erfolgreichen Jahren.

Die Serie erzählt die Erlebniss der Familie Bellamy in ihrem Haus in London, 165 Eaton Place, die Anfang des 20. Jahrhunderts passieren. Die Serie erzählte nicht nur die Geschicke der reichen Familie Bellamy, sondern auch das Leben und Sorgen der Angestellten. Neben Gordon Jackson spielten David Langton als Richard Bellamy, Jean Marsh (Rose), Angela Baddeley (Mrs. Bridges), Christopber Beeny (Edward), Jenny Tomasin (Ruby) und Simon Williams als James Bellamy; sowie Jacqueline Tong, Lesley-Anne Down, Rachel Gurney oder Meg Wynn Owen. 1975 wurde die Serie nach 68 Episoden eingestellt.

Mit seinem Engagement als George Cowley spielte er dann eine Rolle im Fernsehen, die von der des Butlers Hudson nicht weiter entfernt sein könnte. In der weiteren Zeit spielte er dann weniger Rollen, war aber nach wie vor noch präsent, so spielte er eine Rolle in dem ziemlich guten TV-Mehrteiler "Noble House" (1987) mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle. Jackson sagte übrigens über sich selber, dass er seine Darstellung nie für besonders gelungen hielt und er sah niemals Filme mit sich selber. Im Jahr 1989 wurde bei ihm Knochenkrebs festgestellt, der schon soweit fortgeschritten war, das man nicht mehr heilen konnte. Gordon Jackson starb im Alter von 66 Jahren am 15. Januar 1990 in London.

Er hatte zwei Kinder aus der Ehe mit der am 3. August 1926 geborenen Schauspielerin Rona Anderson, mit der er am 2. Juni 1951 die Ehe schloss, die bis zu seinem Tod Bestand hatte.


 Staffel 2 der Serie gibt es u.a. hier.

Monday, March 2, 2009

Die Profis (1/4)










DIE PROFIS
THE PROFESSIONALS
England, 1977 - 1983
57 Episoden







Serien-Konzept: Brian Clemens
Produktion: London Weekend Television; Mark 1 Productions
Produzent: Sidney Hayers (13 Episoden, 1977 - 1978)
Produzent: Raymond Menmuir (44 Episoden, 1978 - 1983)
Ausführende Produzenten: Albert Fennell, Brian Clemens (57 Episoden, 1977 - 1983)


Hauptrollen:
GORDON JACKSON als George Cowley (57 Episoden, 1977 - 1983)
MARTIN SHAW als Ray Doyle (57 Episoden, 1977 - 1983)
LEWIS COLLINS als William Bodie (57 Episoden, 1977 - 1983)

wiederkehrende Charaktere:
BRIDGET BRICE als Betty, Cowley's Sekretärin (8 Episoden, 1977 - 1978)
STEVE ADLER als Murphy (7 Episoden, 1980 - 1983)
DIANA WESTON als Ruth, CI 5-Angestellte (3 Episoden, 1978)
TREVOR ADAMS als Benny, CI 5-Agent (3 Episoden, 1977 - 1978)


TV-Serien aus England sind bei uns nicht so zahlreich bekannt wie ähnliche Serien aus den USA. Es gibt international erfolgreiche Serien wie "The Persuaders" ("Die Zwei"), "The Saint" ("Simon Templar"), "Space 1999" ("Mondbasis Alpha"), "The Avengers" ("Mit Schirm, Charme und Melone") oder "Dempsey and Makepeace" ("Dempsey and Makepeace") - aber das war es dann auch schon bald.

Und es gibt nur wenige Action-Serien aus England, die hierzulande einen Status erlangt haben wie US-Serien gleichen Genres. Eine davon jedenfalls ist "The Professionals", bei uns einmal sehr gut übersetzt mit dem Titel "Die Profis".



DIE SERIE
Action-Serien haben meistens ein höheres Etat als "normale" Serien, da bei der Action meistens irgendwas zu Bruch geht (oder zumindest irreparabel beschädigt wird). Um das Konzept dieser Serie also richtig umsetzen zu können, wurde jede Folge von Anfang an mit einem Budget von 115.000 Pfund ausgestattet - das war 1977 eine Menge Geld, das man den einzelnen Folgen aber auch ansieht.


Das Konzept war von Ideengeber Brian Clemens wie folgt ausgedacht: der CI 5 ist eine Spezial-Truppe, die für heikle Aufträge eingesetzt wird. Aufträge wie Sabotage, überregionale Verbrechen oder Terrorismus. Die Serie erzählt die Aufträge der beiden CI 5-Agenten Ray Doyle und William Bodie, die unter der Leitung ihres Vorgesetzen George Cowley ihrer Arbeit nachgehen.

Der CI 5 war - nebenbei bemerkt - eine fiktive Organisation, obwohl zum Höhepunkt des Erfolges der Serie manche glaubten, dies sei eine rechte Einrichtung.

Brian Clemens reichte sein Konzept bei der englischen Produktionsfirma "London Weekend Television" ein und die zeigten sich durchaus interessiert. Clemens begann dann mit seinem Partner Albert Fennell und ihrer eigenen Produktionsgesellschaft "Mark 1" im Juni 1977 mit den Arbeiten an der Serie.

Als Hauptdarsteller waren eigentlich geplant: Clive Revill als Cowley, Jon Finch als Doyle und Anthony Andrews als Bodie. Revill und Finch wurden bald gegen Gordon Jackson und Martin Shaw ausgetauscht, doch Andrews blieb zunächst. Als im Juni 1977 die Arbeiten begannen, sah man nach drei Tagen Arbeit aber bald, dass Anthony Andrews nicht in die Rolle passte und so wurde er schließlich gegen Lewis Collins ausgetauscht.

Obwohl man damals die ziemlich hohe Summe von über 100.000 Pfund für jede Folge hatte, waren die Ausgaben so hoch, das man einen straffen Zeitplan hatte, der nicht überschritten werden durfte. Die beiden Hauptdarsteller Shaw und Collins waren in fast jeder Szene der Episoden zu sehen, sie hatten damals also einen Arbeitstag, der teilweise bis an die 14 Stunden dauerte.

Da sie auch viele ihrer Stunt-Szenen selber drehten, gab es kaum Szenen, in denen sie nicht dabei waren - entweder einzeln oder zusammen. Vielleicht das eine Erklärung, warum es in jeder Staffel kaum ein Dutzend Episoden gab und die Serie trotz einer sechsjährigen Laufzeit auf lediglich 57 Episoden kam.

Die meisten Innen-Dekorationen entstanden in den Pinwood-Studios, doch waren in allen Episoden mindestens die Hälfte aller Szenen Aussenaufnahmen, wobei man hier meistens in Wembley und Umgebung aufnahm.

Bei den Themen der einzelnen Folgen gab es neben Irren, die halb London in die Luft jagen wollten und ausländischen Terroristen auch Episoden, die unbequeme Themen behandelten - wie die 13. und letzte Episode der ersten Staffel. In dieser Episode mit dem Titel "Klansmen" ("Rassenhass") geht es - wie der deutsche Titel schon sagt - um eine Gruppe ähnlich dem Ku Klux Klan, die sich mit Gewalt gegen andersfarbige Menschen wendet. In der ersten Ausstrahlung der gesamten Serie wurde diese Episode in England nie gesendet - ob sie später zu sehen war, ist mir nicht bekannt.



DIE SERIE IM AUSLAND
"Die Profis" wurde in mehr als 50 Länder verkauft und wurde ein grosser Erfolg, nicht nur in England; auch bei uns versammelte sich bald eine Anhängerschaft treuer Fans, die die Serie verfolgten. Doch dauerte es wieder einmal ziemlich lange, ehe sie bei uns anlief.


1981 erst begann das ZDF mit der Ausstrahlung von 39 Episoden und bescherte den Fans (wieder einmal!) viel Grund zum Ärgern. Denn alle Episoden waren damals um mindestens 5 Minuten gekürzt worden. Sogar der Vorspann der Folgen (kein Witz!) wurde gekürzt.

Nach dem Ende der ersten Ausstrahlung (1982) ließ das ZDF die Fans bis Dezember 1984 warten, bis man die Serie wieder zeigte. Es wurden aber lediglich die 39 Episoden gezeigt, die schon mal gesendet wurden und zwei neue Episoden. Ein gutes Beispiel dafür, wie das deutsche Fernsehen mit TV-Serien umging.

An den riesigen Summen, die die Serie einspielte, waren die Hauptdarsteller nicht so sehr beteiligt. Zur damaligen Zeit gab es noch keine Gagen von 1 Million Dollar pro Folge oder ähnliche Scherze: Gordon Jackson erhielt als erster Hauptdarsteller 3.700 Pfund, Lewis Collins bekam 2.400 Pfund und Martin Shaw´s Gage belief sich auf 2.200 Pfund - pro Episode wohlgemerkt.

Das sind im Vergleich zu heute sehr kleine Gagen, wobei man aber nicht vergessen darf, dass dies über 30 Jahre zurückliegt. In den 70er Jahren war das noch sehr viel mehr Geld als heute. Und wenn man diese Gage auf die gesamte Serie hochrechnet, dann hat Gordon Jackson mit "Die Profis" 210.000 Pfund, Lewis Collins 136.800 Pfund und Martin Shaw 125.400 Pfund verdient.

Wie sehr die Serie heute noch geschätzt wird (nicht nur bei uns), zeigt sich auch in den Wiederholungen. Nach den ersten Ausstrahlungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen begann Sat 1 im Jahre 1991 damit, ein paar Episoden zu zeigen. Seit damals läuft die Serie regelmässig in Sat 1 und auch seit 1996 auf Kabel eins, wo sie bis heute schon ein paar Mal gesendet wurde.

Nur in England durfte die Serie nach 1985 nicht mehr ausgestrahlt werden. Per Gerichtsbeschluss hatte sich Martin Shaw dies erkämpft; er wollte verhindern, dass die Ausstrahlung der Serie seine neuen Ambitionen als Darstellern gefährdete.

Er wollte nach dem Ende der Serie weg vom Image des Actionhelden und befürchtete, dass die Serie - wenn sie erneut ausgestrahlt wird - diesem Vorhaben schaden könnte. Damit hatte er sich in England gewiss eine Menge Feinde geschaffen. Erst in den 90er Jahren durfte die Serie in England wieder gezeigt werden.

Anfang der 80er war "Die Profis" auf dem Höhepunkt ihres Erfolges, die Show war bis dahin in über 50 Ländern verkauft und erreichte in England durchschnittlich 20 Millionen Zuschauer. Aber die Verträge der drei Hauptdarsteller waren gegen Ende 1982 abgelaufen und sowohl Martin Shaw als auch Lewis Collins waren nicht bereit, ihre Verträge zu verlängern.

Gerüchte waren aufgekommen (immer wieder), dass Collins und Shaw am besten dann miteinander auskamen, wenn sie sich nicht sahen. Martin Shaw versuchte auch während der Laufzeit der Serie immer wieder, aus seinem Vertrag herauszukommen. Die Serie wurde jedenfalls trotz aller Protestrufe der Fans, die auch aus Deutschland kamen, nach der 57. Folge eingestellt.


Die erste Staffel auf DVD gibt es u.a. hier.



Teil 2 der Reihe "Die Profis" folgt morgen.