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Tuesday, December 22, 2009

Ist das Leben nicht schön?


"Ist das Leben nicht schön?"

Inhalt: Der Familienvater George Bailey lebt seit eh und je in einer kleinen Stadt namens Bedford Falls. Mit seiner Frau hat er drei Kinder und betreibt eine kleine private Bank. Als wegen einer Unaufmerksamkeit seines Onkels die Bank in eine Krise gerät, wird die Situation so verzweifelt, dass er seinen ärgsten Feind, Mr. Potter, um Geld angehen muss.

Doch dieser weist ihn ab und George Bailey gerät immer mehr in die Krise. Schließlich wünscht er sich, nie geboren worden zu sein und beschliesst seinem Leben ein Ende zu setzen.

Der angehende Engel Clarence wird George zu Hilfe geschickt und kann ihn dazu bewegen, von seinem Vorhaben abzusehen, indem er sich selber in Gefahr bringt, um von George gerettet zu werden.

Als George ihm erzählt, dass es für seine Freunde und Familie besser wäre, er wäre nie geboren worden, sorgt Clarence dafür, dass genau diese Situation eintrifft. Auf dem Weg nach Hause kennt und erkennt George dann niemand mehr und er erfährt, ob es wirklich besser gewesen wäre, wäre er nie geboren worden.



USA, 1946 (schwarz/weiß)
Original-Titel: IT'S A WONDERFUL LIFE

Darsteller:
James Stewart (George Bailey)
Donna Reed (Mary Hatch Bailey)
Lionel Barrymore (Henry F.Potter)
Thomas Mitchell (Onkel Billy Bailey)
Henry Travers (Clarence)
Beulah Bondi (Mrs. Bailey)
Frank Faylen (Ernie Bishop)
Ward Bond (Bert)
Gloria Grahame (Violet Bick)

Drehbuch: Frances Goodrich & Albert Hackett und Frank Capra
außerdem Michael Wilson, der im Vorspann ungenannt blieb
Zusätzliche Drehbuch-Szenen: Jo Swerling
nach der Story "The greatest Gift" von Philip Van Doren Stern
Produzent und Regie: Frank Capra


HINTER DEN KULISSEN
Es gibt Filme, die kommen im Fernsehen immer und immer wieder und einige kommen jedes Jahr fast zur selben Zeit immer und immer wieder - und man sieht sie sich doch wieder an. Einer dieser Filme ist "It's a wonderful life" ("Ist das Leben nicht schön?", 1946).

Es ist nicht einfach, diesen Film in ein bestimmtes Genre einzuordnen. Es ist eine Mischung aus Drama, Komödie und Fantasy. In den USA startete der Film in einer Vor-Premiere am 20. Dezember 1946 und ging ab dem 7. Janaur 1947 an den Kinostart.

Der Starttermin dieses Films war sehr gut gewählt, da das Geschehen der Handlung zu Weihnachten beginnt und auch dort endet. Zwischendurch sieht man dann noch andere Szenen, die die Welt der Kleinstadt Bedford Falls so zeigen, als wäre George Bailey nie geboren worden.

In Deutschland war der Film erstmals am 25. Dezember 1962 zu sehen gewesen - aber nicht im Kino, einen Kinostart hatte das Werk hierzulande nie. Nach der Erstausstrahlung in der ARD kam der Film die nächsten Jahre öfter, bis 1974 das Copyright abgelaufen war.

Nun wurde er regelmässiger und öfter von verschiedenen Fernsehsender ausgestrahlt, da man den Film nun umsonst zeigen konnte, bis das Studio "Republic Pictures" das Copyright wieder einklagte. Dennoch ist dieser Film bei uns zumindest seit vielen Jahren in regelmässigen Abständen immer zu Weihnachten im Programm.


DER FILM
Regisseur Frank Capra wollte für die Rolle der Mary eigentlich Jean Arthur engagieren, die um die damalige Zeit sehr bekannt war und bereits zweimal mit James Stewart vor der Kamera gestanden hatte: 1938 in "You can't take it with you" ("Lebenskünstler") und 1939 in dem Erfolgsfilm "Mr. Smith goes to Washington" ("Mr. Smith geht nach Washington"), ebenfalls unter der Regie von Frank Capra.

Doch Jean Arthur (geboren am 17. Oktober 1900 in Plattsburg, New York, als Gladys Georgianna Greene) lehnte den Part ab, weil sie bereits am Broadway unter Vertrag stand. Jean Arthur zog sich in den 60er Jahren vom Filmgeschäft zurück. Sie verstarb am 19. Juni 1991 in Carmel (Kalifornien).

Auch Ginger Rogers wurde die Rolle der Mary angeboten, doch auch diese lehnte ab, so dass schließlich Donna Reed die Rolle übernahm. Die Schauspielerin (geboren am 27. Janaur 1921 in Denison, Iowa, unter dem Namen Donna Belle Mullenger) begann Anfang der 40er Jahre in ihrem Beruf zu arbeiten, schaffte aber im Kino nie den Sprung zum Star, was man eigentlich nur bedauern kann, wenn man sich ihre Leistung in Filmen wie "It's a wonderful Life" ansieht.

Bekannt wurde sie in den USA vor allem durch das Fernsehen, als sie 1958 die Rolle der Donna Stone in der TV-Serie "The Donna Reed Show" begann. Diese Rolle spielte sie in 167 Episoden bis 1966, danach zog sie sich fast ganz zurück. Nur noch sporadisch war sie vor der Kamera zu sehen gewesen, so 1974 in "Yellow-Headed Summer" oder 1979 in dem TV-Film "The best Place to be".

In den 80er Jahren wurde sie noch mal bekannt, als sie in der Saison 1984/85 die Rolle der Miss Ellie in der Endlos-Serie "Dallas" übernahm. Dies blieb ihre letzte Rolle, sie starb 13 Tage vor ihrem 65. Geburtstag, am 14. Januar 1986 in Beverly Hills an Bauchspeicheldrüsenkrebs.


Für die Kulissen der Stadt Bedford Falls ließ das Studio "RKO" auf ihrem Gelände auf der "Encino Ranch" damals eines der größten Setbauten erstellen, die es bis dato gab. Fast 2 Hektar groß war der Set, der in zwei Monaten mit Geschäften, Wohnhäusern, der Hauptstraße und Fabriken, errichtet wurde. Die Szenen, die im "Bailey Park" spielen, wurden im kalifornischen La Crescenta gedreht.

Der meiste Teil des Films wurde in Kalifornien gedreht, etwa im San Fernando Valley, in Los Angeles oder in Beverly Hills, wo an der "Beverly Hills High School" die Szene gedreht wurde, in der eine Tanzveranstaltung stattfindet. In dieser Szene öffnet sich der Boden und einige der Tanzenden fallen hinein - diese Szene war kein Trick, der Boden ließ sich tatsächlich öffnen.

Dass der Film um die Weihnachtszeit spielt, war damals für die Akteure eine Herausforderung, denn die Dreharbeiten fanden von April bis Juli 1946 statt - in einem ungewöhnlich heissen Sommer. Deshalb sieht man, wie James Stewart in manchen gefühlsbetonten Szenen der Schweiß auf der Stirn steht. Das war aber keine Anstrengung, sondern einfach die Hitze. Manchmal gab Regisseur Frank Capra der gesamten Crew einen Tag frei, damit die sich erholen konnten.

"It's a wonderful life" wurde 1947 fünfmal für den Oscar vorgeschlagen. Produzent Frank Capra wurde für den besten Film des Jahres und als bester Regisseur nominiert, ebenso James Stewart als bester Hauptdarsteller, William Hornbeck für den Schnitt und John Aalberg für den besten Ton.

Doch keiner der Nominierten gewann den Preis. Vier der gewonnen Oscars ging an William Wyler´s Drama "The best Years of our Lives" ("Die besten Jahre unseres Lebens", 1946).


JAMES STEWART
Stewart war damals bereits das, was man heute einen Superstar nennen würde. Er hatte zu dieser Zeit schon über 20 Filme gedreht - und dennoch war er 1946 bei den Dreharbeiten ein bißchen nervös.

Denn es war der erste Film, den er nach einer längeren Pause drehte. Nach dem 1941 entstandenen "Ziegfeld Girl" ("Mädchen im Rampenlicht") von Robert Z.Leonard war er während des Kriegs in die Armee gegangen und hatte diese erst mehrere Jahre später als Offizier verlassen. "It's a wonderful life" war dann 1946 wieder der erste Film, den er nach dieser Zeit drehte.

Schon zu Lebzeiten wurde James Stewart oft mit der Bezeichnung Hollywood-Legende betitelt. Ich bin immer ein bißchen vorsichtig, Menschen mit dem Begriff "Legende" zu bezeichnen, aber wenn ein Schauspieler diesen Begriff verdient hat (und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine), dann ist das James Stewart. In einer annähernd 50jährigen Karriere war er beinahe die gesamte Zeit hinweg ein Kassenmagnet, einer der beliebesten und bekanntesten Schauspieler, die Hollywood jemals zu bieten hatte - und wohl auch zu bieten haben wird.

Das "Premiere Magazine" wählte Stewart zum neuntbesten Schauspieler aller Zeiten, das "American Film Institute" wählte ihn an Nummer 3 der größten Show-Legenden und das Magazin "Entertainment Weekly" wählte ihn ebenso auf die Nummer 3 der größten Film-Stars. Als James Stewart 1985 einen Ehren-Oscar bekam, würdigte ihn das Publikum dort mit "Standing Ovations", die nahezu 10 Minuten dauerten und die Sendezeit dieser Veranstaltung ziemlich überzogen.

Fünfmal wurde er Stewart als bester Hauptdarsteller für den Oscar vorgeschlagen, 1940 für "Mr. Smith goes to Washington" ("Mr. Smith geht nach Washington", 1946), 1947 für "It´s a wonderful life", 1951 für "Harvey" ("Mein Freund Harvey", 1950) und 1960 für "Anatomy of a Murder" ("Anatomie eines Mordes", 1959). Gewonnen hat Stewart den Oscar für seine Rolle in George Cukor´s "The Philadelphia Story" ("Die Nacht vor der Hochzeit") im Jahr 1941. Den gewonnen Oscar schickte er übrigens seinem Vater nach Pennsylvania, welcher ihn in seinem Eisenwarenladen ausstellte, wo er dann für die nächsten 25 Jahre stand.

Geboren wurde der Schauspieler am 20. Mai 1908 in Indiana, im US-Bundesstaat Pennsylvania, unter dem Namen James Maitland Stewart - ein Schauspieler, der nach eigenen Angaben niemals auch nur eine Stunde Schauspielunterricht genommen hatte. Seiner Ansicht nach lernte man am besten - auch den Beruf des Darstellers - durch eigenes praktisches, nicht durch theoretisches Lernen. Und wie seine Karriere ja wohl eindeutig und eindringlich unter Beweis stellt, hatte er absolut Recht.

Ab 1936 begann Stewart bei der MGM in Filmen zu spielen und schuf sich in den folgenden Jahren die Grundlage für die Karriere, die er bereits ab den 50er Jahren als einer der größten Stars Hollywood innehatte. Ab den 60er und 70er Jahren wurden seine Kinorollen naturgemäß weniger und 1971/72 war er der Star in der Serie "The Jimmy Stewart Show" (lief bei uns im Kabelfernsehen unter dem Titel "Alle meine Lieben") und ab 1973 spielte er die Titelrolle des Anwalts Billy Jim Hawkins in der ziemlich guten TV-Serie "Hawkins" ("Hawkins").

In späteren Interviews gab der Schauspieler oft an, dass er persönlich "It´s a wonderful Life" ("Ist das Leben nicht schön?") immer als einen seiner besten ansah (das sagte nebenbei bemerkt auch Regisseur Frank Capra stets).

Am 9. August 1949 heiratete James Stewart das ehemalige aus New York stammende Model Gloria Hatrick McLean, die bei ihrer Hochzeit bereits zwei Kinder aus einer früheren Ehe hatte: Ronald und Michael (1949 fünf bzw. zwei Jahre alt), James Stewart adoptierte die beiden später. Am 7. Mai 1951 kamen dann ihrer beider gemeinsamen Kinder, die Zwillinge Judy und Kelly, zur Welt. Die Ehe mit Gloria Stewart ging nahezu 50 Jahre lang gut, bis sie am 16. Februar 1994 verstarb.

James Stewart starb drei Jahre später, im Alter von 89 Jahren am 2. Juli 1997 in Los Angeles an Atmungsschwierigkeiten, ausgelöst durch eine Embolie. Zu seiner Beerdigung kamen mehr als 3.000 Menschen.

Der Original-Trailer zum Film:


FAZIT
Einer der seltenen Filme, die man sich immer wieder ansieht - egal, wie oft man ihn schon gesehen hat.


Auf DVD kann man diesen Klassiker u.a. hier bestellen.

Tuesday, June 9, 2009

Das war der Wilde Westen

"Das war der Wilde Westen"

Inhalt: Der Film erzählt die Geschichte der Besiedelung des amerikanischen Westens und zieht den Inhalt über 50 Jahre hinweg in einzelnen Episoden.

Die einzelnen Episoden erzählen Geschichten von 1830 (die erste Besiedelung des Westens), von 1850 (die Ankunft der nächsten Planwagen), 1860 (der Bürgerkrieg) über den Bau der Eisenbahn bis hin zu den ersten Reitern des Pony-Express, die die Post über weite und gefahrvolle Strecken beförderten.

USA, 1961, 62
Original-Titel: HOW THE WEST WAS WON

Darsteller:
Carroll Baker (Eve Prescott Rawlings)
Lee J. Cobb (Marshal Lou Ramsey)
Henry Fonda (Jethro Stuart)
Carolyn Jones (Julie Rawlings)
Karl Malden (Prescott)
Gregory Peck (Cleve Van Valen)
George Peppard (Zeb Rawlings)
Robert Preston (Roger Morgan)
Debbie Reynolds (Lily Prescott)
James Stewart (Linus Rawlings)
Eli Wallach (Charlie Gant)
John Wayne (General Sherman)
Richard Widmark (Mike King)

Drehbuch: James R. Webb
Drehbuch: John Gay (im Vorspann ungenannt)
angeregt durch die Artikel-Serie "How the West was won" im "Life" Magazine
Produzent: Bernard Smith
Regie:
John Ford (Episode "The Civil War")
Henry Hathaway (Episoden "The Rivers", "The Plains", "The Outlaws")
George Marshall (Episode "The Railroad")
Richard Thorpe (Regie der historischen Szenen zwischen den Episoden) (im Vorspann ungenannt)

HINTER DEN KULISSEN

Mit diesem Film ging die MGM damals ein ziemliches Wagnis ein. Das Budget dieser überlangen Produktion belief sich auf geschätzte 15 Millionen Dollar - für die damalige Zeit eine utopisch hohe Summe.

Zusammen mit der "Cinerama Productions Corp" setzte MGM hier aber durchweg auf gewaltige Ausmasse in allen Bereichen. Nicht nur die Ausstattung war aufwendig, auch die Hauptdarsteller bestanden aus Stars, die zu dieser Zeit die Spitze der Darsteller waren.

Es waren hier nicht nur mit John Wayne und James Stewart die vielleicht erfolgreichsten Darsteller der 50er und 60er Jahre dabei, sondern auch Richard Widmark, Henry Fonda, Karl Malden, Gregory Peck, Lee J. Cobb und Carroll Baker und Debbie Reynolds - alles was Rang und Namen hatte.

Der Aufwand sollte sich aber lohnen. der Film gilt trotz seiner zweieinhalbstündigen Laufzeit zu einem echten Vorzeige-Western. Vor und hinter der Kamera erhielt die Mannschaft fast nur Lob, künsterlisch und auch finanziell.

Bis Anfang 1970 hatte der Film weltweit über 50 Millionen Dollar eingespielt.


Achtmal wurde "Das war der Wilde Westen" 1964 für den Oscar vorgeschlagen - dreimal gewann er ihn: James R. Webb bekam den Preis für das beste Drehbuch, Franklin Milton für den besten Ton und für den besten Schnitt konnte Harold F. Kress den begehrten Oscar entgegen nehmen.
Erfolglos waren die Nominierungen in den Kategorien bester Film, Kamera, Ausstattung, Kostüme und Musik.


Es ist selten, aber es gibt ihn: "Das war der Wilde Westen"
auf DVD zum Beispiel über diesen Link.

Tuesday, March 31, 2009

Der Flug des Phönix


"Der Flug des Phönix"

Inhalt: Auf dem Rückflug von einem Ölfeld fliegt der erfahrene und routinierte Pilot Frank Towns mit Frachtgut und einem guten Dutzend Passagiere durch die Sahara, als die Maschine in einen Sandsturm gerät und fern ab vom üblichen Kurs abstürzt.

Nach der Landung, bei der auch einige der Passagiere ums Leben kommen, macht man Bestandsaufnahme. Wasser und Proviant reicht nicht sehr lange, Funksprüche werden auf diese Entfernung kaum wahrgenommen und die Hoffnung, dass man sie aus der Luft findet, wird zunichte gemacht, da man weit ab vom Kurs war.

Der deutsche Ingenieur Heinrich Dorfmann äußert schließlich die Idee, das man aus den Trümmer der Maschine eine neue, kleinere bauen und damit wegfliegen kann.


Towns hält das Ganze aber für Unsinn und weigert sich, erst nach einigem Nachdenken und Zureden seines Co-Piloten Lew Moran macht man sich an die Arbeit, doch die Probleme von außen und zwischen den Überlebenden sind noch lange nicht bereinigt.


USA, 1965
Original-Titel: THE FLIGHT OF THE PHOENIX

Darsteller:
James Stewart (Captain Frank Towns)
Richard Attenborough (Lew Moran)
Peter Finch (Captain Harris)
Hardy Krüger (Heinrich Dorfmann)
Ian Bannen (Crow)
Ronald Fraser (Sergeant Watson)
Christian Marquand (Dr. Renaud)
Dan Duryea (Standish)
George Kennedy (Mike Bellamy)
Gabriele Tinti (Gabriel)
Alex Montoya (Carlos)

Drehbuch: Lukas Heller
nach dem gleichnamigen Roman von Elleston Trevor (Pseudonym für Trevor Dudley Smith)
Produzent und Regie: Robert Aldrich

HINTER DEN KULISSEN

Es gibt heute unzählige Filme, die als Klassiker bezeichnet werden, manche haben es redlich verdient, andere nicht, Robert Aldrich´s "The Flight of the Phoenix" ("Der Flug des Phönix", 1965) aber hat es mehr als nur verdient.

Obwohl der Film mit über 140 Minuten Überlänge hat, merkt man diese kaum, da einen die Umsetzung der Geschichte sofort in seinen Bann zieht. Die Story selber ist nicht allzu umwerfend und bestimmt auch nicht gerade sehr originell, doch sie reicht dank der guten Besetzung aus, um die Überlänge des Films zu füllen.

Die Art und Weise, wie Aldrich´s Team hinter der Kamera und die Darsteller die Situationen spielen, die zunächst aussichtslos erscheint, ist grandios. Von den meisten Kritikern wurde das auch so gesehen.

"The Flight of the Phoenix" wurde 1966 zweimal für den Oscar nominiert, gewann aber in beiden Fällen nicht: Ian Bannen wurde als bester Nebendarsteller vorgeschlagen, verlor aber gegen Martin Balsam, der den Preis für "A Thousand Clowns" ("Tausend Clowns", 1965) bekam. Und für den besten Schnitt nominierte man Michael Luciano, der gegenüber William Reynolds den Kürzeren zog, der den Oscar für "The Sound of Music" ("Meine Lieder - meine Träume", 1965) von Robert Wise bekam.

Die Dreharbeiten wurden von einer Tragödie überschattet: der damals in den USA sehr bekannte Stunt-Flieger Paul Mantz kam während der Aufnahmen am 8. Juli 1965 im Buttercup Valley in Kalifornien ums Leben. Mantz war schon als Kind vom Fliegen begeistert gewesen und begann in der Armee seine Laufbahn hinter dem Steuerknüppel. Nach einem Streit mit einem Vorgesetzen verließ er die Armee jedoch; ein Verlust war das aber für ihn nicht so richtig, denn dadurch kam er 1930 auf die Idee, seine Talente für den Film zu nutzen; er wurde Stuntman für Flugszenen im Film.

Später gründete er die "United Air Services, Ltd.", eine Firma, die Flugzeuge und Piloten nicht nur an Filmstudios vermietete. Nebenbei gründete er eine Flugschule und war Berater der Pilotin Amelia Earhart. Während des Zweiten Weltkriegs war als Pilot für die USA unterwegs und lieferte auch eine Menge Filmmaterial für spätere Dokumentationen. Neben seiner Arbeit als Stuntflieger, die er weiterhin betrieb, entwickelte er eine Reihe von Produkten, die speziell die Luftaufnahmen aus Flugzeugen heraus erleichtern sollten.

In fast 40 Filmen war Paul Mantz als Stuntman in Flugzeugen aktiv gewesen, der am 2. August 1903 im kalifornischen Alameda als Albert Paul Mantz geborene Pilot war zweimal verheiratet. Im Alter von gerade mal 61 Jahren starb Mantz dann im Juli 1965 bei einem Unfall.

2004 wurde in den USA ein Remake unter demselben Titel "The Flight of the Phoenix" von John Moore gedreht. Die Rolle der 1965 von James Stewart verkörperten Figur Frank Towns wurde nun von Dennis Quaid gespielt. Neu in der Handlung des Films ist im Remake die Einführung einer weiblichen Figur, der von Miranda Otto gespielten Kelly.


AUTOR TREVOR DUDLEY SMITH

Der gleichnamige Roman, auf dem der Film basiert, stammt von dem englischen Schriftsteller Trevor Dudley Smith, geboren am 17. Februar 1920 in Bromley, in Kent. Er veröffentlichte das (übrigens sehr empfehlenswerte) Buch "The flight of the Phoenix" unter dem Pseudonym Elleston Trevor.


Smith verließ die Schule mit 18 Jahren und begann als Rennfahrer, bevor der Weltkrieg ausbrach und er zur Royal Air Force als Mechaniker ging. Den Namen Elleston Trevor machte er später zu seinem gesetzlich regulären Namen; seine Bücher aber erschienen unter mehreren Pseudonymen wie Trevor Burgess, Lesley Stone, Mansell Black, T.Dudley-Smith, Simon Rattray, Adam Hall, Howard North, Roger Fitzalan, Caesar Smith oder Warwick Scott.

Aus seiner 1947 geschlossenen Ehe mit Jonquil Burgess hatte er einen Sohn, Jean-Pierre Trevor, der später als Hintergrund Maler in Filmen arbeitete. In seinen letzten Jahren erkrankte er an Krebs. Er schaffte es noch, sein letztes Buch per Diktat zu beenden, drei Tage später verstarb er an dieser Krankheit im Alter von 75 Jahren am 21. Juli 1995 in Cave Creek, in Arizona.


Hier ein Link zur Bestellung des Originals auf DVD.

Wednesday, March 4, 2009

Der Mann, der Liberty Valance erschoss


"Der Mann, der Liberty Valance erschoss"

Inhalt: Senator Stoddard kommt mit seiner Frau Hallie in der Kleinstadt Shinbone an, in der er vor Jahren lebte. Die beiden sind zur Beerdigung ihres gemeinsamen Freundes Tom Doniphon gekommen.

Die Ankunft des Politikers hat die örtliche Presse aufgescheucht, die nun einen Reporter zum Seantor schickt, um den Grund zu erfahren, warum er zur Beerdigung eines Mannes gekommen ist, den er anscheinend schon Jahre nicht mehr gesehen hat.


Zunächst will Stoddard den Reporter wegschicken, doch er überlegt es sich anders und erzählt ihm, was in Shinbone geschehen ist und wie er zum Mann wurde, der den Verbrecher Liberty Valance erschoss.


USA, 1961, 62
schwarz/weiß
Original-Titel: THE MAN WHO SHOT LIBERTY VALANCE

Darsteller:
John Wayne (Tom Doniphon)
James Stewart (Ransom Stoddard)
Vera Miles (Hallie Stoddard)
Lee Marvin (Liberty Valance)
Edmond O'Brien (Dutton Peabody)
Andy Devine (Marshal Link Appleyard)
Ken Murray (Doc Willoughby)
John Carradine (Cassius Starbuckle)
Jeanette Nolan (Nora Ericson)
John Qualen (Peter Ericson)

Drehbuch: James Warner Bellah und Willis Goldbeck
nach einer Kurzgeschichte von Dorothy M. Johnson
Produzent: Willis Goldbeck
Produzent: John Ford (im Vorspann ungenannt)
Regie: John Ford


HINTER DEN KULISSEN
"The Man Who Shot Liberty Valance" wird auch heute noch (neben "High Noon") von vielen Western-Fans als einer der besten Filme dieses Genres überhaupt bezeichnet. Regisseur John Ford versammelte für dieses Werk eine ungewöhnliche Anzahl von Stars vor seinen Kameras: James Stewart als Rechtsanwalt Random Stoddard, John Wayne als Tom Doniphon, Vera Miles als Hallie Stoddard und Lee Marvin als Obergangster Liberty Valance; sowie Edmond O´Brien, Andy Devine oder Ken Murray.


Der Grund warum der Film in schwarzweiß gedreht wurde (für die 60er Jahre ungewöhnlich), war erstmals das Budget, das mit 3 Millionen Dollar nicht hoch genug war, um - wie John Ford es wollte - im berühmten "Monument Valley" drehen zu können. Ein weiterer Grund war der Umstand, dass Wayne und Stewart am Anfang Figuren spielten, die 30 Jahre jünger sind als die, die sie gegen Ende des Films sind.

Beide waren um die 50 Jahre als, als sie diesen Film drehten und spielten zu Anfang Menschen, die vielleicht die 20 gerade überschritten hatten. Wäre der Film in Farbe gedreht worden, wäre es besser zu erkennen gewesen, dass sie eben unmöglich so jung sein könnten und hätte dem Film damit eine Menge an Realismus geraubt.


DIE STARS
John Ford hatte mit John Wayne und James Stewart zwei der erfolgreichsten und berühmtesten Darsteller Hollywoods gemeinsam vor der Kamera. Die beiden spielte auch später nie mehr in dieser Intensität zusammen. Stewart gab 1976 einen Cameo-Auftritt als Arzt in dem Film "The Shootist" ("Der Scharfschütze"), in dem John Wayne zum letztenmal auf der Leinwand erschien.


Der Western-Star, der am 26. Mai 1907 als Marion Robert Morrison geboren wurde, starb am 11. Juni 1979 an Lungen- und Magenkrebs.

James Stewart war einer der grössten Hollywood-Stars, die es jemals gab. Geboren wurde der Schauspieler am 20. Mai 1908 in Indiana, im US-Bundesstaat Pennsylvania, unter dem Namen James Maitland Stewart - ein Schauspieler, der nach eigenen Angaben niemals auch nur eine Stunde Schauspielunterricht genommen hatte. Seiner Ansicht nach lernte man am besten durch eigene Beobachtungne, durch praktisches, nicht durch theoretisches Lernen. Und wie seine Karriere ja wohl eindeutig und eindringlich unter Beweis stellt, hatte er absolut Recht.

Ab 1936 begann Stewart bei der "MGM" in Filmen zu spielen und schuf sich in den folgenden Jahren die Grundlage für die Karriere, die er bereits ab den 50er Jahren als einer der größten Stars Hollywood innehatte. Ab den 60er und 70er Jahren wurden seine Kinorollen naturgemäß weniger und 1971/72 war er der Star der Serie "The Jimmy Stewart Show" (lief bei uns im Kabelfernsehen unter dem Titel "Alle meine Lieben") und ab 1973 spielte er die Titelrolle des Anwalts Billy Jim Hawkins in der ziemlich guten TV-Serie "Hawkins" ("Hawkins"). In späteren Interviews gab der Schauspieler oft an, dass er persönlich seinen FIlm "It´s a wonderful Life" ("Ist das Leben nicht schön?") als einen seiner besten ansah.

James Stewart starb drei Jahre nach dem Tod seiner Ehefrau Gloria im Alter von 89 Jahren am 2. Juli 1997 in Los Angeles an Atmungsschwierigkeiten, ausgelöst durch eine Embolie. Zu seiner Beerdigung kamen mehr als 3.000 Menschen.


ABSCHLIESSEND
"The Man Who Shot Liberty Valance" ist ein erstklassiger Western, der so gänzlich ausserhalb der üblichen Western-Klischees abläuft. Er ist dennoch (oder deswegen?) spannend, interessant und unterhaltsam.


Das Finale hier zu erzählen, wäre ungerecht denen gegenüber, die den Film noch nicht kennen, denn ihnen würde ein überraschender Schluß entgehen. Der damals bekannte Western-Autor James Warner Bellah schrieb ein überragendes Drehbuch, dass von John Ford´s Mannschaft und den Darstellern ausgezeichnet, glaubhaft und auch spannend umgesetzt wurde.

Bellah schrieb nicht nur Drehbücher, nach seinen Erzählungen entstanden beispielsweise die Western "Fort Apache" ("Bis zum letzten Mann", 1948) oder "She Wore a Yellow Ribbon" ("Der Teufelshauptmann", 1949), beide mit John Wayne in der Hauptrolle und beide von John Ford inszeniert.

Ein Western, den sich auch viele Menschen ansehen, die mit dem Western-Genre sonst nicht allzuviel anfangen können.

Mittlerweile gibt es diesen Western-Klassiker auf DVD, so auch hier.

Sunday, January 18, 2009

Der Flug des Phönix


"Der Flug des Phönix"

Inhalt: Auf dem Rückflug von einem Ölfeld fliegt der erfahrene und routinierte Pilot Frank Towns mit Frachtgut und einem guten Dutzend Passagiere durch die Sahara, als die Maschine in einen Sandsturm gerät und fern ab vom üblichen Kurs abstürzt.

Nach der Landung, bei der auch einige der Passagiere ums Leben kommen, macht man Bestandsaufnahme. Wasser und Proviant reicht nicht sehr lange, Funksprüche werden auf diese Entfernung kaum wahrgenommen und die Hoffnung, dass man sie aus der Luft findet, wird zunichte gemacht, da man weit ab vom Kurs war.

Der deutsche Ingenieur Heinrich Dorfmann äußert schließlich die Idee, das man aus den Trümmer der Maschine eine neue, kleinere bauen und damit wegfliegen kann.

Towns hält das Ganze aber für Unsinn und weigert sich, erst nach einigem Nachdenken und Zureden seines Co-Piloten Lew Moran macht man sich an die Arbeit, doch die Probleme von außen und zwischen den Überlebenden sind noch lange nicht bereinigt.

USA, 1965
Original-Titel: THE FLIGHT OF THE PHOENIX

Darsteller:
James Stewart (Captain Frank Towns)
Richard Attenborough (Lew Moran)
Peter Finch (Captain Harris)
Hardy Krüger (Heinrich Dorfmann)
Ernest Borgnine (Trucker Cobb)
Ian Bannen (Crow)
Ronald Fraser (Sergeant Watson)
Christian Marquand (Dr. Renaud)
Dan Duryea (Standish)
George Kennedy (Mike Bellamy)
Gabriele Tinti (Gabriel)
Alex Montoya (Carlos)

Drehbuch: Lukas Heller
nach dem gleichnamigen Roman von Elleston Trevor (Pseudonym für Trevor Dudley Smith)
Produzent und Regie: Robert Aldrich


HINTER DEN KULISSEN
Es gibt heute unzählige Filme, die als Klassiker bezeichnet werden, manche haben es redlich verdient, andere nicht, Robert Aldrich´s "The Flight of the Phoenix" ("Der Flug des Phönix", 1965) aber hat es mehr als nur verdient.

Obwohl der Film mit über 140 Minuten Überlänge hat, merkt man diese kaum, da einen die Umsetzung der Geschichte sofort in seinen Bann zieht. Die Story selber ist nicht allzu umwerfend und bestimmt auch nicht gerade sehr originell, doch sie reicht dank der guten Besetzung aus, um die Überlänge des Films zu füllen.

Die Art und Weise, wie Aldrich´s Team hinter der Kamera und die Darsteller die Situationen spielen, die zunächst aussichtslos erscheint, ist grandios. Von den meisten Kritikern wurde das auch so gesehen.

"The Flight of the Phoenix" wurde 1966 zweimal für den Oscar nominiert, gewann aber in beiden Fällen nicht: Ian Bannen wurde als bester Nebendarsteller vorgeschlagen, verlor aber gegen Martin Balsam, der den Preis für "A thousand Clowns" ("Tausend Clowns", 1965) bekam. Und für den besten Schnitt nominierte man Michael Luciano, der gegenüber William Reynolds den Kürzeren zog, der den Oscar für "The Sound of Music" ("Meine Lieder - meine Träume", 1965) von Robert Wise bekam.


Die Dreharbeiten wurden von einer Tragödie überschattet: der damals in den USA sehr bekannte Stunt-Flieger Paul Mantz kam während der Aufnahmen am 8. Juli 1965 im Buttercup Valley in Kalifornien ums Leben. Mantz war schon als Kind vom Fliegen begeistert gewesen und begann in der Armee seine Laufbahn hinter dem Steuerknüppel.

Nach einem Streit mit einem Vorgesetzen verließ er die Armee jedoch; ein Verlust war das aber für ihn nicht so richtig, denn dadurch kam er 1930 auf die Idee, seine Talente für den Film zu nutzen; er wurde Stuntman für Flugszenen im Film.

Später gründete er die “United Air Services, Ltd.”, eine Firma, die Flugzeuge und Piloten nicht nur an Filmstudios vermietete. Nebenbei gründete er eine Flugschule und war Berater der Pilotin Amelia Earhart. Während des Zweiten Weltkriegs war als Pilot für die USA unterwegs und lieferte auch eine Menge Filmmaterial für spätere Dokumentationen. Neben seiner Arbeit als Stuntflieger, die er weiterhin betrieb, entwickelte er eine Reihe von Produkten, die speziell die Luftaufnahmen aus Flugzeugen heraus erleichtern sollten.

In fast 40 Filmen war Paul Mantz als Stuntman in Flugzeugen aktiv gewesen, der am 2. August 1903 im kalifornischen Alameda als Albert Paul Mantz geborene Pilot war zweimal verheiratet. Im Alter von gerade mal 61 Jahren starb Mantz dann im Juli 1965 bei einem Unfall.


2004 wurde in den USA ein Remake unter demselben Titel "The Flight of the Phoenix" von John Moore gedreht. Die Rolle der 1965 von James Stewart verkörperten Figur Frank Towns wurde nun von Dennis Quaid gespielt. Neu in der Handlung des Films ist im Remake die Einführung einer weiblichen Figur, der von Miranda Otto gespielten Kelly.



AUTOR TREVOR DUDLEY SMITH
Der gleichnamige Roman, auf dem der Film basiert, stammt von dem englischen Schriftsteller Trevor Dudley Smith, geboren am 17. Februar 1920 in Bromley, in Kent. Er veröffentlichte das (übrigens sehr empfehlenswerte) Buch "The Flight of the Phoenix" unter dem Pseudonym Elleston Trevor.

Smith verließ die Schule mit 18 Jahren und begann als Rennfahrer, bevor der Weltkrieg ausbrach und er zur Royal Air Force als Mechaniker ging. Den Namen Elleston Trevor machte er später zu seinem gesetzlich regulären Namen; seine Bücher aber erschienen unter mehreren Pseudonymen wie Trevor Burgess, Lesley Stone, Mansell Black, T.Dudley-Smith, Simon Rattray, Adam Hall, Howard North, Roger Fitzalan, Caesar Smith oder Warwick Scott.

Aus seiner 1947 geschlossenen Ehe mit Jonquil Burgess hatte er einen Sohn, Jean-Pierre Trevor, der später als Hintergrund Maler in Filmen arbeitete. In seinen letzten Jahren erkrankte er an Krebs. Er schaffte es noch, sein letztes Buch per Diktat zu beenden, drei Tage später verstarb er an dieser Krankheit im Alter von 75 Jahren am 21. Juli 1995 in Cave Creek, in Arizona.

Tuesday, December 9, 2008

Cocktail für eine Leiche


”Cocktail für eine Leiche”

Inhalt: Die Studenten Brandon Shaw und Phillip Morgan geben eine Cocktail-Party, zu der sie unterschiedliche Menschen eingeladen haben. Vor der Party haben sie allerdings ihren Freund David umgebracht, um zu zeigen, dass sie es können und auch um den perfekten Mord zu begehen.

Sie verstecken David's Leiche in einer großen Truhe, die sie in dem Zimmer stehen lassen, in dem später die Gäste der Party versammelt sein sollen. Um ihre Tat mit Ironie zu "krönen", laden sie außerdem Janet Walker, die jetztige Freundin des Toten dazu ein.

Die ersten Gäste treffen zur Party ein und es läuft für Shaw und Morgan zunächst alles einwandfrei, bis erste dumme Mißgeschicke passieren. Als ihr ehemaliger Lehrer Rupert Cadell eingetroffen ist, entsteht zwischen den drei eine angeregte Unterhaltung darüber, dass einige Menschen das Privileg haben sollten, andere umbringen zu können, weil manche Menschen eben für die Überpriviligierten entbehrlich sind.

Rupert Cadell schöpft irgendwann Verdacht und wundert sich mehr als die anderen über David's Ausbleiben, der ebenfalls zur Party eingeladen war. Als die Gäste sich verabschieden, kommt Cadell unter einem Vorwand zu den beiden Studenten zurück und will sie zur Rede stellen.....

USA, 1948
Original-Titel: ROPE

Darsteller:
James Stewart (Rupert Cadell)
John Dall (Brandon Shaw)
Farley Granger (Phillip Morgan)
Cedric Hardwicke (Mr. Kentley)
Constance Colier (Mrs. Atwater)
Douglas Dick (Kenneth Lawrence)
Edith Evanson (Mrs. Wilson)
Dick Hogan (David Kentley)
Joan Chandler (Janet Walker)

Drehbuch: Arthur Laurents, Ben Hecht (Ben Hecht blieb im Vorspann ungenannt)
nach dem Theaterstück "Rope's End" von Patrick Hamilton
Adaption: Hume Cronyn
Produzenten: Alfred Hitchcock, Sidney Bernstein (beide im Vorspann ungenannt)
Regie: Alfred Hitchcock


HINTER DEN KULISSEN

"Rope" ist ein Kriminalfilm der anderen Art. Er unterscheidet sich von vielen dadurch, dass die Handlung eigentlich nur in einer einzigen "Wohnung" stattfindet. Haupthandlungsort ist das Wohnzimmer der beiden Studenten, in dem die "Leiche" liegt, was der Zuschauer weiß, die übrigen Protagonisten aber nicht.

In diesem Film (aber nur in diesem!), der Hitchcock's erster Farbfilm war, wollte er von Anfang an mit so wenig Schnitten auskommen wie es eben ging. Da damals eine einzige Einstellung aufgrund von Kamerabeschränkungen aber nur 10 Minuten lang sein konnte (länger waren die Filmrollen damals nicht), musste er Schnitte anbringen.

Die aber tarnte er mit geschickt angebrachten Kamerafahrten und -einstellungen, so dass man schon genau hinsehen muss, um die Schnitte zu erkennen. Diese Methode verlangte aber von den Darstellern damals einiges an Können, denn sie mussten ihre Dialoge für die nächsten 10 Minuten komplett in einem durch aufsagen und hatten keine Zeit für weitere Einstellungen, da ansonsten wieder alles von vorne (innerhalb dieser 10 Minuten) hätte beginnen müssen.



"COCKTAIL FÜR EINE LEICHE"

Der Film ging in den USA am 28. August 1948 an den Kinostart, bei uns war er erst ab dem 25. Juli 1963 in den Kinos zu sehen. Und da lief er dann unter dem "glorreichen" Titel "Cocktail für eine Leiche".

Dieser Titel hat nichts - wirklich gar nichts mit dem Original-Titel zu tun, er ergibt nicht mal einen inhaltlichen oder logischen Sinn, er ist einfach nur albern. Der Original-Titel ist "Rope", das heißt übersetzt Leine, Strick, Tau oder Seil. Es hat weder etwas mit einem Cocktail, noch mit einer Leiche zu tun.



DIE VORLAGE

Der Film basiert auf dem Theaterstück "Rope's End" von Patrick Hamilton (geboren am 17. März 1904 im englischen Hassocks, in Sussex). Das Stück wurde in London unter dem Titel "Rope" uraufgeführt und erst als es in den USA aufgeführt wurde, änderte Hamilton den Titel in "Rope's End".

Die Uraufführung in New York fand am 19. September 1929 statt, damals spielten Sebastian Shaw die Rolle von Wyndham Brandon, sowie Ivan Brandt als sein Wohnungsgenosse Charles Granillo. Den Part des Rupert Cadell übernahm Ernest Milton. Das Stück wurde genau 100mal aufgeführt, bis sich am 14. Dezember 1929 der Vorhang ein letztes Mal senkte.

Streng genommen ist Hitchcock's "Rope" auch nur ein Remake, denn der Stoff wurde bereits einmal verfilmt. Am 8. März 1939 lief im englischen Fernsehen der TV-Film "Rope", in dem Ernest Milton seine Rolle aus den US-Theaterstücken als Rupert Cadell wieder aufnahm. Weitere Darsteller waren Oliver Burt als Wyndham Brandon, Basil Langton als Charles Granillo, sowie Stuart Latham, Dennis Price oder Sandra Storme. Regie bei diesem Film führte damals Dallas Bower.


Man nahm damals und auch heute noch an, dass Patrick Hamilton (er starb am 23. September 1962 im englischen Sheringham, in Norfolk) bei seinem Stück durch den realen Mord an Bobby Franks die Idee für sein Stück hatte - etwas was Hamilton zeitlebens von sich wies, doch sind die Übereinstimmungen ein bißchen zu viel, um Zufall zu sein.

1924 hatten die beiden Studenten Nathan Leopold, jr. und Richard Loeb den damals 14jährigen Bobby Franks entführt und ermordet. Nach dem Mord hatten sie der Familie des Opfers noch Lösegeldforderungen zukommen lassen, doch beide wurden bald erwischt.

Sie gaben zu, dass das einzige Motiv für diese Tat nur der Nervenkitzel war und das Gefühl zu bekommen, als Priviligierte den perfekten Mord an einem niederen Menschen begangen zu haben. Beide hatten reiche Familien, die ihnen das Luxuxleben in Chicago ermöglichten und beide galten als überdurchschnittlich intelligent.

Nach einem aufsehenerregenden Verfahren wurden Nathan Leopold jr. (geboren am 19. November 1904) und Richard Loeb (geboren am 11. Juni 1905) zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Nur ihre noch nicht erlangte Volljährigkeit rettete sie wahrscheinlich damals vor einem Todesurteil.

Loeb wurde am 28. Januar 1936 im Gefängnis von einem Mithäftling ermordet und Leopold starb am 29. August 1971 an einer Herzattacke. Er war 1958 auf Bewährung entlassen worden.


JAMES STEWART UND ALFRED HITCHCOCK

"Rope" war die erste Zusammenarbeit von Alfred Hitchcock mit James Stewart, der damals schon das war, was man heute einen Mega- oder Super-Star nennen würde. Viele Fans der beiden sehen "Rope" nicht unbedingt als einen ihrer besten Filme an.

Das aber liegt im Sinne des Betrachters, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Die weiteren Filme, die beide gemeinsam drehten, waren "Rear Window" ("Das Fenster zum Hof", 1954), "The Man who knew too much" ("Der Mann, der zuviel wußte", 1956) und "Vertigo" ("Vertigo", 1958).

Für mich persönlich ist "Rope" auf jeden Fall besser als zum Beispiel "The Man who knew too much", da mir dieser allgemein nicht sehr gut gefiel, weiler zu lang und stellenweise zu langatmig ist. Es dauert zu lange, bis die Geschichte in Fahrt kommt - aber das ist nur meine persönliche Meinung.