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Wednesday, October 7, 2009

TV Tipp: Das Ding aus einer anderen Welt

"Das Ding aus einer anderen Welt"

Inhalt: Antartkis, im Winter 1982: eine Gruppe von 12 Forschern ist schon eine geraume Zeit in völliger Einsamkeit dort, um wissenschaftliche Untersuchen und Forschungen anzustellen.

Eines Tages fliegt ein Hubschrauber in ihr Lager, der offensichtlich einen flüchtenden Hund mit Handgranaten und Gewehren jagt. Als der Hubschrauber gelandet ist, gerät dem Piloten eine Handgranate außer Kontrolle und explodiert im Hubschrauber. Die Männer müssen den Norweger erschießen, der wie wild auf den Hund ballert und dadruch auch einen der Forscher verletzt.

Die Wissenschaftler fliegen daraufhin zum Lager der Norweger, wo sie ein einziges Chaos entdecken, aber keinen Lebenden mehr. Die mitgenommenen Unterlagen unterrrichten sie insofern, das die Norweger irgendetwas aus dem Eis freigelegt haben, was seit tausenden von Jahren dort lag.

Was dort auch im Eis lag, hat die norwegische Station und die Forscher umgebracht und nun ist es bei den US-Forschern. Irgendwann in der Nacht beginnt der norwegische Hund sich auf gefährliche Weise zu verändern.

USA, 1981, 82
Original-Titel: THE THING

Besetzung:
Kurt Russell (R. J. MacReady)
A. Wilford Brimley (Blair)
T. K. Carter (Nauls)
David Clennon (Palmer)
Keith David (Childs)
Richard Dysart (Dr.Copper)
Charles Hallahan (Norris)
Peter Malony (Bennings)
Richard Masur (Clark)
Donald Moffat (Captain Garry)
Joel Polis (Fuchs)
Thomas Waites (Windows)

Drehbuch: Bill Lancaster
nach der Kurzgeschichte "Who goes there?" (1938) von John W.Campbell, Jr.
veröffentlich unter dem Pseudonym Don A.Stuart
Produzenten: David Foster, Lawrence Turman
Regie: John Carpenter


HINTER DEN KULISSEN
1938 erschien eine Kurzgeschichte mit dem Titel "Who goes there?" von dem späteren Herausgeber des "Astounding"-Magazins Don A.Stuart (einem Pseudonym von John W.Campbell, Jr.). In dieser Geschichte ging es um einen Außerirdischen, der die Menschen in einer Forschungsstation im Ewigen Eis angreift, inderm er jede weitere fremde Lebensform in sich aufnimmt.

Das war damals schon nichts Ungewöhnliches mehr; solche und ähnliche Geschichten hatte es schon in Filmen, Büchern oder Comics gegeben. Größere Aufmerksamkeit erregte diese Geschichte erst, als sie 1951 (schwarzweiß) fürs Kino verfilmt wurde.

Regisseur Howard Hawks sicherte sich die Rechte an der Story und brachte sie mit der "RKO Radio Pictures" und seiner eigenen Produktionsgesellschaft "Winchester Productions" unter dem Titel "The Thing (From another World)" ("Das Ding aus einer anderen Welt") auf die Leinwand, übrigens sein einziger Ausflug in das Science-Fiction-Genre.


JOHN CARPENTER'S FILM (UND REMAKE)
1982 wagte sich John Carpenter, ein erklärter Fan von Howard Hawks' Arbeiten, an ein Remake des Stoffes. Wobei in diesem Fall das Wort Remake nicht ganz stimmt, denn Carpenter hielt sich enger an die Vorlage. Bei ihm war das Wesen (wie in der Erzählung) in der Lage, jede mögliche Gestalt anzunehmen, was in Hawk's Produktion noch nicht möglich war, da die technischen Möglichkeiten dazu einfach fehlten.

In Carpenter's Film wurde diese Eigenschaft des Wesens auf der Leinwand in aller Deutlichkeit gezeigt. Ein Umstand, der ihm später viele bösen Stimmen einbringen sollte, teils einfach auch zu Recht. Denn so gut diese Effekte von der Machart her sind, sie gehen selbst heute etwas zu weit. Und für das Jahr 1982 war es schon sehr heftig, was die Zuschauer da zu sehen bekamen.


CARPENTER'S VERSION
Nun war ja Carpenter´s Plan, kein genaues Remake von Hawks´ Original zu drehen, sondern eine Neuverfilmung, die sich enger an die Vorlage hält. Die Mannschaft in der Forschungsstation wurde schon mal um die Hälfte verkleinert und es spielt keine einzige Frau mehr mit.

Die Verwandlungsszenen stammen allesamt aus der Ideenschmiede des Autors, der sich vorher vage mit den Spezial-Effekt-Leuten zusammengesetzt hatte. Als endlich alle Drehbuchseiten fertig waren und das Budget auf 15 Millionen Dollar festgesetzt war begann die Suche nach Drehorten.

Für die Effekt- und Verwandlungsszenen sollte ursprünglich Rick Baker engagiert werden, aber der steckte um diese Zeit noch über beide Ohren in der Arbeit für den John-Landis-Horrofilm "An American Werewolf in London" ("American Werewolf"), für die er auch mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Rob Bottin, der bei Carpenter´s "The Fog" schon mitgearbeitete hatte, wurde nun engagiert.

Alle Spezial-Effekt-Sequenzen wurden von Carpenter im Studio gedreht, was ungewöhnlich ist - viele andere Regisseure überlassen diese Arbeit den Spezial-Effekt-Leuten. Es ist nun einmal nicht jedermanns Sache, für eine 10 Sekunden lange Szene zwei Tage im Studio zu verbringen.


Bei allem Aufwand und Anstrengungen hatte der Film Mühe, seine Herstellungskosten von ca. 15 Millionen Dollar wieder einzuspielen, von Gewinn schon mal gar keine Rede. Zwei Tage nach dem US-Kinostart, am 27. Juni 1982, waren erst 3 Millionen Dollar in die Kassen geflossen.

Und über einen Monat später, Ende Juli 1982, beliefen sich die Einnahmen erst auf ca. 14 Millionen Dollar, das heißt, das Budget war immer noch nicht eingespielt worden. Erst die Auslandsverkäufe und über den Verkauf auf dem Videomarkt kam etwas Geld in die Kasse.


DAS ORIGINAL
Das Original des Stoffes erschien 1951 unter dem Titel "The Thing from another World" ("Das Ding aus einer anderen Welt", 1951, 52). Regisseur Howard Hawks leitete den Film aber nicht selber, als Regisseur fungierte sein viermaliger Cutter Christian Nyby. Viele Experten, die Hawks´ Regie-Stil genau kennen, sind allerdings der Ansicht, daß Hawks am Set das Sagen hatte.

Die Hauptrollen im Film spielten damals Kenneth Tobey, Margaret Sherdian, Dewey Martin, Douglas Spencer, Robert Cornthwaite, James Young, William Self und Robert Stevenson. Das Skript schrieb Charles Lederer, von dem unter anderem auch das Drehbuch zur 1962er Version von "Mutiny on the Bounty" ("Meuterei auf der Bounty" von Lewis Milestone) stammte.


ABSCHLIESSEND
Deutscher Kinostart von "The Thing" ("Das Ding aus einer anderen Welt") war der 29. Oktober 1982. Das, was dem Publikum (und den Kritikern) in Erinnerung blieb, waren die Effekte, die zu deutlich waren. Denn über diese Szenen vergaß man ganz einfach, dem übrigen Film die Aufmerksamkeit zu geben, die er verdient.

Die atmospährische Spannung, die durch die Angst und das Mißtrauen der einzelnen Forscher untereinander erzeugt wird - wie Carpenter und die Schauspieler diese Unsicherheit und Angst auf die Leinwand bringen, verdient mehr Anerkennung, als dem Film bisher zuteil wurde.

Ich muß zugeben, daß mich die extremen Verwandlungsszenen auch gestört haben (als ich ihn im Kino sah und auch heute noch), aber das sollte einen nicht daran hindern, die Qualitäten des restlichen Film zu erkennen - und zu genießen.

Vielleicht wäre bei den Effekten weniger mehr gewesen, damit auch die eben angesprochenen positiven Dinge nicht vergessen oder ignoriert werden. Aber insgesamt haben John Carpenter und sein Team hier einen interessanten, mitreißenden und spannenden Horrorfilm geschaffen.

Friday, May 15, 2009

John Carpenter's beste Filme (Teil 15)

John Carpenter's nächster Film nach "Prince of Darkness" wurde eine Mischung aus Science-Fiction und einigen leichten Horror-Elementen. Ein Film, der meiner Ansicht nach einer seiner besten aus den späten 80er Jahren ist:


THEY LIVE
(SIE LEBEN)
USA, 1988

Darsteller:
Roddy Piper (John Nada)
Keith David (Frank)
Meg Foster (Holly Thompson)
George "Buck" Flower (Drifter)
Peter Jason (Gilbert)
Raymond St. Jacques (Straßenprediger)
Jason Robards III (Familienvater)
John Lawrence (bärtiger Mann)

US-Kino-Start: 4. November 1988
Deutscher Kino-Start: 4. Mai 1989

Drehbuch: Frank Armitage (Pseudonym für John Carpenter)
nach der Kurzgeschichte "Eight o'clock in the morning" von Ray Nelson
Ausführende Produzenten: Andre Blay, Shep Gordon
Produzent: Larry Franco
Regie: John Carpenter


"They Live" ist ein Science-Fiction-Film der auch zum Nachdenken anregt. Es ist eine Art Abrechnung mit einer Gesellschaft, deren einziger Sinn und Zweck es ist, möglichst viel Geld samt einer guten Karriere zu machen, und dabei keinerlei Rücksicht auf irgendetwas oder irgendjemand zu nehmen; auf ein Leben, dessen einziger Sinn und Zweck es ist, Karriere zu machen, egal um welchen Preis.

Der Inhalt: Der umherziehende Nada ist einer der vielen Leute, die Unterschlupf und Arbeit suchen. Arbeit findet er auf einem Bau und Unterschlupf in einer Armen-Siedlung. Auf dem Nachbargrundstück dieser Siedlung gehen merkwürdige Dinge vor sich. Als Nada eines Abends in die angebliche Kirche auf diesem Grundstück geht, findet er in einer vernagelten Ecke des Hauses eine Kiste mit Sonnenbrillen. Er nimmt eine davon an sich und geht seines Weges.

Als er aber diese Brille aufsetzt, verändert sich seine Umwelt auf merkwürdige Art. Auf Werbeschildern steht plötzlich keine Reklame mehr, sondern nur noch Worte wie "Kaufe", "Konsumiere", in Zeitschriften und Zeitungen sieht er nur noch Schlagworte wie "Gehorche" "Siehe fern", "Denke nicht" und ähnliches. Auf den Geldscheinen steht keine Zahl und kein Portrait mehr, sondern "Dies ist Dein Gott".

Panik überkommt ihn aber, als er mit der Brille in das Gesicht eines Menschen sieht, das plötzlich kein Gesicht mehr ist, sondern eine totenkopfähnliche Fratze. Bald findet Nada heraus, das dies keine Menschen, sondern Außerirdische sind, die schon seit Jahren die Erde und seine Bewohner ausbeuten und ihnen heile Welt vorspielen. Nada und sein Kollege Frank wollen etwas dagegen unternehmen.


Carpenter fand irgendwann die 1963 erstmals veröffentlichte Kurzgeschichte "Eight o'Clock in the Morning" des Autors Ray Nelson. Er selber schrieb dann unter dem Pseudonym Frank Armitage das Drehbuch. Die Original-Geschichte erschien in einem amerikanischen Science-Fiction-Magazin, Carpenter selbst kaufte die Rechte an der Story, die er als zweiten Film für die "Alive Films" inszenierte.

Die Dreharbeiten begannen am 7. März 1988 und es wurde sehr wenig im Studio gedreht; die Kulisse, die im Film das Ghetto Justiceville darstellt, wurde komplett in Los Angeles aufgebaut. Passende Drehorte in ärmlichen Gegenden zu finden, bereitete in L.A. (wie in vielen anderen Städten auch) bedauerlicherweise beileibe keine Schwierigkeiten.

Die Masken der Außerirdischen wurden von Frank Carrisosa kreiert, der auch schon bei "Prince of Darkness" mitgearbeitete hatte. Es wurde auch wieder die gute alte "Stop-Motion-Technik" eingesetzt, zum Beispiel für den kleinen Überwachungsroboter, der mit diesem Bild-für-Bild-Verfahren in Bewegung gesetzt wurde.

Die internationale Kritik reagierte auf "They Live" ziemlich einmütig positiv, es gab zwar kleinere Schelten für Nebensächlichkeiten, aber keinen totalen Verriß, auch in den Kinos konnte sich das Ergebnis durchaus sehen lassen.

Carpenter wollte für die Rolle des Nada unbedingt einen möglichst unbekannten, aber real wirkenden Darsteller. Was einerseits zwar lobenswert wegen dem Realitätsgehalt ist, aber andererseits wäre die Rolle auch perfekt gewesen für Kurt Russell.

Aber egal, Carpenter wollte jemanden, dem man die Figur unbedingt abnahm, der also absolut glaubwürdig war. So einen fand er in dem ehemaligen Profiringer Roddy Piper. Piper ist gebürtiger Kanadier, er wurde am 17. April 1954 in Saskatoon, in Saskatchewan, geboren.


Seit seinem 15. Lebensjahr war er Profiringer, bei diesem Sport wurde er praktisch vom Ring weg für Filme wie "Body Slam" (1986), "Hell Comes to Frogtown" (1987), "Buy And Cell" (1987) oder "The Highwayman" (1987) engagiert.

Carpenter sah ihn in der Video-Produktion "WrestleMania III" (1987) fragte einfach bei ihm, ob er interessiert sei. Er war interessiert und bekam die Rolle. Piper ist übrigens bis heute als Schauspieler vielbeschäftigt.

Der am 4. Juni 1956 in Harlem geborene Keith David spielte bereits 1982 in John Carpenter's "The Thing" mit, was damals erst seine dritte Rolle überhaupt war. David bekam seine Ausbildung zum Schauspiueler an der "Juilliard School of Drama" und kam zunächst beim Theater unter. Bis heute ist er als Schauspieler aktiv, seine Filmographie umfasst ca. 150 Einträge, von denen es Kino- und Fernsehrollen gibt.

Der Faustkampf zwischen Roddy Piper und Keith David sollte eigentlich nur wenige Sekunden dauern, doch die beiden stiegen derart in die Szene ein, dass Carpenter sich entschloss, diesen Kampf länger zu machen. Am Ende dauerte diese Sequenz an die drei Wochen, bis alles im Kasten war. Irgendwie wirkt der Kampf im Film aber einfach zu lang, um auch nur einen Hauch von Realismus zu haben - hier wäre weniger mehr gewesen.

Kuriosität in diesem Film: ausser der von Meg Foster gespielten Holly Thompson hat keiner im Film Vor- und Nachnamen. Auch die beiden Hauptfigur werden im Film niemals mit vollen Namen angesprochen oder genannt. Der Name Nada übrigens bedeutet im spanischen "nichts".


ABSCHLIESSEND
"They Live" enthält alle Elemente eines guten Science-Fiction-Films: gelungene Effekte, eine gute, spannende, abwechslungsreiche und geheimnisvolle Geschichte, sehr gute Darsteller und sehr viel Spannung und auch Action.

Das ist nicht nur meine Meinung, auch viele Kritiker sahen das so ähnlich und - was noch wichtiger ist - der Großteil des Publikums auch. "They live" hatte in den USA schon am Startwochenende das (geschätzte) Budget von 4 Millionen Dollar wieder eingespielt. Insgesamt spielte der Film nur in den USA 13 Millionen Dollar ein.


"Sie leben" auf DVD ist zwar selten, aber es gibt ihn, u.a. auch hier.

Friday, March 6, 2009

John Carpenter's beste Filme (Teil 8)

Seine letzten drei Filme - "Halloween", "The Fog" und "Escape from New York" - kamen alle sehr gut an und die Fans warteten gespannt auf den nächsten Film von John Carpenter. Der kam zwar auch, wurde aber der erste Film, der Carpenter auch eine Menge negative Kritik einbrachte - teils zu Recht, teils völlig zu Unrecht.



THE THING
(Das Ding aus einer anderen Welt)
USA, 1981, 82

Darsteller:
Kurt Russell (R.J. MacReady)
Wilford Brimley (Dr. Blair)
T.K. Carter (Nauls)
David Clennon (Palmer)
Keith David (Childs)
Richard Dysart (Dr. Copper)
Charles Hallahan (Vance Norris)
Peter Maloney (George Bennings)
Richard Masur (Clark)
Joel Polis (Fuchs)
Thomas Waites (Windows)

US-Kino-Start: 25. Juni 1982
Deutscher Kino-Start: 22. Oktober 1982

Drehbuch: Bill Lancaster
nach der Kurzgeschichte "Who goes there?" (1938) von John W.Campbell, Jr.
veröffentlich unter dem Pseudonym Don A.Stuart
Co-Produzent: Stuart Cohen
Produzenten: David Foster, Lawrence Turman
Regie: John Carpenter


1938 erschien eine Kurzgeschichte mit dem Titel "Who goes there?" von dem späteren Herausgeber des "Astounding"-Magazins Don A.Stuart (einem Pseudonym von John W.Campbell, Jr.). In dieser Geschichte ging es um einen Außerirdischen, der die Menschen in einer Forschungsstation im Ewigen Eis angreift, inderm er jede weitere fremde Lebensform in sich aufnimmt.

Das war damals schon nichts Ungewöhnliches mehr; solche und ähnliche Geschichten hatte es schon in Filmen, Büchern oder Comics gegeben. Größere Aufmerksamkeit erregte diese Geschichte erst, als sie 1951 (schwarzweiß) fürs Kino verfilmt wurde.

Regisseur Howard Hawks sicherte sich die Rechte an der Story und brachte sie mit der "RKO Radio Pictures" und seiner eigenen Produktionsgesellschaft "Winchester Productions" unter dem Titel "The Thing (From Another World)" ("Das Ding aus einer anderen Welt") auf die Leinwand, übrigens sein einziger Ausflug in das Science-Fiction-Genre.



JOHN CARPENTER'S FILM (UND REMAKE)

1982 wagte sich John Carpenter, ein erklärter Fan von Howard Hawks' Arbeiten, an ein Remake des Stoffes. Wobei in diesem Fall das Wort Remake nicht ganz stimmt, denn Carpenter hielt sich enger an die Vorlage. Bei ihm war das  Wesen (wie in der Erzählung) in der Lage, jede mögliche Gestalt anzunehmen, was in Hawk's Produktion noch nicht möglich war, da die technischen Möglichkeiten dazu einfach fehlten.


Zum Inhalt: Antartkis, im Winter 1982: eine Gruppe von 12 Forschern ist schon eine geraume Zeit in völliger Einsamkeit dort, um wissenschaftliche Untersuchen und Forschungen anzustellen.

Eines Tages fliegt ein Hubschrauber in ihr Lager, der offensichtlich einen flüchtenden Hund mit Handgranaten und Gewehren jagt. Als der Hubschrauber gelandet ist, gerät dem Piloten eine Handgranate außer Kontrolle und explodiert im Hubschrauber. Die Männer müssen den Norweger erschießen, der wie wild auf den Hund ballert und dadurch auch einen der Forscher verletzt.

Die Wissenschaftler fliegen daraufhin zum Lager der Norweger, wo sie ein einziges Chaos entdecken, aber keinen Lebenden mehr. Die mitgenommenen Unterlagen unterrrichten sie insofern, das die Norweger irgendetwas aus dem Eis freigelegt haben, was seit tausenden von Jahren dort lag.

Was dort auch im Eis lag, hat die norwegische Station und die Forscher umgebracht und ist nun bei den US-Forschern. Irgendwann in der Nacht beginnt der norwegische Hund sich auf gefährliche Weise zu verändern und der Horror beginnt.

In Carpenter's Film wurde diese Eigenschaft des Wesens auf der Leinwand in aller Deutlichkeit gezeigt. Ein Umstand, der ihm später viele bösen Stimmen einbringen sollte, teils einfach auch zu Recht. Denn so gut diese Effekte von der Machart her sind, sie gehen selbst heute etwas zu weit. Und für das Jahr 1982 war es schon sehr heftig, was die Zuschauer da zu sehen bekamen.

Die Idee zu einer Neuverfilmung des Stoffes kam Carpenter schon 1975, als er sich mit einem ehemaligen Bekannten, dem Fernseh-Produzenten Stuart Cohen, traf. Als die Idee dann später Formen annahm, traf er sich mit dem Produzenten David Foster, der mit seinem Partner Lawrence Turman seit Anfang der 70er Jahre Kassenhits produziert hatte; angefangen bei "McCabe and Mrs. Miller" von 1971 über "The Getaway" von 1972 mit Steve McQueen und Ali MacGraw bis 1994 hinein, als sie ein Remake von "The Getaway" mit Alec Baldwin und Kim Basinger produzierten, das aber (leider) bei Publikum und Kritik durchfiel. Ziemlichen Erfolg schafften die beiden mit den Filmen "Short Circuit" (1986) und der Fortsetzung "Short Circuit 2" (1988).

David Foster breitete die Idee zu "The Thing" ("Das Ding aus einer anderen Welt") beim Universal-Boß Ned Tannen aus, der die Idee zwar gut fand, von John Carpenter als Regisseur allerdings gar nicht begeistert war, da Carpenter um die damalige Zeit noch keinen Namen im Filmgeschäft hatte. Als dann Carpenter 1978 mit "Halloween" einen Kassenschlager vorweisen konnte, waren Ned Tannen´s Einwände gegen ihn vom Tisch und er gab sein Okay.

Aber die Frage des Drehbuches war noch immer offen und Carpenter selber kam nicht in Frage, zu dieser Zeit war er mit anderen Arbeiten ausgelastet. Man übergab die Aufgabe dann einem Mann, der mit dem Buch zu der Baseball-Komödie "The Bad New Bears" Erfolg gehabt hatte, an Bill Lancaster, dem Sohn von Hollywood-Star Burt Lancaster.


Dieser, der auch nicht so recht wußte, warum er das Angebot bekam, lieferte einen 40 Seiten starken Entwurf ab, der alle zufriedenstellte, so das er sich in aller Ruhe dran setzen konnte, um das Drehbuch zu beenden. Im Juni 1981 begannen dann die Arbeiten.


CARPENTER'S VERSION

Nun war ja Carpenter´s Plan, kein genaues Remake von Hawks´ Original zu drehen, sondern eine Neuverfilmung, die sich enger an die Vorlage hält. Die Mannschaft in der Forschungsstation wurde schon mal um die Hälfte verkleinert und es spielt keine einzige Frau mehr mit.


Die Figur des Piloten MacReady - für die Carpenter zum dritten Mal Kurt Russell vor seine Kameras holte - sollte in einer früheren Version eigentlich ein Veteran aus Vietnam sein, der an diese Zeit nur mit Unbehagen zurückdenkt. Doch aus welchen Gründen auch immer, wurde diese Idee letztlich nicht verwendet.

Für den Part des Dr. Blair war ursprünglich Donald Pleasence vorgesehen, mit dem Carpenter ebenfalls schon öfter gearbeitet hatte, doch aus zeitlichen Gründen konnte Pleasence (leider) nicht annehmen. Die einzige weibliche Rolle im gesamten Film übrigens (wenn man das als Rolle bezeichnen will), war die Stimme des Schachcomputers, mit der MacReady zu Beginn des Films spielt. Diese Stimme war die von Carpenter's Ehefrau Adrienne Barbeau, die aber im Nachspann nicht genannt wurde.

Die Verwandlungsszenen stammen allesamt aus der Ideenschmiede des Autors, der sich vorher vage mit den Spezial-Effekt-Leuten zusammengesetzt hatte. Als endlich alle Drehbuchseiten fertig waren und das Budget auf 15 Millionen Dollar festgesetzt war begann die Suche nach Drehorten.

Stuart Cohen, der als Co-Produzent beteiligt war, und der Produktions-Deisgner John L.Lloyd suchten in Kanada, Montana und Colorado, aber etwas behinderte immer wieder den Ablauf der Dreharbeiten. Fündig wurden sie schließlich im Juneau Ice Field in Alaska, ein gewaltiger Gletscher, wo die ersten Außenaufnahmen entstanden, die man im Film sieht.



Teil 9 der "John-Carpenter"-Reihe folgt demnächst.