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Thursday, March 25, 2010

Nevada Smith


"Nevada Smith"

Inhalt: Max Sand ist der Sohn eines Weißen und einer Indianerin. Mit seinen Eltern lebt er in einer einsamen Gegend in Nevada. Eines Tages werden seine Eltern von drei Männer brutal ermordet. Fortan lebt Max nur noch dafür, Rache zu nehmen.

Er macht sich auf den Weg, die drei zu suchen, muss aber erkennen, dass er nicht die nötigen Kenntnisse dafür hat.

Er trifft den Händler Jonas Cord, der ihm das beibringt, was man braucht, um in der Wildnis zu überleben. Außerdem unterrichtet er ihn im Kämpfen und Schießen.

So gerüstet macht sich Max, der sich nun "Nevada Smith" nennt, auf die Suche nach den drei Mördern. Er findet sie auch und kann seine Rache weiter vorantreiben, wird dabei aber selber ein anderer Mensch.


USA, 1966
Original-Titel: NEVADA SMITH

Darsteller:
Steve McQueen (Max Sand, "Nevada Smith")
Karl Malden (Tom Fitch)
Brian Keith (Jonas Cord)
Arthur Kennedy (Bill Bowdre)
Suzanne Pleshette (Pilar)
Raf Vallone (Zaccardi)
Janet Margolin (Neesa)
Pat Hingle (Vorarbeiter)
Martin Landau (Jesse Coe)
Martin Landau (Sheriff Bonnell)

Story und Drehbuch: John Michael Hayes
basierend auf dem Roman "The Carpetbaggers" von Harold Robbins
Ausführender Produzent: Joseph E. Levine
Produzent und Regie: Henry Hathaway


HINTER DEN KULISSEN
Steve McQueen war in den USA 1966 längst ein Star geworden. Durch den Erfolgsfilm "The magnificent Seven" ("Die glorreichen Sieben", 1960), seine Rolle als Josh in der TV-Serie "Wanted: Dead or alive" oder in "The great Escape" ("Gesprengte Ketten", 1963) war er als Schauspieler längt erfolgreich.

Endgültig zum Star wurde er 1965 neben Edward G. Robinson in "The Cincinnati Kid" ("Cincinnati Kid und der Pokerkönig"). Unmittelbar danach folgte dann "Nevada Smith". Drehbuch-Autor John Michael Hayes nutzte hierfür nur die Figur des Max Sand aus dem Roman von Harold Robbins (1916 - 1997) und ersann dann die Geschichte des Halbblutes auf der Suche nach Rache.

Für die damalige Zeit war der Film ungewöhnlich deutlich und brutal, sowohl vom Inhalt her (eine Rachegeschichte) als auch von der Art und Weise des Filmens her.


FAZIT
Ein überlanger (über 2 Stunden), aber verdammt guter Western mit einem überzeugenden Steve McQueen und einem ebenso überzeugenden Karl Malden in einer negativen Rolle. Sehr zu empfehlen.

Seit 2006 gibt es diesen Film bereits auf DVD, u.a. hier.

Friday, September 18, 2009

Vierzig Wagen westwärts


"Vierzig Wagen westwärts"

Inhalt: Die Bewohner von Denver sitzen auf dem Trockenen: der Vorrat an Whisky geht zur Neige. Dringend wird die neue Ladung erwartet, die aber schon überfällig ist. Cora Massingale, engagierte Anti-Alkoholikerin, will mit gleichgesinnten Damen alles tun, um diese Lieferung aufzuhalten. Auf die Whisky-Lieferung sind aber auch einige Indianer aus, die ebenso alles versuchen, um die Ladung aufzuhalten. Als Bewacher für die Ladung wird schließlich die Armee hinzu gezogen. Oberst Gearhart wird mit der Leitung beauftragt und mit diesem Auftrag hat er mehr als genug zu tun. Als Indianer und die Damen um Miss Massingale zusammentreffen, eskaliert die Situation.

USA, 1965
Original-Titel: THE HALLELUJAH TRAIL

Darsteller:
Burt Lancaster (Colonel Thaddeus Gearhart)
Lee Remick (Cora Templeton Massingale)
Jim Hutton (Captain Paul Slater)
Pamela Tiffin (Louise Gearhart)
Donald Pleasence (Orakel-Jones)
Brian Keith (Frank Wallingham)
Martin Landau (Indianer-Häuptling)
John Anderson (Sergeant Buell)
Tom Stern (Kevin O'Flaherty)
Robert J. Wilke (Häuptling Fünf Fässer)
Dub Taylor (Clayton Howell)

Drehbuch: John Gay
nach dem Roman von Bill Gulick
Produzent und Regie: John Sturges


HINTER DEN KULISSEN
Western-Komödien gibt es leider nicht sehr viele, neben den diversen Bud Spencer/Terence Hill-Filmen gibt es noch ein paar gelungene Filme, aber das war es dann auch schon.

"The Hallelujah Trail" ist einer dieser gelungenen Filme. Produziert und inszeniert hat das Ganze der western-erfahrene John Sturges (drehte u.a. "Die glorreichen Sieben"). Er konnte vor seine Kameras Stars auffahren wie Burt Lancaster als Oberst, Lee Remick als engagierte Alkoholgegnerin, Jim Hutton als Captain, Pamela Tiffin, Brian Keith, Martin Landau und Donald Pleasence in einer seiner (viel zu) seltenen Ausflüge ins Komödienfach. Der Film ist kein Gag-Feuerwerk wie einige Parodien oder Komödien allgemein sind, aber es ist ein unterhaltsamer, vielleicht etwas zu lang geratener Film, der seine interessierten Zuschauer gut unterhalten wird. Die Dreharbeiten waren nicht sehr angenehm, während der Aussenaufnahmen in New Mexico sorgten starke Regenfälle mehrfach für Ausfälle. Bei einem besonders schweren Niederschlag wurde das gesamte aufgebaute Set weggespült. Ein trauriges Ereignis überschattete die Arbeiten ausserdem: bei einem Stunt mit Pferd und Wagen verunglückte der Stuntman Bill Williams und starb an seinen Verletzungen.


DREHBUCH-AUTOR JOHN GAY
John Gay (geboren am 1. April 1924 im kalifornischen Whittier) begann 1952 als Drehbuch-Autor beim Fernsehen, bevor er 1958 mit dem Drehbuch für "Run Silent Run Deep" sein erstes Skript für einen Kinofilm realisiert sah. In der weiteren Zeit war er weiterhin beim Fernsehen tätig, bis er ab Anfang der 60er Jahre verstärkt fürs Kino arbeitete.

Er war beteiligt an den Drehbüchern der Filme "How the West Was Won" ("Das war der Wilde Westen", 1962) und "Mutiny on the Bounty" ("Meuterei auf der Bounty", 1962), wurde in beiden Filmen aber im Vorspann nicht genannt. Bis in die 60er Jahre war er weiterhin fürs Fernsehen tätig. 1970 arbeitete er an dem Drehbuch zu dem umstrittenen Western "Soldier Blue" ("Wiegenlied für den Totschlag"), in dem ebenfalls Donald Pleasence spielte. Bald darauf begann seine Zeit als Autor für Fernseh-Filme. Bei dieser Arbeit blieb er auch weiterhin.

Er schrieb 1982 an dem Drehbuch für den TV-Film "The Hunchback of Notre Dame", an dem Remake von "Witness for the Prosecution" ("Zeugin der Anklage", 1982), "Samson and Delilah" (1984) oder den sehr gelungenen Fernseh-Film "Fatal Vision" ("Ich bin kein Mörder", 1984). Den Rest seiner aktiven Zeit arbeitete er fast ausschließlich für das Fernsehen, er schrieb an Skripts für den TV-Mehrteiler "Around the World in 80 Days" ("In 80 Tagen um die Welt", 1989), "Shadow of a Doubt" (1991), "Trial: The Price of Passion" (1992) oder "Summe of Fear" (1996). Seine letzte Arbeit war ein Drehbuch für den Animationsfilm "Around the World in 80 Days", danach zog er sich aus dem Geschäft zurück.

John Gay wurde einmal für den Oscar nominiert: 1959 zusammen mit Terence Rattigan für den Film "Separate Tables" ("Getrennt von Tisch und Bett", 1958). Die beiden verloren aber gegen Alan Jay Lerner, der den Preis für seine Arbeit an dem Film "Gigi" ("Gigi", 1958) bekam.

Friday, August 7, 2009

Der Marshal



Der anscheinend schon abgehalfterte Marshal Cogburn wird noch einmal gebraucht, als die junge Mattie ihn engagiert, um den Mörder ihres Vaters zu stellen.

Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Tom Chaney, dem Mörder. Da ein Kopfgeld auf Chaney ausgesetzt ist, macht sich auch der junge Heißsporn La Boeuf auf die Suche, der noch längst nicht erfahren genug ist. Als sie Chaney endlich gefunden haben, gelingt es diesem, Mattie zu entführen. Cogburn nimmt noch einmal die Herausforderung an.





USA, 1968, 69
Original-Titel: TRUE GRIT

Darsteller
  • John Wayne (Marshall Cogburn)
  • Glen Campbell (La Boeuf)
  • Kim Darby (Hattie Ross)
  • Jeremy Slate (Emmett Quincy)
  • Robert Duvall (Ned Pepper)
  • Dennis Hopper (Moon)
  • Alfred Ryder (Goudy)
  • Strother Martin (Colonel Stonehill)
  • Jeff Corey (Tom Chaney)
Drehbuch: Marguerite Roberts nach  einem Roman von Charles Portis
Ausführender Produzent: Joseph H. Hazen (ungenannt)
Produzent: Hal B. Wallis
Regie: Henry Hathaway

Hinter den Kulissen

Für diesen Film bekam John Wayne 1970 seinen ersten Oscar als bester Hautpdarsteller. Als Darsteller war er vorher nur einmal nominiert worden - bei weit über 100 Filmen. 1950 hatte er seine erste Nominierung für "Sands of Iwo Jima" ("Du warst unser Kamerad", 1949) bekommen. Er verlor in diesem Jahr aber gegen Broderick Crawford, der den Preis für "All the King´s Men" ("Der Mann, der herrschen wollte", 1949) bekam. Manche seiner Fans halten aber "True Grit" nicht für den besten Film, den Wayne gedreht hat. Nicht dass dieser schlecht oder langweilig wäre, es gibt aber einige Filme, die besser sind als dieser. Filme wie beispielsweise "Red River" ("Red River", 1948), "Three Godfathers" ("Spuren im Sand", 1948), "The Searchers" ("Der schwarze Falke", 1956), "The Man who Shot Liberty Valance" ("Der Mann, der Liberty Valance erschoß", 1962, einen der vielleicht besten Western), "The Sons of Katie Elder" ("Die vier Söhne der Katie Elder", 1967), ebenfalls ein brillanter Klassiker oder (einen meiner Favoriten) "The Train Robbers" ("Dreckiges Gold", 1973). Die Dreharbeiten zu "True Grit" fanden von September bis Dezember 1968 statt, der Kinostart in den USA war aber erst am 11. Juni 1969 (bei uns im August des Jahres). Wenn es auch nicht sein bester Film war (meiner Ansicht nach), so ist es doch ein John Wayne-Film, dessen Ansehen sich auf alle Fälle lohnt.

Tuesday, July 28, 2009

Zwölf Uhr mittags


"Zwölf Uhr mittags"

Soeben hat Marshal Will Kane seine Braut Amy Fowler geheiratet. Er will mit seiner Frau auf Hochzeitsreise gehen, als er ein Telegramm erhält, in dem ihm die Ankunft des vorzeitig entlassenen Mörders Frank Miller angekündigt wird. Cane hatte Miller Rache geschworen, weil er ihm seine Verhaftung zuschrieb. Das Ehepaar Kane begibt sich sofort auf die Reise, doch nicht lange danach dreht Will Kane wieder um. Er will nicht ständig vor Miller auf der Flucht sein und lässt es daher lieber auf eine Konfrontation in der Stadt ankommen. Als er bei den Bürgern Hilfe sucht, muss er feststellen, dass er diese nicht bekommt. Alle haben andere Ausreden, um ihm im bevorstehenden Kampf gegen Miller nicht zu helfen.



Auch seine Ehefrau scheint sich gegen seine Entscheidung zu stellen. Er muß den Gangstern allein gegenübergehen. Der Zug, in dem sie sitzen, kommt um die Mittagszeit an. Die Uhr geht immer weiter auf 12 Uhr zu.

USA (schwarzweiß), 1951, 52
Original-Titel: HIGH NOON

Darsteller:
Gary Cooper (Marshal Will Kane)
Thomas Mitchell (Bürgermeister Jonas Henderson)
Lloyd Bridges (Deputy Pell)
Katy Jurado (Helen Ramirez)
Grace Kelly (Amy Fowler Kane)
Otto Kruger (Richter Mettrick)
Lon Chaney (Martin Howe)
Henry Morgan (Sam Fuller)
Ian MacDonald (Frank Miller)
Eve McVeagh (Mildred Fuller)
Morgan Farley (Dr. Mahin)
Harry Shannon (Cooper)
Lee Van Cleef (Jack Colby)

Drehbuch: Carl Foreman
nach der Kurzgeschichte "The Tin Star" von John W. Cunningham
Produzent: Stanley Kramer (ungenannt)
Regie: Fred Zinnemann


HINTER DEN KULISSEN
"High Noon" wurde in den letzten Jahrzehnten zu so etwas wie ein Vorzeige-Klassiker aus dem Genre des Western.
Dieser Film schaffte das, was nur einige wenige genrebedingte Filme schafften: es sahen ihn sich auch Zuschauer an, die sonst nichts oder nicht viel mit dem jeweiligen Genre anfangen können. Klartext: auch Leute, die nicht gerade Fans des Western sind, haben sich diesen Film mit Genuß angesehen.
"High Noon" ist kein Western im eigentlichen Sinne, also derart, was man sich sonst unter einem Western vorstellt; mit viel Knallereien, vielen wilden Ritten quer durch eine urtümliche Landschaft. All dies ist in diesem Film nicht oder eben nicht so stark vorhanden.
Es ist ein hervorragender Western, ein gelungener Film mit einer guten Optik, einer spannenden und mitfiebernden Atmosphäre und guten Darstellern, aber an Action mangelt es diesem Film etwas. Aber das ist beileibe kein Vorwurf. "High Noon" bezieht dafür seine Spannung aus anderen "Zutaten": aus der Geschichte, der Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird und natürlich aus den Leistungen seiner Darsteller.
Viele Leute sehen "High Noon" als einen der besten Western an, doch da sprechen viele Fans gegen an, weil sie aus den eben genannten Gründen Western nennen können, die all die anderen genannten positiven Aspekte haben und nebenher auch noch spannende Action bieten können.

Western, wie z.B. den Klassiker von Howard Hawks, "Red River" ("Red River", 1948) oder Anthony Mann's "Winchester ´73" ("Winchester ´73", 1950), den Mann mit James Stewart drehte und der auch all die genannten positiven Eigenschaften besitzt. Western wie "Dawn at Socorro" ("Duell in Socorro", 1954), "Tall Man riding" ("Der Teufel im Sattel", 1955) oder "Buchanan rides alone" ("Sein Colt war schneller", 1958), alles Filme mit dem Western-Darsteller Randolph Scott, die einfach zu den Vorzeige-Filmen dieses Genres gehören.
Filme wie "Backlash" ("Das Geheimnis der fünf Gräber", 1956) mit Richard Widmark oder "The Law and Jake Wade" ("Der Schatz der Gehenkten", 1957, ein grandioser Film mit Robert Taylor), die zu Unrecht nicht so bekannt sind oder auch "Return of the Gunfighter" ("Heiße Colts in harten Fäusten", 1966), einem der letzten Filme mit Robert Taylor.
All diese Filme sind Western, die (fast) all die Vorteile haben, die "High Noon" zu einem der besten Western machen, aber diese Filme bieten eben einfach mehr mitreißende, spannende Action von Anfang an. Bei "High Noon" kommt es erst im Finale zum großen und spannenden Showdown.
Es ist nun aber nicht so, dass "High Noon" langweilig wäre oder einschläfernd wirkt - beileibe nicht. Die Spannung wird hier eben auf andere Weise aufgebaut als in den meisten anderen Western.
Diesen aber als den besten Western aller Zeiten zu bezeichnen, darüber könnten sich Fans und Nicht-Fans bequem bis Weihnachten streiten - Weihnachten nächstes Jahr.
Für viele aber ist und bliebt "High Noon" (da schließe ich mich an) dennoch einer der besten Western aller Zeiten. Ein Film, den man sich wieder und wieder ansehen kann und der doch immer wieder Spaß machen wird.

Der Titelsong "High Noon (Do not forsake me, oh my Darlin´)" ist noch heute ein Klassiker und auch Leute, die ihn nicht unbedingt aus dem Film selber kennen, ist der Song heute ein Begriff. Gesungen wurde das Lied damals von Tex Ritter (geboren am  12. Januar 1905 in Murvaul, in Texas), der eigentlich selber Schauspieler war. Es gibt den Song aber mittlerweile in mehreren Versionen, gesungen von einigen anderen Künstlern.
Bei der 1953er Oscar-Verleihung wurde der Film siebenmal für den Preis nominiert. In den Kategorien Bester Film (an Stanley Kramer), beste Regie (Fred Zinnemann) und bestes Drehbuch (Carl Foreman) gingen die Nominierten leer aus.
Viermal aber gewann der Film. Gary Cooper bekam einen Oscar als bester Hauptdarsteller, ausserdem Elmo Williams und Harry W. Gerstad für den Schnitt, Dimitri Tiomkin und Ned Washington wurden für den besten Song honoriert und Dimitri Tiomkin bekam den Oscar für die beste Musik.
Auch finanziell wurde der Film ein gewaltiger Erfolg, mit einem Etat von einer dreiviertel Million Dollar hergestellt, spielte "High Noon" weltweit ca. 18 Millionen Dollar ein. Und das war damals eine riesige Summe Geld.


FAZIT
Ein Film, den man einfach gesehen haben muß - und den man immer wieder sehen kann.


WEITERE FILME
Eine Art Fortsetzung der Geschichte wurde 1980 als TV-Film gedreht. Lee Majors spielte die Titelrolle in "High Noon, Part II: The Return of Will Kane", der bei uns 1983 als "High Noon II" an den Videostart ging.
Zusammen mit Lee Majors spielten David Carradine, J. A. Preston, Michael Pataki und Katherine Cannon als Amy Kane.
Ebenfalls als TV-Film drehte Rod Hardy 2000 ein Remake des Stoffes. Er besetzte seine Version von "High Noon" mit Tom Skerritt als Will Kane und Susanna Thompson als Amy Kane, des weiteren Reed Diamond (Harvey Pell), David Lereaney (Sam Beattie), Maria Conchita Alonso (Helen Ramirez), Dennis Weaver (Mart Howe) oder Michael Madsen als Frank Miller.
Leider lief dieser Film meines Wissens nach noch nicht bei uns.

Sunday, June 14, 2009

Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe


Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe


Der Abenteurer Jason McCullough kommt eines Tages ziemlich pleite und abgebrannt in einem kleinen, ehemaligen Goldgräbernest an. Er ist auf dem Weg nach Australien, um dort sein Glück zu machen. In dem Ort wird zufällig gerade ein Sheriff gesucht, von denen es hier eigentlich nicht genug geben kann. Alle Vorgänger sind entweder ziemlich tot oder auf der Flucht. McCullough kann sich schnell bei den gesetzesuntreuen Bürgern einen Namen machen, als er Joe Danby wegen Mordes verhaftet. Die Familie Danby ist in der ganzen Gegend als Verbrecher bekannt und als Joe's Vater erfährt, dass er im Gefängnis sitzt, will er alles in Bewegung setzen, um ihn zu befreien und um McCullough aus dem Weg zu räumen. Da dieser die Hilfe der ehrbaren Bürger nicht bekommt, muss er nehmen, was er kriegen kann.



USA, 1969
Original-Titel: SUPPORT YOUR LOCAL SHERIFF!

Darsteller:
James Garner (Jason McCullough)
Joan Hackett (Prudence Perkins)
Walter Brennan (Pa Danby)
Harry Morgan (Olly Perkins)
Jack Elam (Jake)
Henry Jones (Henry Jackson)
Bruce Dern (Joe Danby

Drehbuch und Produzent: William Bowers
Regie: Burt Kennedy


HINTER DEN KULISSEN

Auch wenn sich die Inhaltsangabe nach einem normalen Western anhört - der Schein trügt! "Support Your Local Sheriff" ist eine echte Western-Komödie. Und zwar einer der seltenen Fälle, in der Filme aus diesem Sub-Genre gut sind.
Obwohl also der Western an sich ein weit verbreitetes und bekanntes und immer wieder neu produziertes Genre ist, gibt es gar nicht so viele Western-Parodien oder -Komödien, die bekannt sind.
Ein früher Vertreter dieser Film-Gattung ist George Marshall's "Destry Rides Again" ("Der große Bluff") aus dem Jahr 1939, mit dem damals James Stewart einen seiner ersten Erfolg feiern konnte - sein Co-Star war Marlene Dietrich.
Komödien-Spezialist Norman Z.McLeod drehte 1948 mit Bob Hope und Jane Russell "The Paleface" ("Sein Engel mit den zwei Pistolen"), doch ist dieser Film ein Beispiel dafür, das nicht jeder, der Komödien mag, auch Western-Parodien mag. Dieser Film schafft es nicht ganz zu unterhalten, da er zwar einige Klischees genüßlich durch den Kakao zieht, aus diesem aber nicht genug herausholen kann, um die gesamte Spielzeit hindurch zu unterhalten.
Auch James Garner mußte diese Erfahrung machen, als er bereits 1970 einen weiteren Film dieser Art drehte. Erneut mit Regisseur Burt Kennedy drehte er "Support Your Local Gunfighter" ("Latigo"), in dem er vorgibt, ein berüchtigter Revolverheld zu sein, Das klappt auch, bis der echte dann auftaucht. Allerdings gefiel mir dieser Film wiederrum nicht so gut, da er - ebenso wie "The Paleface" nicht genug an Gags und Humor aus seiner Geschichte herausholen kann.
Berühmte und bekannte Beispiel aus der Sparte der Western-Parodien sind natürlich noch die Filme, die Bud Spencer und Terence Hill drehten und die ab 1971 mit "Die rechte und die linke Hand des Teufels" oder "Vier Fäuste für ein Halleluja" den Beginn ihrer Leinwand-Karrieren ablieferten.


JAMES GARNER

James Garner (geboren am 7. April 1928 in Oklahoma) ist neben seinen Kinofilmen natürlich bekannt durch seine Fernseh-Arbeit. Er war in 58 Episoden zu sehen als Bret Maverick in der Western-Serie "Maverick" (1957 - 1960). In der bei uns unbekannten Serie "Nichols" spielte er von 1971 bis 1972 die Titelfigur.
Und er ist natürlich bekannt als Privatdetektiv Jim Rockford; diese seine wohl berühmteste Rolle spielte er von 1974 bis 1980 in 122 Episoden. Von 1994 bis 1999 drehte er noch acht TV-Filme der Reihe.
Er spielte in weiteren, bei uns teils unbekannten, Serien wie in "First Monday" (2002) oder von 2000 bis 2003 in der Serie "God, the Devil and Bob". Als Jim Egan war er von 2003 bis 2005 in der Serie "8 Simple Rules... for Dating my Teenage Daughter" zu sehen.
In dieser Serie, die auch bei uns unter dem Titel "Meine wilden Töchter" lief, spielte er zusammen mit Katey Sagal (als Cate Hennessy), Kaley Cuoco (als Bridget Hennessy), Amy Davidson (als Kerry Hennessey) und Martin Spanjers (als Rory Hennessey). Von Anfang der Serie spielte John Ritter in 31 Episoden die Rolle von Paul Hennessy, des Familien-Vaters, doch Ritter starb am 11. September 2003 im kalifornischen Burbank 6 Tage vor seinem 55. Geburtstag.
James Garner hat sich seit 2007 von der Arbeit zurückgezogen. Nach seiner Rolle als Jim Egan spielte er noch 2006 in "The Ultimate Gift" und 2007 in "First Night". Seine bis heute letzte Arbeite hatte er ebenfalls 2007 als Synchron-Sprecher in dem Film "Terra".


FAZIT

"Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe" ist ein idealer Film für Western-Fans, die auch mal über ihr Lieblings-Genre herzlich lachen wollen - und können.

Alle Darsteller machen ihre Sache teils gut, teils hervorragend, Joan Hackett spielt ihren Part als Prudence Perkins, als verwöhnte Tochter eines reichen Mannes sehr gut, ebenso wie Walter Brennan als Oberhaupt der Familie Danby oder Harry Morgan (u.a. bekannt aus "M*A*S*H") als Olly Perkins. Hervorzuheben wäre noch Jack Elam, der seinen Part als Jake so klischeehaft spielte, das es einfach Spaß macht.

Der Film nimmt alle gängigen Western-Klischees ausgiebig auf den Arm und versteht es dabei, ausgezeichnet und humorvoll zu unterhalten.

Tuesday, April 7, 2009

Nevada Pass



"Nevada Pass"


Inhalt: Im tiefen Winter ist ein Armee-Zug unterwegs nach Fort Humboldt, um Medikamente gegen eine Epidemie abzuliefern, die dringend benötigt werden. Bei einem Aufenthalt steigt der US-Marshal Pearce mit seinem Gefangenen Deakin in den Zug, der wegen verschiedener Delikte gesucht wird.

Die Reise wird bald zum Alptraum, als erste Morde passieren. Als drei Wagons des Zuges während der Fahrt abgekoppelt werden, macht sich unter den restlichen Reisenden langsam Angst breit.

Deakin, der alles andere als ein Verbrecher ist, findet bei seinen Untersuchungen im Zug versteckt Waffenladungen. Und so langsam wird für ihn klar, was in Fort Humboldt tatsächlich passieren soll.



USA, 1975
Original-Titel: BREAKHEART PASS

Darsteller:
Charles Bronson (Deakin)
Ben Johnson (Marshal Pearce)
Richard Crenna (Gouverneur Fairchild)
Jill Ireland (Marcia)
Charles Durning (O'Brien)
Ed Lauter (Major Claremont)
Bill McKinney (Pater Peabody)
David Huddleston (Dr. Molyneux)
Roy Jenson (Chris Banion)

Drehbuch: Alistair MacLean
nach seinem gleichnamigen Roman
Ausführender Produzent: Elliott Kastner
Produzent: Jerry Gershwin
Regie: Tom Gries

HINTER DEN KULISSEN

"Breakheart Pass" ist ein etwas anderer Western - ein Western mit einer guten und verwickelten Geschichte, die allerdings logisch und nachvollziehbar erzählt wird. In der relativen Enge des Zuges kann aufgrund der Geschichte und der Gegebenheiten schnell eine Atmosphäre von Spannung entstehen, die den Zuschauer auch so bald nicht mehr loslässt.

Die Darsteller liefern allesamt eine solide bis sehr gute Leistung ab. Charles Bronson als Agent in Tarnung spielt seine Rolle wirklich überzeugend und für die, die den Film zum erstenmal sahen, war die Enthüllung, dass Bronson's Rollenfigur ein Agent ist, wirklich eine kleine Überraschung.

Hollywood-Veteran Ben Johnson spielte hier seine ganze Professionalität und Routine aus und auch Richard Crenna (später bekannt als "Vorgesetzter" Trautman in "Rambo") und Jill Ireland als seine Tochter spielen überzeugend (Jill Ireland war von 1968 bis zu ihrem Tod 1990 die Ehefrau von Charles Bronson). Die weiteren Rollen sind mit zum Teil auch heute noch bei uns bekannten und gern gesehenen Nebendarstellern besetzt wie Charles Durning, Ed Lauter oder David Huddleston.

"Breakheart Pass" ist ein interessanter, zum Teil spannender und mitreißender Western, der neben der Enge des Zuges als Drehort zum Teil imposante und schöne Gegenden in den Aussenaufnahmen (die komplett in Idaho entstanden) zeigt.

Der Film ist aber auch ein härterer Western, der für seine Zeit damals schon ungewöhnlich hart war. Das stört ein bißchen (meiner Ansicht nach), ansonsten aber ist "Nevada Pass" ein rundum gelungener und spannender Western.


CHARLES BRONSON

Bronson wurde ab den 70er Jahren als Action-Held bekannt und wurde in diesem Genre eigentlich die nächsten Jahre nur noch erfolgreich. Das er auch Charakterrollen spielen konnte, wurde ihm viel zu wenig abverlangt.

Über Nebenrollen, die ihn meist als negativen Charakter zeigten, gelang dem am 3. November 1921 in Ehrenfield, Pennsylvania (unter dem Namen Charles Dennis Buchinsky), geborenen Bronson ein erster internationaler Erfolg, als er 1960 in dem heute berühmten Western "The magnificent seven" ("Die glorreichen Sieben") von John Sturges spielte.

Aber auch danach kamen nicht die erhofften Hauptrollen. Er bekam zwar Rollen angeboten wie in "Battle of the Bulge" ("Die letzte Schlacht", 1965) oder 1966 in "The Dirty Dozen" ("Das dreckige Dutzend") von Robert Aldrich, aber das waren selten Hauptrollen. 1968 ging er nach Italien, wo er endlich eine Hauptrolle in Sergio Leones "C'era una Volta il West" ("Spiel mit das Lied vom Tod") neben Henry Fonda bekam. Dieser Film machte Bronson berühmt, prädestinierte ihn aber auch für die Rolle des schweigsamen, actionbetonten Helden.

In dieser Art waren dann auch seine weiteren Rollen, die er in den USA später spielte: "Chato´s Land" ("Chatos Land", 1971), "Valdez il Mezzosangue" ("Wilde Pferde", 1973) oder "Mr. Majestyk" ("Das Gesetz bin ich") von 1974. Im selben Jahr spielte er als Paul Kersey unter der Regie von Michael Winner in dem Action-Film "Death Wish" ("Ein Mann sieht rot"), wo er seinen Rollentypus wieder spielte, diesmal aber auch eine Portion Selbstjustiz dazu gelegt wurde.


Das machte ihn natürlich zum Zielobjekt für gewisse Vorwüfe - die sich immer wieder steigerten, als es der Film auch noch gewagt hatte, Erfolg zu haben und 1981 auch noch eine Fortsetzung unter dem Titel "Death Wish II" ("Der Mann ohne Gnade") produziert wurde. Ein weiterer Teil kam 1985 als "Death Wish 3" ("Der Rächer von New York" in die Kinos. Diese drei Filme, sowie "The Mechanic" ("Kalter Hauch", 1972) und "The Stone Killer" ("Ein Mann geht überLeichen" (1973) drehte Bronson unter der Regie von Michael Winner. 1987 entstand noch "Death Wish 4: The Crackdown" ("Death Wish 4: Das Weiße im Auge"), diesmal aber unter der Regie von J. Lee Thompson. Als Abschluß der Reihe drehte Bronson noch 1994 "Death Wish V: The Face of Death" unter der Regie von Allan A. Goldstein.


Natürlich waren diese Filme nicht dazu angetan, sein Image zu ändern, und so waren auch seine späteren Rollen auf das Action-Genre beschränkt. Ende der 80er Jahre wechselte Bronson langsam zum Fernsehen und drehte auch dort noch interessante Filme wie eine Neuauflage von "The Sea Wolf" ("Der Seewolf", 1993).

1995 stand er dann als Polizist Paul Fein zum erstenmal in dem Film "Family of Cops" vor der Kamera, eine Rolle, die er in zwei weiteren Fernseh-Filmen spielte: 1997 in "Breach of Faith: Family of Cops II" und 1999 in "Family of Cops III: Under Suspicion". Dies war der letzte Film, in dem Charles Bronson zu sehen war.

Der Schauspieler starb im Alter von 91 Jahren am 30. August 2003 in Los Angeles an den Folgen der Alzheimer-Erkrankung.