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Wednesday, August 26, 2009

John Carpenter's beste Filme (Teil 16)

John Carpenter's Ruf hatte in den 90er Jahren etwas gelitten. Mehrere seiner Projekte scheiterten, bzw. kamen gar nicht über das Planungsstadium hinaus. Er hatte mehrere finanzielle, wie auch künstlerische Flops abgeliefert, wie auch sein letzter Film "Memoirs of an Invisible Man" ("Jagd auf einen Unsichtbaren", 1991, 92), der sowohl bei Kritik als auch beim Publikum weitesgehend durchfiel.



Sein Name verlor langsam, aber sicher den Klang, den er mal hatte. Das änderte sich etwas mit seinem nächsten Film - mit:



john-carpenters-beste-filme-teil-1711IN THE MOUTH OF MADNESS
(Die Mächte des Wahnsinns)
USA, 1993, 94



Darsteller:
Sam Neill (John Trent)
Julie Carmen (Linda Styles)
Jürgen Prochnow (Sutter Cane)
David Warner (Dr. Wrenn)
John Glover (Saperstein)
Bernie Casey (Robinson)
Peter Jason (Mr. Paul)
Charlton Heston (Jackson Harglow)
Frances Bay (Mrs. Pickman)



Welt-Premiere: Dezember 1994 in Italien (auf dem "Noir in Festival")
US-Kino-Start: 3. Februar 1995
Deutscher Kino-Start: 23. Februar 1995



Friday, June 12, 2009

The Fog - Nebel des Grauens

"The Fog - Nebel des Grauens"

Inhalt: Nick Castle betreibt mit seinem Partner Spooner ein Charterboot auf der Insel Antonio Island in Oregon. Es ist eine Kleinstadt, die bald vor einem Jubiläum steht. Unerwartet kommt Nick's Freundin Elizabeth Williams auf die Insel zurück.
In derselben Nacht fährt Spooner mit Freunden auf die See hinaus, als sie in einen dichten Nebel geraten. Am nächsten Morgen findet man nur noch Spooner, die anderen drei jungen Leute sind tot.
Bald häufen sich unheimliche Vorfälle, weitere Todesopfer sind zu beklagen, die stets in Zusammenhang mit dem dichten Nebel auftauchen.
In der Nacht der Feier der Gründungsväter der Stadt sieht die Radio Morderatorin Stevie Wayne von ihrem Leuchtturm über dem Ort, wie der Nebel sich immer weiter ausbreitet und die Stadt langsam ganz umschließt.

Kanada, USA, 2005
Original-Titel: THE FOG


Darsteller:
Tom Welling (Nick Castle)
Maggie Grace (Elizabeth Williams)
Selma Blair (Stevie Wayne)
DeRay Davis (Spooner)
Kenneth Welsh (Tom Malone)
Adrian Hough (Vater Malone
Sara Botsford (Kathy Williams)
Cole Heppell (Andy Wayne)
Mary Black (Tante Connie)
Jonathon Young (Dan)


Drehbuch: Cooper Layne
basierend auf dem 1980er Drehbuch von John Carpenter und Debra Hill
Ausführende Produzenten: Derek Dauchy, Todd Garner, Dan Kolsrud
Produzenten: Debra Hill, John Carpenter, David Foster
Regie: Rupert Wainwright


HINTER DEN KULISSEN
Dies ist ein Remake des Originals von John Carpenter, den dieser im Jahre 1980 als "The Fog" nach einem Drehbuch von ihm selber und Debra Hill drehte. Carpenter besetzte seinen Film damals mit Adrienne Barbeau, Jamie Lee Curtis, Janet Leigh, Tom Atkins, John Houseman und Charles Cyphers.
An dem Remake waren er und Debra Hill beide als Produzenten beteiligt.
Das Remake ist (natürlich) nicht so gut wie das Original; das war aber auch nicht zu erwarten und dieser Fall tritt ohnehin sehr selten ein, dass die Wiederverfilmung besser ist als das Original. Das sollte man bei diesem Film also erst gar nicht erwarten.
Wer den Original-Film kennt, kann sich das Ansehen von Rupert Wainwright's Version eigentlich sparen, denn er würde nichts Aufregendes oder Wichtiges verpassen, das er nicht schon irgendwie im Orginal gesehen hat.
Dennoch hat die Neuverfilmung ihren Reiz. Die Grundgeschichte ist hier ebenso. Es gibt kleine Änderungen zum Original, in dem man die Geschichte etwas aufgeblasen und an anderen Stellen eingespart hat.
Es gibt aber auch viele Szenen und Gegebenheiten, die man fast wörtlich aus dem Original übernommen hat: die Szenen in Nick's Wagen, als die Scheiben explodieren, der geheimnisvolle Fund von Gegenständen aus der "Elizabeth Dane" am Strand, das unerklärliche Feuer im Leuchtturm, das Tagebuch von Pater Patrick Maloine, die Szene im Leichenschauhaus, als eine der Leichen wieder aufersteht und die Rettung in letzter Sekunde von Andy Wayne, die beinahe identisch mit dem Original ist.
Vielleicht wäre es hier besser gewesen, einfach ein etwas mehr von der Original-Story abzuweichen. John Carpenter's "The Fog" lebte (ausser den Darstellern und den Effekten) von der unheimlichen Geschichte, von den Wendungen und den Überraschungen, die sie bot.
Wenn man diese noch einmal in einer neuen Verfilmung benutzt, dann macht ein Remake in diesem Fall keinen Sinn, weil man ja diese Wendungen und Überraschungen schon kennt.
Deshalb hätte man hier einfach mehr Neues dazu schreiben und verfilmen sollen. Eigentlich ein Widerspruch in sich, denn ein Remake soll ja die Geschichte des Originals neu erzählen.
FAZIT
Diejenigen, die John Carpenter's Original nicht kennen, können sich den Film unbesorgt ansehen, er wird ihnen eineinhalb Stunden lang nicht ungewöhnlich gute, aber dennoch solide Gruselunterhaltung bieten.
Diejenigen, die das Original kennen, können es sich eigentlich sparen, es sei denn, sie wollen Vergleiche anstellen oder sind einfach neugierig. Lohnenswert ist der Film irgendwie schon.


Auf DVD kann man den Film hier bestellen.

Wednesday, March 18, 2009

The Fog - Nebel des Grauens



Inhalt: In der Nähe der kalifornischen Kleinstadt Antonio Bay, irgendwo am Strand: ein alter Seeman erzählt einer kleinen Gruppe Kinder Geistergeschichten, unter anderem auch eine, die sich vor der Küste des Ortes wirklich zugetragen hat.

Vor 100 Jahren fuhr bei schwerer See ein kleiner Kutter auf dem Weg zu einem sicheren Ankerplatz. Als dichter Nebel aufkam, verlor die Besatzung die Orientierung. Als die Matrosen ein Licht sehen, steuern sie darauf zu - in der Annahme, es sei der Leuchtturm.

Aber das Licht ist ein Lagerfeuer, das angezündet wurde, um die Männer samt ihrem Schiff ins Verderben zu locken. Der Kutter lief auf die Felsen auf und versank. Seit damals aber erzählen sich die Menschen in Antonio Bay, das die Männer, die damals umkamen, 100 Jahre später wiederkehren würden, um sich für das zu rächen, was ihnen angetan hatte.


USA, 1979, 80
Original-Titel: THE FOG

Darsteller:
Adrienne Barbeau (Stevie Wayne)
Jamie Lee Curtis (Elizabeth Solley)
Janet Leigh (Kathy Williams)
John Houseman (Mr. Machen)
Tom Atkins (Nick Castle)
Charles Cyphers (Dan O'Bannon)
Nancy Loomis (Sandy Fadel)
Ty Mitchell (Andy)
Hal Holbrook (Vater Malone)
John F.Goff (Al Williams)

Drehbuch: John Carpenter und Debra Hill
Ausführender Produzent: Charles B.Bloch
Produzentin: Debra Hill
Regie: John Carpenter


HINTER DEN KULISSEN
1978 erreichte der junge Regisseur John Carpenter mit seinem Horrorfilm "Halloween" ("Halloween - Die Nacht des Grauens") einen riesigen Erfolg nicht nur in den USA, sondern in vielen Ländern. Der mit einem Mini-Budget hergestellte Film spielte ein Vielfaches seines Etat wieder ein.


Der grosse Erfolg aber liess auch die Erwartungshaltung in die Höhe schnellen, als Carpenter sich 1979 an die Arbeit zu seinem nächsten Horrorfilm machte. Das Drehbuch schrieben wieder - wie schon bei "Halloween" - Carpenter und Debra Hill.

Noch bevor es losging, schrieb Carpenter eine Extra-Rolle für eine Schauspielerin, die er schon länger einmal vor seinen Kameras haben woltle: Janet Leigh, die im Film die Bürgermeisterin des Ortes, Kathy Williams, spielt. Es war das erste Mal, das Janet Leigh zusammen mit ihrer Tochter Jamie Lee Curtis in einem Film spielte.

Jamie Lee spielte auch in diesem Film wieder unter der Regie von Carpenter, nachdem sie im Jahr zuvor durch ihre Hauptrolle in "Halloween" durch den grossen Erfolg bedingt ebenfalls bekannt geworden war. Ausser Leigh und Curtis waren hier zu sehen: Hal Holbrook als Father Malone, Adrienne Barbeau als Stevie Wayne, John Houseman als Mr. Machen (der Seemann) und Tom Atkins als Nick Castle.

In der Rolle des Kirchendiener Bennett übrigens sah man jemanden, dem man in John-Carpenter-Filmen so schnell nicht wieder begegnete, jedenfalls nicht auf den ersten Blick - John Carpenter selber. Die Rollenfigur entlieh Carpenter einem Mann namens Bennett Tramer, mit dem Carpenter zusammen auf der "USC" war (der "University of Southern California"). Tramer war von 1984 bis 1999 als Drehbuch-Autor für Film und Fernsehen aktiv.

Die Rolle des Vater Malone wurde ursprünglich Christopher Lee angeboten, doch der lehnte aus welchen Gründen auch immer ab. Auch Kurt Russell wurde ein Part im Film angeboten, der Ende Dezember 1978 mit Carpenter den Film "Elvis" abgedreht hatte, doch auch er lehnte ab.



DAS REMAKE
Regisseur Rupert Wainwright inszenierte 2005 das Remake "The fog" ("The Fog - Nebel des Grauens"), eine kanadisch-amerikanische Co-Produktion. Die Geschichte aus dem Original hat im Remake nur wenige Änderungen erfahren: zum Jahrestag der Gründer der Stadt wollen die Bürger Statuen von ihnen aufstellen. Elizabeth, die Freundin von Nick Castle, findet in einem Bootshaus ein altes Tagebuch aus dem Jahr 1871, wo die Geschichte ihren Anfang nahm.


In der Neuverfilmung ist Antonio Bay ersetzt worden durch Antonio Island, also eine Insel in Oregon. Einige Darsteller sind anders oder verändert worden, einige Gegebenheiten wurden ebenfalls verändert, aber im Großen und Ganzen hielt sich Drehbuch-Autor Cooper Layne an das Original-Skript von Carpenter und Debra Hill.

Die Hauptrollen spielten im Remake Tom Welling als Nick Castle, Maggie Grace als Elizabeth Williams, Selma Blair als Stevie Wayne sowie DeRay Davis (Spooner), Kenneth Welsh (Tom Malone), Adrian Hough (Vater Malone) oder Sara Botsford als Kathy Williams.

Das Remake war alles andere als ein Mißerfolg: produziert mit einem für die heutige Zeit vergleichsweise schmalen Budget von 18 Millionen Dollar spielte es allein in den USA 29,5 Millionen Dollar wieder ein. Bei "The Fog" waren John Carpenter und Debra Hill als Produzenten dabei, für Debra Hill war es allerdings die vorletzte Arbeit, sie verstarb kurz vor Ende der Dreharbeiten in Los Angeles.

Die am 10. November 1950 in Haddonfield, New Jersey, geborene Debra Hill arbeitete öfter mit John Carpenter zusammen, nicht nur an der "Halloween"-Reihe, sie produzierte auch "Escape from New York" ("Die Klapperschlange", 1981) und dessen Fortsetzung "Escape from L.A." ("Flucht aus L. A.", 1996). Debra Hill starb mit lediglich 54 Jahren am 7. März 2005 in Los Angeles an Krebs.

Monday, February 16, 2009

John Carpenter's beste Filme (Teil 5)

Nach dem Erfolg von "Halloween" war John Carpenter endlich in "seinem Genre" angekommen: im Horror. In dieser Hinsicht lieferte er (nach dem TV-Film "Elvis" mit Kurt Russell) einen weiteren Film, der heute längst als moderner Klassiker im Horrorbereich gilt:


THE FOG
(The Fog - Nebel des Grauens)
USA, 1979, 80

Darsteller:
Adrienne Barbeau (Stevie Wayne)
Jamie Lee Curtis (Elizabeth Solley)
Janet Leigh (Kathy Williams)
John Houseman (Mr. Machen)
Tom Atkins (Nick Castle)
Charles Cyphers (Dan O'Bannon)
Nancy Loomis (Sandy Fadel)
Ty Mitchell (Andy)
Hal Holbrook (Vater Malone)
John F.Goff (Al Williams)

US-Kino-Start: 8. Februar 1980
Deutscher Kino-Start: 28. August 1980

Drehbuch: John Carpenter und Debra Hill
Ausführender Produzent: Charles B.Bloch
Produzentin: Debra Hill
Regie: John Carpenter


Zum Inhalt: In der Nähe der kalifornischen Kleinstadt Antonio Bay, irgendwo am Strand: ein alter Seeman erzählt einer kleinen Gruppe Kinder Geistergeschichten, unter anderem auch eine, die sich vor der Küste des Ortes wirklich zugetragen hat.

Vor 100 Jahren mühte sich ein kleiner Kutter durch das aufgewühlte Meer, als Nebel aufkam. Die Männer verloren die Orientierung und sahen dann ein Licht. In der Annahme, es sei das Leuchtturmfeuer, änderten sie den Kurs und fuhren auf das Licht zu. Es war aber eine Falle, denn das Licht war nur ein Lagerfeuer am Strand, das absichtlich entfacht worden war, um das Schiff gegen die Klippen laufen zu lassen.

Der Kutter lief auf Grund und versank im Meer, mit ihr die Mannschaft. Das alles passierte vor genau 100 Jahren und als es Mitternacht schlägt, sind es genau 100 Jahre her. Seit damals erzählen sich die Menschen im Ort, das die Besatzung des Schiffes irgendwann zurückkehren wird, um sich an denen zu rächen, die sie damals ins Verderben gelockt haben.

Das sind die Zutaten für eine klassische Geistergeschichte und als genau solches kann man Carpenter's Film eigentlich auch betrachten. Fans des klassischen Grusels werden hier ihre helle Freude haben, aber auch denen, die etwas modernern Horror mögen, werden hier durch die Effekte und die bald fast stetig herrschende Stimmung von Grusel gefangen genommen.


Die Film-Gesellschaft "Avco Embassy" fragte bei Carpenter an, ob er nicht einen Film für sie machen wolle und, wenn ja, welches Thema. Carpenter kamm dann mit einer Idee, die er während einer Autofahrt hatte, als er sich durch eine undurchsichtige Nebelbank durchwuseln mußte.

Der Regisseur sagte später in Interviews, dass eine andere Inspirationsquelle der englische Film "The Trollenberg Terror" ("Die Teufelswolke von Monteville") von 1958 gewesen sei. In diesem Film, der in den Schweizer Bergen spielt, geht es um Außerirdische, die die Menschen mit einer geheimnisvollen, radioaktiven Wolke angreifen. Forrest Tucker, Laurence Payne, Jennifer Jayne und Janet Munro spielten die Hauptrollen in diesem doch ziemlich unbekannten Film, den Quentin Lawrence inszenierte.

Als Budget wurde eine Million Dollar veranschlagt, mehr als doppelt so viel wie für "Halloween". Debra Hill "verbarrikadierte" sich daraufhin für eine Weile an ihren Schreibtisch und legte bald darauf einen ersten Drehbuchentwurf vor. Carpenter änderte etwas an dieser Version und gab sie ihr wieder zurück, das Spielchen ging einige Male hin und her, bis beide zurfieden waren und letztlich das auf dem Papier stand, was dann auch in dieser Form in die Kinos kam.

Runde zwei Monate nahm dies alles in Anspruch und dann konnte es endlich losgehen. Die Dreharbeiten selber liefen von April bis Mai 1979. Das wesentlich höhere Budget bei "The Fog" z.B. gegenüber von "Halloween" erklärt sich auch durch die relativ aufwendigen Spezial-Effekte.

Während die meisten mechanischen Effekte vergleichsweise einfach zu realisieren waren, gestalteten sich die Aufnahmen mit dem Nebel als etwas aufwendiger.

Die Szene, in der der Nebel eine Straße im Ort Antonio Bay herunterkommen soll, wurde von der Natur "versaut", denn der Wind blies den Nebel genau in die andere Richtung. Flugs änderte man die Strategie und filmte diese Szene von der anderen Seite der Straße her. Später wurde das Ganze dann rückwärts abgespielt und der Effekt war fertig.



Teil 6 der "John-Carpenter"-Reihe folgt am 22. Februar.

Thursday, January 29, 2009

John Carpenter's beste Filme (Teil 3)



Nach dem (ziemlich gelungenen) TV-Film "Someone's watching me" ("Das unsichtbare Auge", 1978) machte sich John Carpenter an die Arbeit zu dem Film, der seinen Ruf als genialen Spannungs- und Horror-Regisseur begründen sollte:


HALLOWEEN
(Halloween - Die Nacht des Grauens)
(US-Arbeits-Titel: THE BABYSITTER MURDERS)
USA, 1978

Darsteller:
Donald Pleasence (Dr. Sam Loomis)
Jamie Lee Curtis (Laurie Strode)
Nancy Loomis (Annie Brackett)
P.J. Soles (Lynda)
Charles Cyphers (Sheriff Leigh Brackett)
Kyle Richards (Linsdey Wallace)
Brian Andrews (Tommy Doyle)
John Michael Graham (Bob Simms)
Nancy Stephens (Marion Chambers)

US-Kino-Start: 25. Oktober 1978
Deutscher Kino-Start: 6. Juli 1979

Drehbuch: John Carpenter und Debra Hill
Ausführende Produzenten: Moustapha Akkad, Irwin Yablans
Produzenten: Debra Hill, John Carpenter (Carpenter wurde im Vorspann nicht genannt)
Regie: John Carpenter

Zum Inhalt: An Halloween des Jahres 1963 wird in Haddonfield, Illinois, einer Kleinstadt, der Teenager Judith Myers mit einem Messer niedergestochen. Ihren Eltern läuft der Mörder an ihrer Gartentür in die Arme - es ist ihr sechsjähriger Sohn Michael!

15 Jahre später: Der Psychiater Dr. Sam Loomis ist auf dem Weg zur Nervenheilanstalt, in die man Michael Myers damals eingeliefert hatte. Eine Kommission will diesen bald wieder freilassen, was Loomis um jeden Preis verhindern will. Als er in der Nacht zu einem ersten Besuch die Anstalt erreicht, bekommt er die Nachricht, das Myers ausgebrochen und entkommen konnte. Seine Spur hat man verloren, doch der Arzt weiß, wohin der Mörder will, es ist der 30. Oktober, die Nacht zu Halloween.


Beim ersten Anlauf beliefen sich die weltweiten Einspielergebnisse auf ca. 60 Millionen Dollar - wohlgemerkt nur im Jahre 1978. Heute dürfte sich das Gesamteinspielergebnis (alles in allem) auf etwa 100 Millionen Dollar eingependelt haben, bei einem Budget von 320.000 Dollar.

Die Grundidee zu Halloween stammte von dem unabhängigen Produzenten Irwin Yablans, der Carpenter eine Story unter dem Titel "The Babysitter Murders" brachte. Als Yablans dann die Idee aussprach, den Film "Halloween" zu nennen, war Carpenter an Bord unter der Bedingung, das er den Film nach seinem Gutdünken drehen konnte.

Nun machten sich Carpenter und seine ehemalige Kommititonin Debra Hill an die Arbeit, das Drehbuch zu schreiben, dieses hatten sie in drei Wochen fertig und als die Finanzierung stand, begannen (und endeten) die Dreharbeiten im April 1978.

Den Sommer verbrachte Carpenter mit seinen Cuttern Tommy Lee Wallace (der bei "Halloween" auch für das Produktions-Design zuständig war) und Charles Bornstein im Schneideraum. Das fertige Ergebnis (ohne Ton und Endmischung) führte Carpenter einer Verantwortlichen von "20th Century Fox" vor, die den Film gar nicht gruselig fand. So griff zum Carpenter zum letzten Mittel, um den Film zu vervollständigen und (vielleicht zu retten) - die Musik.

Carpenter sagte einmal, der beste und billigste Komponist, den er finden konnte, wäre - er selbst. Er komponiere die Musik nicht so, wie es die meisten anderen machen. Er kennt alle Szenen, weiß wie lange sie sind und auf welche Weise sie musikalisch unterlegt werden müssen. Szene für Szene wird abgemessen, und diese Zeit wird mit der passenden Musik ausgefüllt. Und diese Methode funktioniert, wenn man sich den Soundtrack des Film anhört. Dies ist einer der seltenen Fälle, wo man sich die Film-Musik auch anhören kann, ohne den Film selber gesehen zu haben.

Ein oft eingesetztes Mittel auch für die Steigerung der Spannung war die "Panaglide"-Kamera (ähnlich der Steadicam), die der Kameramann festgeschnallt am Körper trägt und sich so frei bewegen und aufnehmen kann.

"Halloween" gewann mehrere Preise, unter anderem den als "Bester Horror-Film des Jahres" bei den Film-Festspielen in Paris. Wie die meisten Blockbuster-Filme, also Filme mit ungewöhnlichem (finanziellen) Erfolg, mußte auch "Halloween" Fortsetzungen nach sich ziehen
.

DONALD PLEASENCE als Dr. Sam Loomis
Die Rolle des Psychiater Dr. Sam Loomis wird von dem wundervollen, leider schon verstorbenen Donald Pleasence verkörpert, der diese Rolle auch in manchen der Fortsetzungen spielte: in "Halloween II" (1981), "Halloween IV - The Return of Michael Myers" (1988), "Halloween V - The Revenge of Michael Myers" (1989) und in "Halloween - The Curse of Michael Myers" (1995). Bestimmt hätte man ihm auch eine Rolle im 1998 entstandenen siebten Teil der Serie angeboten, aber leider war ihm dies nicht mehr möglich.

Donald Pleasence wurde am 5. Oktober 1919 in Worksop, England, geboren. Er siedelte nach New York über, wo er ab 1939 am Theater spielte und etwa ab Mitte der 50er Jahre auch in Filmen zu sehen war. Überwiegend gab man ihm die Rollen des undurchsichtigen Schurken; so in "Fantastic Voyage" ("Die phantastische Reise", 1966, mit Stephen Boyd und Raquel Welch), "Soldier Blue" ("Das Wiegenlied vom Totschlag", Ralph Nelson´s umstrittenen Western) oder "The Eye of the Devil".

Selten sah man ihn in Komödien, zwei Beispiele: "The Hallelujah Trail" ("40 Wagen westwärts"), John Sturges´ amüsante Westernkomödie aus dem Jahr 1964 mit Burt Lancaster, Lee Remick, Jim Hutton, Pamela Tiffin und Brian Keith. 1973 wirkte er in der Terence-Hill / Bud-Spencer-Komödie "Altrimenti ci arrabiano" ("Zwei wie Pech und Schwefel") mit.

Eines seiner letzten Werke war, der fürs Fernsehen gedrehte "Signs and wonders", eine englische Produktion der BBC. Donald Pleasence starb am 2. Februar 1995 in Frankreich, kurz nach Beendigung der Dreharbeiten von "Halloween - The Curse of Michael Myers".


JAMIE LEE CURTIS als Laurie Strode
Der Name Jamie Lee Curtis war 1978 ziemlich unbekannt, solange bis John Carpenter ihr "ihre" Rolle als Laurie gab. Danach war sie als Darstellerin in Horrorfilm gefragt. Jamie Lee wurde am 22. November 1958 in Los Angeles geboren. Sie ist die zweite Tocher der Hollywood-Stars Tony Curtis (geboren am 3. Juni 1925) und Janet Leigh (geboren am 6.Juli 1927).

Mutter und Tochter standen 1979 gemeinsam für den Carpenter-Film "The Fog" vor der Kamera. 1975 mußte Jamie Lee aufgrund eines Broadway-Engagements ihrer Mutter in ein Internat, wo sie in einem Musical erste Statistenauftritte absolvierte. Nach ihrem Schulabschluß ging sie 1976 nach Hollywood, wo sie nach diversen Schauspielkursen bei der Universal einen Siebenjahres-Vertrag bekam. Sie wurde in TV-Serien (so in "Charlie´s Angels" oder "Columbo") für Nebenrollen eingesetzt.

Nach dem Erfolg von "Halloween" engagierte man sie für ähnlich gelagerte Filme: in "Prom Night" ("Prom Night - Die Nacht des Schlächters", 1979), "Terror train" ("Das Monster im Nachtexpreß"), "Road Game" ("Truck Driver") oder "The Fog", wo sie erneut mit John Carpenter zusammen arbeitete.

Als sie die Rolle von Laurie Strode auch in der Fortsetzung "Halloween II" spielte, hatte sie in der Presse bereits den Spitznamen "Screaming Queen" weg. Sie wollte unbedingt davon los, das gelang ihr schließlich 1983 mit dem John-Landis-Film "Trading Places" ("Die Glücksritter") neben Dan Aykroyd und Eddie Murphy. Danach hatte sie es geschafft, man engagierte sie für die unterschiedlichsten Rollen. 1998 und 2002 kehrte sie als Laurie Strode vor die Kamera zurück.


HALLOWEEN - DAS FEST
Der Ursprung des Halloween-Festes läßt sich heute nicht mehr eindeutig klären. Die vorherrschende Ansicht ist, dass das Fest ursprünglich aus Irland stammt und von irischen Einwanderen in die USA mitgebracht wurde.

Andere vertreten die Meinung, dass die Kelten das Fest eingeführt hätten, doch kann dies ein zeitlicher Irrtum sein, denn die Kelten feierten ebenfalls Ende Oktober des Fest "Samhain", so das diese Annahme auch nicht unbedingt richtig sein muß.

Das Wort Halloween (oder auch Hallowe'en) ist eine Ableitung des alten Wortes "All Hallows' even", das wörtlich übersetzt "Allerheiligen Abend" bedeutet. Bei uns wird das "Allerheiligen"-Fest am 1. November gefeiert.

Als die große Einwandererwelle in die USA schwappte, wurde Halloween (das bis dato auch nur in Irland bekannt war) dort immer bekannter. Bald stellte sich heraus, das besonders die Kinder an diesem Fest ihren Spaß haben, da sie an diesem Tag allen Streiche spielen konnten, wenn sie keine Süßigkeiten bekämen. Der Spruch "Trick or treat" ("Süßes oder Saures") wurde in den USA immer beliebter und das Fest verbreitete sich dort über mehrere Länder hinweg.

Bedingt wohl durch John Carpenter's Film wurde Halloween auch in Europa und auch bei uns immer bekannter. Die Fortsetzungen des ersten Teils taten ihr übriges dazu und heute ist Halloween auch bei uns ein Fest, das immer mehr anlockt.