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Monday, June 1, 2009

Dirty Harry

"Dirty Harry"

Inhalt: Harry Callahan ist Inspector bei der Mordkommission in San Francisco. Bei Kritikern und Kollegen ist er nur als "Dirty Harry" bekannt, weil er Gangster nicht unbedingt mit Samthandschuhen anfasst. Mehrmals hatte er deswegen schon Ärger mit seinen Vorgesetzen bekommen.

Als ein offenbar geistig gestörter Mann einen Mord begeht und 100.000 Dollar verlangt, um weitere Morde zu verhindern, macht sich Callahan an die Ermittlungen. Die Suche nach dem Mörder wird jedoch nicht sehr einfach und der Mann schlägt wieder zu.

Der Mörder, der sich Scorpio nennt, hat ein Mädchen entführt und will erneut eine Summe Geld haben. Diesmal kann Callahan ihn fassen, doch er wird mangels Beweise wieder freigelassen.

Bald schon ist der Mann wieder unterwegs. Er entführt einen Schulbus mit Kindern an Bord und stellt dann erneut seine Forderungen: 200.000 Dollar und einen Freiflug oder er will die Kinder umbringen.


USA, 1971
Original-Titel: DIRTY HARRY

Darsteller:
Clint Eastwood (Inspector Harry Callahan)
Harry Guardino (Lieutenant Al Bressler)
Reni Santoni (Inspector Chico Gonzalez)
John Vernon (Bürgermeister)
Andrew Robinson (Scorpio)
John Larch (Chief)
John Mitchum (Inspector Frank DiGiorgio)
Mae Mercer (Mrs. Russell)
Lyn Edington (Norma)
Ruth Kobart (Busfahrerin)

Drehbuch: Harry Julian Fink & R. M. Fink und Dean Riesner
sowie John Milius (im Vorspann ungenannt)
Story: Harry Julian Fink & R. M. Fink
Ausführender Produzent: Robert Daley
Produzent und Regie: Don Siegel


HINTER DEN KULISSEN

Clint Eastwood kann man ohne Übertreibung als Phänomen bezeichnen. Seit über 40 Jahren ist er erfolgreich im Filmgeschäft tätig. Erst als Schauspieler, dann als Produzent und als Regisseur konnte er international erfolgreiche Filme vorlegen.

Dabei schaffte er es auch noch, aus seinem Image als Actionheld, das er sich anfangs seiner Karriere aufgebaut hatte, zu entkommen und auch in Charakterrollen zu glänzen. Es gibt kaum ein Genre (außer dem Horror), in dem er nicht gespielt oder Regie geführt hat.

Eastwood (geboren am 31. Mai 1930 in San Francisco als Clinton Eastwood Jr.) begann Mitte der 50er Jahre mit winzigen Rollen in Filmen und später als Gast in diversen Fernseh-Serien. Erste Erfolge hatte er ab 1959, als er die Rolle des Rowdy Yates in der TV-Serie "Rawhide" übernahm.

Diese Rolle spielte er in 217 Episoden bis 1965. Davor schon wurde er nach Italien engagiert, wo er seinen europäischen Durchbruch in den beiden sogenannten "Dollar"-Filmen schaffte: 1964 in "Per un Pugno di Dollari" ("Für eine Handvoll Dollar", 1964) und "Per qualche Dollaro in piu" ("Für ein paar Dollar mehr", 1965).

Diese Filme ebneten ihm aber auch den Weg zum Erfolg in den USA, wo er nach einigen weiteren Western 1971 den Part des Callahan in "Dirty Harry" annahm. Dieser Film machte ihn zum Star, verschaffte ihm aber auch einiges an Kritik. Denn seiner Rollenfigur wurde Selbstjustiz und noch Schlimmeres vorgeworfen.

Bei Action-Fans aber wurde Eastwood mit diesem Film und dieser Rolle bekannt und beliebt. Der Film ebnete ihm die Chance auf andere interessante Rollen.


DER FILM
Die erste Drehbuchfassung von "Dirty Harry" entstand unter dem Titel "Dead Right" und sollte eigentlich in New York spielen. Als Regisseur waren Irvin Kershner oder Sydney Pollack im Gespräch, doch bei beiden kam es nicht dazu. Als Don Siegel für die Regie verpflichtet wurde, bestand er darauf, dass der Schauplatz geändert werden sollte. Er hatte davor schon einige Filme in New York gedreht und wollte nun woanders arbeiten.

Als Clint Eastwood zu dem Projekt stieß, einigte man sich schließlich auf San Fransisco als Handlungsort. Eastwood aber war nicht die erste Wahl für die Rolle des "Dirty Harry".

Viele bekannte Darsteller wurden angesprochen - und lehnten ab. Darsteller wie John Wayne, Robert Mitchum, Steve McQueen, Marlon Brando oder Burt Lancaster, der die Rolle letztlich wegen der Gewalt im Film ablehnte.

Frank Sinatra wurde nun angesprochen und es wäre auch beinahe dazu gekommen, doch musste er schließlich wegen einer Verletzung an der Hand absagen. Das war der Zeitpunkt, zu dem Irvin Kershner das Projekt verließ.

Clint Eastwood kam erst ins Gespräch, als auch Paul Newman die Titelrolle ablehnte, dafür aber Eastwood als Ersatz vorschlug - und so kam es dann auch.

Zunächst aber stand auch Eastwood's Engagement auf wackeligen Füßen. Zu dieser Zeit befand er sich noch in den Arbeiten für seine erste Regiearbeit fürs Kino, für "Play Misty for me" ("Sadistico"), in dem er auch als Schauspieler in Doppelfunktion arbeitete.

Zum Glück für alle Eastwood-Fans schaffte er die Arbeiten an seinem Regiedebüt noch rechtzeitig, so dass er doch die Rolle in "Dirty Harry" annehmen konnte. "Play Misty for me" startete in den USA am 12. November 1971 - einen Monat später, am 23. Dezember 1971, ging "Dirty Harry" an den Kinostart.

Es gibt in "Dirty Harry" übrigens einen kleinen, versteckten Hinweis auf Eastwood's Kinofilm-Debüt als Regisseur. In der Szene, in der er die Bankräuber stellt, geht er an einem Kino vorbei. Wenn man genau hinsieht, kann man dort die Ankündigung für den Film entdecken.

Für den Part des durchgeknallten Killer Scorpio war eigentich Audie Murphy vorgesehen, der aus zahlreichen Western in den USA bekannt war. Doch kam er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Als Ersatz engagierte Siegel auf Vorschlag von Eastwood selber Andrew Robinson, der ihn am Broadway in dem Stock "The Idiot" ("Der Idio") von Fyodor Dostoyewski gesehen hatte.

Robinson war überzeugter Pazifist und für seine Rolle musste er mit Filmwaffen schießen. Doch bei den Aufnahmen schloß er jedesmal nervös die Augen, wenn er abdrückte. Don Siegel unterbrach seine Aufnahmen für eine Woche und ließ Robinson von einem Waffenexperten ein Trainingskurs absolvieren, bevor er die Aufnahmen mit ihm fortsetzte.


FORTSETZUNGEN

"Dirty Harry" wurde mit einem Budget von 4 Millionen Dollar hergestellt und spielte allein in den USA 28,1 Millionen wieder ein - wurde also zu einem ziemlichen Erfolg.

Teil 2 entstand aber erst 1974 und nicht mehr zusammen mit Regisseur Don Siegel. Ted Post drehte "Magnum Force" ("Callahan") natürlich wieder mit Eastwood und Hal Holbrook, Mitch Ryan, David Soul und Tim Matheson. John Milius (ungenannter Co-Autor des ersten Films) und Michael Cimino schrieben diesmal das Drehbuch nach einer Story von Milius selber.

Teil 2 wurde noch erfolgreicher als der Vorgänger. Auf 44,6 Millionen Dollar beliefen sich die Einnahmen - nur in den USA, hinzu kamen die Auslandseinnahmen.

Der dritte Film ließ nicht mehr so lange auf sich warten: bereits 1976 war Eastwood wieder als Inspector Callahan unterwegs in "The Enforcer" ("Dirty Harry III - Der Unerbittliche"), den diesmal James Fargo inszenierte. Für das Drehbuch holte man sich bekannte Namen: Stirling Silliphant und Dean Riesner verarbeiteten eine Story von Gail Morgan Hickman und S. W. Schurr.

Als Co-Stars agierten diesmal Tyne Daly (bekannt aus "Cagney & Lacey"), Harry Guardino, Bradford Dillman und John Mitchum. Teil 3 war mit 46 Millionen Dollar Einspielergebnis in den USA ebenso erfolgreich wie sein Vorgänger.

Der Erfolg ließ "Callahan" nicht alleine. Nach mehrjähriger Pause kam 1983 mit "Sudden Impact" ("Dirty Harry kommt zurück") der vierte und bis dato erfolgreichste Film der Reihe. Satte 67,6 Millionen Dollar flossen in den USA in die Kassen.

Teil 4 entstand diesmal erstmals in dieser Reihe unter der Regie des Hauptdarstellers Eastwood selber - und er lieferte eine verdammt gute Arbeit ab. Bei vielen Fans (auch bei mir) gilt der vierte Film als einer der besten.

Sondra Locke, Pat Hingle, Bradford Dillman und Paul Drake waren die weiteren Schauspieler in diesem Film, den Eastwood nach einem Drehbuch von Joseph Stinson drehte.

Teil 4 sollte dann auch (finanziell gesehen) der erfolgreichste bleiben. 1988 kam der fünfte und bis heute letzte Film der Reihe: "The Dead Pool" ("Dirty Harry V - Das Todesspiel") in der Regie von Buddy Van Horn. Hier ging es dann rapide abwärst. Bei 37,9 Millionen Dollar stoppten die US-Einnahmen und machten diesen Film erfolgloser als die meisten anderen Teile.

Zusammen mit Eastwood spielten hier Patricia Clarkson, Liam Neeson, Evan C. Kim und Michael Currie (Drehbuch: Steve Sharon).



Über diesen Link kann man den Film auf DVD bestellen.
Über diesen Link kann man "Dirty Harry" auch auf VHS bestellen. 

Thursday, April 2, 2009

Die Körperfresser kommen


"Die Körperfresser kommen"


Inhalt: Elizabeth Driscoll, Mitarbeiterin beim Gesundheitsamt, entdeckt eines Tages, das ihr Lebensgefährte Geoffrey nicht mehr derselbe ist. Er handelt und gibt sich ihr gegenüber völlig gefühllos. Sie erzählt dies ihrem Kollegen Matthew Bennell, der aber vorerst alles noch als Nervosität oder Einbildung abtut.

Bald aber häufen sich ähnliche Vorfälle, mehrere Menschen aus seiner privaten Umgebung geben an, die ihnen vertrauten Personen seien nicht mehr sie selber, sie würden sich innerlich völlig verändert haben.

Elizabeth und Matthew entdecken bei Bekannten einen merkwürdig aussehenden Toten, der aber kurz danach spurlos verschwunden ist. Die Veränderungen, die mit vielen Menschen vorgehen, werden den nun immer deutlicher.


Dann findet Matthew im Haus von Elizabeth und ihres Freundes eine perfekte Kopie von Elizabeth, woraufhin er die echte Elizabeth sofort mitnimmt und verschwindet.

Beide merken nun, dass immer mehr Menschen verändert worden sind und finden bald heraus, dass dies immer im Schlaf geschieht. Bei ihrer Suche stossen die beiden auf eine regelrechte Fabrik, in der die perfekten Kopien der Menschen hergestellt weden. Als Matthew einen Weg finden will, dagegen etwas zu tun, schläft Elizabeth ein und ist einen Moment später nicht mehr sie selbst. Nun hat Matthew allein die Aufgabe, die Fabrik zu zerstören.


USA, 1978
Original-Titel: INVASION OF THE BODY SNATCHERS

Darsteller:
Donald Sutherland (Matthew Bennell)
Brooke Adams (Elizabeth Driscoll)
Leonard Nimoy (Dr. David Kibner)
Jeff Goldblum (Jack Bellicec)
Veronica Cartwright (Nancy Bellicec)
Art Hindle (Dr. Howell)
Lelia Goldoni (Katherine Hendley)
Kevin McCarthy (Dr. Miles J. Bennell)

Drehbuch: W. D. Richter
nach dem Roman "The Body Snatchers" von Jack Finney
Produzent: Robert H. Solo
Regie: Philip Kaufman

HINTER DEN KULISSEN

"Invasion of the Body Snatchers" ist ein Remake, das Original drehte Regisseur Don Siegel 1956 mit Kevin McCarthy und Dana Wynter (die beide hervorragend spielten) in den Hauptrollen. Bei uns lief der Film zunächst als "Die Dämonischen" und später als "Die Invasion der Körperfresser".

Regisseur Siegel wollte schon in seiner Version ein negatives Ende haben, also ohne Happy-End. Doch das produzierende Studio zwang ihm Änderungen auf, man wollte damaks keinen so pessimistischen Schluss haben. In dem von Philip Kaufman gedrehten Remake aber gibt es kein Happy-End - wie das aussieht, das verrate ich hier nicht, weil ich sonst einen sehr guten und eindringlichen Schluss verraten würde.

Don Siegel's Version von 1956 ist zu Recht ein Klassiker der Science-Fiction und auch Kaufman gelang es, ein recht eindrucksvolles Remake auf die Beine zu stellen. Für seine Version nahm er allerdings viele kleine Änderungen an vor. Die Grundgeschichte bliebt logischerweise erhalten, aber es ist eben vieles anders.

Die Geschichte spielte hier im San Francisco der (damals) aktuellen Zeit - also um 1978. Die erste Version spielte in einer kalifornischen Kleinstadt. Die Hauptfigur war im ersten Teil ein Arzt, in dieser Version ist er ein Inspektor beim Gesundheitsamt und die beiden Hauptfiguren sind hier auch kein Paar im eigentichen Sinne usw usw.

Der Film erreicht aber nicht ganz die Intensität und die Eindringlichkeit (und auch die Spannung) des Films von Don Siegel. Wenn ich also eine Version bevorzugen sollte, dann würde ich ganz klar die 1956er Version wählen. Philip Kaufman´s Fassung hat einen entscheidenen Fehler oder Makel: sie ist ganz einfach zu lang!

Bevor noch die Mitte des Films erreicht ist, stellte sich bei mir trotz der herrschenden stimmungsvollen Bedrohung irgendwann etwas Desinteresse ein - und nicht, weil ich die Original-Version (und damit die eigentliche Handlung) bereits kannte, sondern weil nach den Einleitungen in die Handlung einfach zu wenig passierte.

Die unheimliche Atmosphäre, die durch die allmählich anschwellende Bedrohung aufkommt, wird zwar sehr gut erzählt, aber sie dauert zu lange - sie nutzt sich irgendwann ab. All das hätte man kürzer erzählen können, so wie Don Siegel in seiner Version. Dort ist diese Atmoshäre ebenso zu spüren, aber sie würgt die Spannung nicht ab, sie steigert sie, bis die Handlung dann wieder weitergeht.

Bei Philip Kaufman´s Version geht sie über die Spannung hinaus und verflacht dann bald, so das die Langatmigkeit aufkommt. Man muß also etwas Geduld aufbringen, will man in der Handlung bleiben. Aber - um keine Mißververständniss aufkommen zu lassen - die Geduld, die man aufbringen muß, lohnt sich, denn für ein Remake ist der Film erstaunlich gut.

Die Schauspieler (und zwar alle Hauptdarsteller) spielen sehr gut, obwohl ich kein grosser Fan von Donald Sutherland bin, in diesem Film aber wirkt er mehr als überzeugend. Auch - und vor allem - Brooke Adams spielt ihre Rolle hervorragend. Etwa ab der Mitte des Films, als klar wird, das ihre Wahrnehmung über die veränderten Menschen richtig ist, läuft sie zur Hochform auf. Später die Verzweiflung, als beide erkennen, das wahrscheinlich schon die ganze Stadt umgewandelt worden ist, verkörpern beide absolut glaubwürdig.

Leonard Nimoy in der Rolle des Psychiaters Dr. Kibner spielt ebenfalls sehr überzeugend. Er zeigt hier deutlich, dass er sehr viel mehr als nur die Rolle des Mr. Spock beherrscht. Aber auch die Nebendarsteller wie Jeff Goldblum und Veronica Cartwright (gerade die Szene mit ihr im Finale, die ich schon angesprochen habe) liefern exzellente Leistungen ab.

Die finanzielle Seite lag bei diesem Film sehr günstig. Bis Ende 1978 hatte Kaufman's Remake in den USA bereits schon die Summe von 24,9 Millionen Dollar eingespielt bei einem Budget von gerade mal 3,5 Millionen.


WEITERE TEILE

Philip Kaufmans Version war aber nur das erste Remake des Stoffes, zwei weitere sollten bis heute folgen. 1993 drehte Regisseur Abel Ferrara "Body Snatchers" ("Body Snatchers - Angriff der Körperfresser") mit Gabrielle Anwar, Terry Kinney, Billy Wirth und Christine Elise.

Ferrars Version wich wiederrum gänzlich in der äußeren Handlung von den beiden ersten Versionen ab: bei ihm kommt der Teenager Marti (Gabrielle Awar) mit ihrem Vater in eine neue Kaserne, wo sich dann die Menschen verändern. In den Grundzügen läuft die Handlung genauso ab, auch hier sind es ausserirdische Wesen, die die Menschen im Schlaf übernehmen und deren Gestalt annehmen.

Diese neuen inhaltlichen Wendungen erdachten Raymond Cistheri und Larry Cohen, nach denen dann Stuart Gordon, Dennis Paoli und Nicholas St. John das fertige Drehbuch schrieben.

Ein weiters Remake wurde 2005 begonnen: der gebürtige Hamburger Oliver Hirschbiegel drehte mit Nicole Kidman, Daniel Craig, Jeremy Northam und Jackson Bond "Invasion" ("Invasion"). Doch der Film lag lange auf Eis, bevor 2007 mit Nachdrehs begonnen wurde, erst dann kam der Film in die Kinos.

Doch dieser Version war kein Glück beschieden. Nach den (von James McTeigue inszenierten) Nachdrehs startete der Film in den USA und entpuppte sich als finanzieller Reinfall. Bis Ende 2007 flossen gerade mal 15 Millionen Dollar in die Kassen - dagegen stand das Budget von ca. 80 Millionen.


Auf DVD gibt es den Film u.a. hier.