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Sunday, April 12, 2009

John Carpenter's beste Filme (Teil 12)

"Black Moon rising" ("Black Moon", 1985, 86) war der Titel des nächsten Films, an dem John Carpenter (mit)arbeitete, aber nicht als Regisseur - für diesen Film um ein Raketen-Auto lieferte er die Story und das Drehbuch, das später von Desmond Nakano und William Gray noch umgeschrieben wurde.


BLACK MOON RISING
(Black Moon)
USA, 1985, 86


Darsteller:
Tommy Lee Jones (Sam Quint)
Linda Hamilton (Nina)
Robert Vaughn (Ed Ryland)
Richard Jaeckel (Earl Windom)
Lee Ving (Marvin)
Bubba Smith (Johnson)
Dan Shor (Billy Lyons)

US-Kino-Start: 10. Januar 1986
Deutscher Kino-Start: 16. Januar 1986

Drehbuch: John Carpenter, William Gray, Desmond Nakano
Story: John Carpenter
Ausführender Produzent: John Carpenter
Produzenten: Joel B.Michaels, Douglas Curtis
Regie: Harley Cokeliss


Zum Inhalt: Der Agent Sam Quint hat brisante Informationen über die "Lucky Dollar Corporation" an sich genommen. Informationen, die den Bossen sehr viel Ärger einbringen können. Diese sind auf einem Band, das Sam in einem Raketen-Auto, das die Entwickler "Black Moon" gennant haben, versteckt.

Als Quint dieses Band an seine Auftraggeber weitergeben will, ist der Wagen mit seinen Besitzern schon verschwunden. Von zwei Seiten gejagt begibt sich Quint nun auf die Suche nach dem Wagen.


Der heimliche Star des Films ist das Auto "Black Moon", das es wirklich gibt, die "normalen" Fahrszenen sind real. Der Wagen wurde von dem Konstrukteur Bernard Beaujardin auf einem VW-Käfer-Chassis mit der Hilfe von Dr. Clyde Kwok gebaut und auf der Automobil-Ausstellung 1982 in Montreal als Prototyp unter dem Namen "Concordia II" erstmals vorgestellt. Der Fahrer dieses Dings liegt förmlich im Inneren, bei 92 Zentimeter Höhe wäre ein Sitz auch recht unkomfortabel.

Die Produzenten des Films, Joel B.Michael und Douglas Curtis, sahen Fotos von dem Wagen und erinnerten sich eines Original-Drehbuches von John Carpenter, das schon über 10 Jahre in irgendwelchen Schubläden herumlag. Da Carpenter´s Name immer noch einen gewissen Kassen-Erfolg garantierte, wollten sie dies ausnutzen. Sie beauftragten Desmond Nakano und William Gray, das Drehbuch zu aktualisieren und, wenn nötig, umzuschreiben.

Um es vorwegzunehmen, der Film wurde kein großer Erfolg, er spielte in den USA lediglich 6,4 Millionen Dollar ein. Das teilweise schlechte Abschneiden an der Kasse ist aber auch verständlich, denn der Film ist nicht durchgängig spannend. Dafür reicht die Geschichte einfach nicht aus. Carpenter selber soll "Black Moon Rising" auch nicht zu seinen Erfolgen gezählt haben.

Im Film gibt es einen eindrucksvollen Auto-Stunt zu sehen: der Sprung des Wagens von einem Hochhaus ins nächste. Diese Szene wurde aber von keinem Stunt-Experten gemacht, sondern mit einem Modellauto und dem Spezial-Effekt-Experten Max W. Anderson, der auch bei "Starman" tatkräftig mitgearbeitet hatte.

Das Drehbuch sah vor, das der Wagen aus einem Hochhaus durchs Fenster rast (per "Raketenzündung") und im Nebenhochhaus wiederrum durchs Fenster landet. Zu diesem Zweck wurde ein Modellauto mit Preßluft durch ein Fenster geschossen (die Landung filmte man durch dasselbe Fenster, das heißt, es gab nur ein Mini-Hochhaus, für diese Spezial-Effekt-Aufnahmen.

Bei der Landung wurde das Modellauto an Drähten befestigt und in das Fenster praktisch hineingependelt, diese Bilder wurde von unten gedreht, so daß die Drähte nicht im Bild waren. Knapp zwei Wochen arbeitete das Team um Max Anderson an dieser gelungenen Sequenz.


DIE DARSTELLER
Für die Rolle des Sam Quint engagierte man Tommy Lee Jones, der schon seit den 70er Jahren im Filmgeschäft tätig ist, aber erst mit dem 1993 gedrehten Film "The Fugitive"("Auf der Flucht") mit Harrison Ford endgültig aus dem Schatten eines (hervorragenden) Nebendarsteller gekommen war.

Er wurde am 15. September 1946 in San Saba, Texas, als Sohn eines Ex-Cowboys und Ölbohrers und Enkel einer Comanchin geboren. Nach seiner Zeit als Footballspieler ging er an die Harvard-Universität und studierte dort englische Literatur. Schon zu dieser Zeit folgten erste Annäherungsversuche im Fach Schauspiel.

Nach Auftritten am Theater und im Fernsehen gab er 1970 sein Kino-Debüt in "Love Story"; weitere Arbeiten:  "Jackson County Jail" ("Vergewaltigt hinter Gittern", 1976), "Eyes of Laura Mars" ("Die Augen der Laura Mars", 1978), "Nashville Lady" (1980), "Nate And Hayes" ("Insel der Piraten", 1983), "Stormy Monday" (1988), "Fire Birds" ("Air Bourne - Flügel aus Stahl", 1990) oder"Under Siege" ("Alarmstufe: Rot", 1992).


In den letzten Jahren wurde er endgültig zum Star durch Filme wie "The Client" ("Der Klient", 1994), "Natural Born Killers" ("Natural born Killers", 1994), "Volcano" (1997), "U.S. Marshals" ("Auf der Jagd", 1997, 98) oder den "Men in Black"-Filmen.

Nach einer ersten Oscar-Nominierung 1992 für "JFK" (1991) wurde Tommy Lee Jones 1994 für "The Fugitive" der Oscar für den besten Nebendarsteller verliehen, es sollte sein einziger bis heute bleiben.


Nina, die Gefährtin des Helden, spielte die am 26. September 1958 in Salisbury, Maryland, geborene Linda Hamilton. In einer Kindergruppe sammelte sie erste "Theater"-Erfahrungen. Sie studierte zwei Jahre lang am "Washington College" in Maryland und ging dann nach New York, wo sie sich zur Schauspielerin ausbilden ließ.

Ein festes Engagement erhielt sie erstmals in der TV-Serie "Search for Tomorrow". Nach einigen TV-Rollen, die sie nach ihrem Umzug 1979 nach Hollywood bekam, erlangte sie 1984 auch Kinoruhm in James Cameron´s "The Terminator" ("Der Terminator") mit Arnold Schwarzenegger und Michael Biehn, zu dem Cameron mit der Produzentin Gale Anne Hurd das Drehbuch schrieb.

Für die 1991 nach einem Buch von Cameron und William Wisher entstandene Fortsetzung konnte man wieder Schwarzenegger und Linda Hamilton engagieren. "Terminator II - Judgement Day" ("Terminator II - Tag der Abrechnung"), ebenfalls von James Cameron inszeniert, setzte damals Maßstäbe in Sachen computer-animierter Spezial-Effekte.

In Linda´s Filmographie findet sich auch die Verfilmung einer Stephen-King-Kurzgeschichte: "Children of the Corn" ("Kinder des Zorns", 1984) von Fritz Kiersch, die obwohl sie von Kritik und fast allen Fans gnadenlos in der Luft zerrissen wurde, bereits drei Nachfolge-Filme vorweisen kann.

Neben ihren Kinorollen spielte sie von 1987 bis 1990 in der Fantasy-TV-Serie "The Beauty and the Beast" ("Die Schöne und das Biest"), in der sie 56 Episoden lang die Freundin des unheimlichen Vincent, dargestellt von Ron Perlman, verkörperte. Die von CBS Television produzierte, äußerst erfolgreiche Serie lief in über 100 Ländern.


FAZIT
Obwohl "Black Moon Rising" einige Qualitäten aufweist, ist der Film doch zusammen mit "The Philadelphia Experiment" und "Starman" von vielen Carpenter-Fans weitesgehend ignoriert worden. Viele warfen Carpenter damals auch vor, dass er sich mehr und mehr von den großen "Major-Studios" vereinnahmen ließ und somit keine eigenen Ideen mehr hatte.

Kreativität und sein Einfluß auf seine Filme seien somit gleich null gewesen. Und faktisch ist das jedenfalls richtig. Doch das sollte sich noch steigern mit seinem nächsten Film, für den er sich wieder von einem "Major-Studio" beschäftigen ließ - für "Big Trouble in Little China".



Teil 13 der "John Carpenter"-Reihe folgt demnächst.

Thursday, November 27, 2008

Flammendes Inferno


”Flammendes Inferno”

Inhalt: Kurz vor der großen Eröffnungsfeier des neuen 137 Stock hohen Hauses kommt der leitende Architekt dahinter, dass beim Bau statt hochwertiger Materialien nur minderwertige Ware benutzt wurde.

Er verlangt, dass vor allem bei den elektronischen Leitungen sofort geändert wird, doch sein Boss will wegen der anstehenden Eröffnungsfeier keinen Alarm machen. Erst nach der Feier will er das Problem in Angriff nehmen.

Während im 137. Stock des Hauses die Party läuft, bricht in den mittleren Stockwerken in einem Lagerraum ein Feuer aus. Keine der zahlreichen Warneinrichtungen hat es registriert und als man es endlich bemerkt, ist es schon beinahe zu spät.

Bis die Feuerwehr ankommt, hat sich das Feuer schon durch Flure und Treppen gefährlich nahe an die Menschen im obersten Stockwerk hochgefressen und für eine normale Rettung durch das Haus ist es zu spät. Rettungsversuche mit einem Hubschrauber, in dem man die Menschen über das Dach aus dem Haus bergen will, scheitern an zu hohen Windgeschwindigkeiten. Die Feuerwehr hat dann eine endgültige, aber sehr riskante Idee, um das Feuer zu löschen.

USA, 1974
Original-Titel: THE TOWERING INFERNO

Darsteller:
Steve McQueen (Feuerwehr Chef Michael O’Hallorhan)
Paul Newman (Doug Roberts)
William Holden (Jim Duncan)
Faye Dunaway (Susan)
Fred Astaire (Harlee Claiborne)
Susan Blakely (Patty Duncan Simmons)
Richard Chamberlain (Roger Simmons)
Jennifer Jones (Lisolette Muller)
O.J. Simpson (Harry Jernigan)
Robert Vaughn (Gary Parker)
Robert Wagner (Dan Bigelow)

Drehbuch: Stirling Silliphant
nach den Romanen:
"The Tower" von Richard Martin Stern und
"The Glass Inferno" von Thomas N.Scortia und Frank M.Robinson
Produzent: Irwin Allen
Regie der Action-Szenen: Irwin Allen
Regie: John Guillermin



HINTER DEN KULISSEN

Mitte der 70er Jahre war das Genre der Katastrophen-Filme noch nicht so überreizt wie es seit Jahren ist. Und in dieser Zeit entstand so mancher Film, der heute völlig zu Recht als Klassiker angesehen wird. Einer davon ist der Film, der meiner Ansicht nach den Spitzenplatz in der Liste der besten Katastrophen-Filme einnimmt "The towering Inferno" ("Flammendes Inferno").

Obwohl der Film knappe 3 Stunden lang ist, kommt doch keine Langeweile auf, es herrscht einfach nur Spannung vor. Spannung, für die nicht nur die Geschichte sorgt, sondern auch eine ganze Anzahl hervorragender Stuntmen, viel Pyrotechnik und auch die Schauspieler, die stellenweise Schwerstarbeit leisten mussten.



HINTERGRÜNDE

Es gibt hier nicht - wie in vielen anderen Filmen dieses Genres - irgendwelche außergewöhnliche Spezialeffekte, sondern nur die damals schon bewährte Pyrotechnik, die hier natürlich Überstunden machen musste. Zum Gelingen des Films trugen auch eine Auswahl der Hollywood-Top-Leute aus dem Bereich der Stuntman bei - wie Dar Robinson, Gary Epper, Jeannie Epper, Stephanie Epper, Tony Epper, Glenn Randall Jr., Felix Silla, Thomas Rosales Jr., Walter Robles oder Paul Stader, der auch Stunt Coordinator des Films war.

Aber auch die Schauspieler selber mussten Einsatz zeigen, da viele Szenen, in denen sie durch das Hochhaus (im wahrsten Sinne des Wortes) tobten, in Naheinstellungen gedreht wurden, und damit war der Einsatz von Stuntleuten sehr schwierig.

Der körperliche Einsatz der Hauptdarsteller ging nicht ganz ohne Blessuren ab. Steve McQueen lief im Asbestanzug, aber ohne Sauerstoffreserven in einen brennenden Tunnel und bekam akute Atemnot. Paul Newman verknackste sich den Knöchel, als er am Set durch mehrere ausgerollte Schläuche ging, etwas später prellte er sich beim Abseilen von einem "Stockwerk" zum nächsten ein paar Rippen. Faye Dunaway erlitt Schnittwunden und einige leichte Verbrennungen.


Das Budget des Films belief sich auf (damals sehr hohe) 14 Millionen Dollar, das würde heute nicht mal reichen, um eine halbe Stunde eines normalen Actionfilms zu finanzieren. Das Wagnis, diesen Film zu realisieren, war für ein Studio damals zu hoch, so taten sich "Warner Bros." und die "20th Century Fox" zusammen, um dieses Projekt auf die Beine zu stellen.

Um möglichst viele Garantien für den Erfolg zu bekommen, sicherte man sich die Mitarbeit mehrerer hochkarätiger  Stars: Steve McQueen, Paul Newman, William Holden, Fred Astaire, Faye Dunaway, Jennifer Jones, Robert Wagner und andere. Auch hinter der Kamera hatte man eine besondere Mannschaft aufgebaut: John Williams (Musik), Harold F.Kress und Carl Cress (Schnitt), L.B. Abbott (fotografische Effekte), Joseph Biroc (Kamera der Action-Szenen), Fred Koenekamp (Kamera), Stirling Silliphant (Drehbuch), Irwin Allen (Regie der Action-Szenen) und nicht zuletzt John Guillermin für die Regie.

Als Vorlage dienten gleich zwei Romane, "The Tower" von Richard Martin Stern und "The Glass Inferno" von Thomas N.Scortia und Frank M.Robinson. Als technische Berater fungierten Jack Cavallero, Verantwortlicher bei der damaligen Feuerwehr in San Francisco und Pete Lucarelli, Verantwortlicher bei der Feuerwehr in Los Angeles.

Für manche Aufnahmen wurden im Studio mehrere Stockwerke übereinander filmreif aufgebaut, die Szenen auf dem Dach entstanden auf einer Plattform, die auf Masten aufgebaut wurde. Für die Feuer-Sequenzen wurden Gasleitungen unsichtbar für die Kamera an allen möglichen und unmöglichen Stellen installiert, so konnte man die Intensität des Feuers je nach Regiewünschen anschwellen oder abklingen lassen.

Während der Dreharbeiten standen Tag und Nacht für einen eventuellen Notfall echte Löschteams bereit. In einem Studio in Malibu wurden 57 verschiedene Set-Dekorationen aufgebaut, auf denen sich die Spezial-Effekt-Leute und die Stuntmen austoben konnten. Vorbereitet und geplant wurden die Stunts von Paul Stader. Nach Ende der Dreharbeiten standen von den 57 Set Bauten noch ganze acht.


Aber der ganze Aufwand und die Mühe sollten sich auszahlen. "The towering Inferno" spielte allein in den USA die Summer von 116 Millionen ein, dazu kamen natürlich noch die Auslandsverkäufe, spätere Fernseh- und Video-Auswertungen.

Außerdem wurde der Film 1975 achtmal für den Oscar vorgeschlagen. In den Sparten bester Film, beste Ausstattung (an William Creber, Ward Preston, Raphael Bretton), beste Musik (an John Williams), bester  Nebendarsteller (an Fred Astaire) und den besten Ton (an Theodore Soderberg, Herman Lewis) bleib es bei den  Nominierungen.

Dreimal gewann der Film den Oscar: für die beste Kamera an Fred Koenekamp, Joseph Biroc, für den besten Schnitt an Harold F.Cress und Carl Kress und für den besten Song "We may never love like this again".

Nebenbei bemerkt: als der Film am 14. Dezember 1974 in den Kinos startete, ging die Nachfrage an Wohnungen in Hochhäusern in den USA für eine ganze Weile zurück. Diskussionen wurden geführt, ob so ein Debakel in Wirklichkeit passieren könnte. Ob die  Feuerschutzvorrichtungen ausreichend wären, ob man gar die Vorschriften erweitern sollte. Ein ernstes Unterfangen also und wenn ein Film nicht nur spannend unterhält, sondern auch noch zu besseren Sicherheitsmaßnahmen führt, ist das schon etwas Positives (in Deutschland startete das Werk am 6. März 1975).



ABSCHLIESSEND

"Flammendes Inferno" ist nicht umsonst heute noch einer der Klassiker des Katastrophen-Films. Der Film kann durch seine gute und ausreichende Geschichte, mit sehr guten Darstellern, hervorragenden Effekten und einer Menge herausragender Stunt-Leute den Zuschauer in seinen Bann ziehen und ihn so mitreißend und spannend unterhalten.


Es gibt den Film natürlich auch auf DVD zu kaufen. Als Einzel oder auch in einer Sammel-Box mit weiteren Filmen des unvergessenen Steve McQueen.

TV Tipp Flammendes Inferno01









TV Tipp Flammendes Inferno02


Und die Sammel-Box, die Steve McQueen Collection, in der neben “Flammendes Inferno noch die Filme “Getaway”, “Bullit” (als Doppel-DVD), “Ich, Tom Horn”, “Wenn das Blut kocht und, “Cincinati Kid” enthalten sind.