Tuesday, March 10, 2009

Die Profis (4/4)

SERIEN-ERFINDER UND PRODUZENT: BRIAN CLEMENS
Brian Clemens ist in England seit vielen Jahren einer der meistbeschäftigten und wohl auch erfolgreichsten Leute im englischen Fernsehgeschäft. Er war aktiv als Autor, Regisseur und Produzent. Er war mit seinem Partner Albert Fennell maßgeblich am Erfolg der Serie "The Avengers" ("Mit Schirm, Charme und Melone") beteiligt. Clemens arbeitete in seiner über 40jährigen Karriere auch öfter unter Pseudonym; dafür nahm er die Namen Richard Lucas, Tony O´Grady oder Brian Sheriff.



Brian Clemens begann Ende der 50er Jahre mit dem Schreiben von Drehbüchern. Das erste verfilmte Skript mit seiner Beteiligung wurde 1957 unter dem Titel "The Betrayal" realisiert. Bereits im selben Jahr begann er dann bei dem Medium zu arbeiten, bei dem er die nächsten  40 Jahre öfter beschäftigt sein sollte: beim Fernsehen.

Neben dem Schreiben von Drehbüchern war er auch anderweitig bei der Herstellung von Filmen aktiv; so stieg er 1965 (bevor er Produzent wurde) in die (seit 1961) laufende Serie "The Avengers" als Story-Editor ein, dieselbe Tätigkeit übte er in der 3. Staffel der Serie "Ghost Squad" aus, die ab dieser Staffel "G.S. 5" hieß, und die ebenfalls 1961 gestartet wurde.

Für "The Avengers" war Clemens ab 1965 bis zum Ende der Serie tätig: ab 1965 wurde er Produzent und schrieb für ca. 30 Episoden die Drehbücher. Auch an der 1977 gestarteten, aber nicht so erfolgreichen, Nachfolge-Serie "The New Avengers" war er als Autor und als Produzent beteiligt.

Bis vor mehreren Jahren hatte es in Deutschland den Anschien, als würde es "The Avengers" nur in der Konstellation Patrick Macnee und  Diana Rigg geben - was aber nicht stimmt, denn das deutsche Fernsehen (in seiner "allumfassenden Intelligenz") hatte nur die Folgen eingekauft, in der die beiden spielten. Die erste Staffel dieser Serie lief aber bereits 1961 in England, dort spielten Patrick Macnee, der übrigens bis zum Ende der Serie als einziger von Anfang an dabei war, und Ian Hendry.

Ab 1962 übernahm dann Honor Blackman (wurde bekannt als Pussy Galore im James Bond-Film "Goldfinger") und blieb zwei Staffeln. Und erst, als sie aufhörte, kam 1965 Diana Rigg - in der 79. Episode gab sie sie ihren Einstand.

Nun sollte wohl noch erwähnt werden, das die Serie in dieser Konstellation am erfolgreichsten war, nichtsdestoweniger müssen auch die ersten Folgen einer Serie gesendet werden - völlig egal, ob es für den Verlauf der Serie nötig ist oder nicht. Nach zwei Staffeln hatte Diana Rigg genug, dann übernahm Linda Thorson für 32 Folgen den Part an Patrick Macnee´s Seite, jedoch wurde die Serie 1969 eingestellt.

Unter dem Titel "The New Avengers" wurde dann von 1977 bis 1977 noch eine Staffel produziert; diesmal spielten neben Patrick Macnee Joanna Lumley und Gareth Hunt, aber nach dieser Staffel war dann endgültig Schluß.

Als in Deutschland das Privatfernsehen um sich griff, wurden auch die letzten Staffel gesendet, ob aber die ersten Folgen bei uns jemals liefen, ist mir nicht bekannt. Mit der letzten Staffel käme die Serie dann auf eine Gesamt-Episodenzahl von 188 Folgen.

Clemens schrieb (mal mehr, mal weniger) für über 25 TV-Serien Drehbücher, darunter sind viele Serien, die bei uns völlig unbekannt sind, wie "Invisible Man" ("1958), "Sir Francis Drake" (1961), "The Mask of the Clown" (1961), "Man of the World" (1962), "The Protectors" (1964), "The Sentimental Agent" (1963), "Adam Adamant lives!" (1966), "My Wife Next Door" (1972), "The Adventurer" (1972), "Quiller" (1975), "Darkroom" (1981), "The Secret Servant" (1984), "Blaues Blut" (1990, eine deutsche Serie mit Albert Fortell, die nicht gerade viel Erfolg einheimste), sowie eine Episode der Serie "Highlander" und er kreierte die Serie "Bugs" (1995) - außerdem war er auch bei allen Serien, die er als Produzent betreute, als Autor tätig.

Als Regisseur von Kinofilmen war Clemens nur einmal tätig, er drehte 1974 (natürlich nach seinem eigenem Skript) den bei uns selten gezeigten "Captain Kronos: Vampire Hunter", mit Horst Janson und Caroline Munro, außerdem schrieb er u. a. 1971 das Drehbuch zu "Dr. Jekyll and Sister Hyde" ("Dr. Jekyll und Schwetser Hyde", einem eigenartigen, auf der Novelle von Robert Louis Stevenson basierenden Horrorfilm von Roy Ward Baker mit Ralph Bates und Martine Beswick).

Für die Serie "The Persuaders" ("Die 2") mit Tony Curtis und Roger Moore schrieb Clemens für zwei Episoden die Sripts. Mit Martin Shaw dürfte er schon früher zusammen gekommen sein, denn Clemens schuf mit Ray Harryhausen die Story und schrieb das Drehbuch zu dem 1973 entstandenen Fantasy-Klassiker "The Golden Voyage of Sinbad" ("Sindbads  gefährliche Abenteuer"), in dem Shaw eine Nebenrolle spielte.

Clemens erdachte die Story zum Fortsetzungsfilm "Highlander II - The Quickening" ("Highlander II - Die  Rückkehr"), das endgültige Drehbuch schrieb dann Peter Bellwood.

Der 1931 im englischen Croydon, in Surrey, geborene Brian H. Clemens zog sich in den letzten Jahren naturgemäss mehr und mehr zurück. Nach seiner Arbeit an der Neuauflage seiner Erfolgs-Serie, an "The New Professionals" (als Autor und Produzent) schrieb er noch die Drehbücher "The Wrong Side of the Rainbow" (2000, einer TV-Serie) und für den TV-Film "McBride: Fallen Idol" (2006). Für den 2007 entstandenen, direkt für den Videomarkt produzierten, "Jane Doe: How to Fire Your Boss" erdachte er die Story.


CO-PRODUZENT: ALBERT FENNELL
Bereits bei "The Avengers" ("Mit Schirm, Charme und Melone") arbeitete Albert Fennell (geboren am 29. März 1920 in Chiswick, bei London) mit Brian Clemens zusammen. Später gründeten sie dann ihre eigene Produktionsfirma, die "Mark 1".

In den 50er Jahren schon war Fennell als Produzent tätig gewesen, dort aber noch vorwiegend fürs Kino. Später im Fernsehen arbeitete er auch oft aktiv als Produzent bei den Serien mit, die seine und Clemens' Firma herstellen. Fennell arbeitete noch in den spätern 80er Jahren als Produzent, bis er 1988 verstarb.




CI5: THE NEW PROFESSIONALS
Die Profis - Die nächste Generation
England, 1997 - 1998
13 Episoden
Serien-Konzept: Brian Clemens

Produktion: David Wickes TV; Matrix New Professionals Partnership; Mark 1 Productions
Produzent: David Wickes (13 Episoden, 1998)
Ausführende Produzenten: Brian Clemens, Laurie Johnson, David Bainbridge, Peter Hitchen (13 Episoden, 1998)

Hauptrollen:
EDWARD WOODWARD als Harry Malone (13 Episoden, 1998)
KAL WEBER als Chris Keel (13 Episoden, 1998)
COLIN WELLS als Sam Curtis (13 Episoden, 1998)
LEXA DOIG als Tina Backus   (13 Episoden, 1998)

wiederkehrende Charaktere:
ADRIAN IRVINE als Spencer (11 Episoden, 1998)
CHARLOTTE CORNELL als Ministerin (3 Episoden, 1998)

"Die Profis" waren noch in den 90er Jahren nicht nur in England immer noch im Gespräch und die Serie beinahe ebenso erfolgreich wie damals. Ende 1997 wurden dann Pläne für eine Neuauflage der Serie spruchreif.

Wieder in Zusammenarbeit mit Brian Clemens und Albert Fennell produzierte die englische "David Wickes TV" die neue Serie "CI5: The New Professionals". Die Serie wurde in England von September bis Dezember 1999 ausgestrahlt, aber dabei blieb es auch.

Nach diesen ersten 13 Episoden wurden keine weiteren mehr in Auftrag gegeben und bis heute war es das letzte Mal, dass "Die Profis" aktiv wurden. Das Konzept der neuen Serie sah vor, dass der CI 5 in den Jahren mehr und mehr zu einer Einrichtung geworden war, die international gegen den Terror operiert. Neuer Chef wurde Harry Malone, der schon zu Zeiten von George Cowley beim CI 5 war. Seine Top-Agenten sind Chris Keel, Sam Curtis und die Computer-Spezialistin Tina Backus.

Die Rolle des Leiters vom CI 5 wurde nun gespielt von Edward Woodward, seine beiden Top-Agenten wurden von hierzulande unbekannteren Darstellern verkörpert: von Kal Weber und Colin Wells. Lediglich die Darstellerin der Tina Backus ist heute auch bei uns bekannt. Science-Fiction-Fans werden sie noch bestens als "Andromeda" in der gleichnamigen TV-Serie mit Kevin Sorbo in Erinnerunge haben.

Für die kanadische Schauspielerin (geboren am 8. Juni 1973 als Alexandra L. Doig in Toronto) war diese Serie der Anfang ihrer Karriere. Lexa Doig ist seit Augst 2003 mit Schauspieler-Kollege Michael Shanks verheiratet, den sie kennenlernte, als er eine Gast-Rolle in "Andromeda" spielte.

Shanks ist Science-Fiction-Fans ein Begriff durch seine Rolle als Daniel Jackson in der Erfolgs-Serie "Stargate SG-1", in der Lexa Doig von 2005 bis 2007 eine wiederkehrende Rolle als Dr. Lam spielte.

Die ARD strahlte "The New Professionales" ab dem 27. März 1999 unter dem Titel "Die Profis – Die nächste Generation" erstmalig aus, aber die Neuauflage der Serie konnte aber niemals auch nur annähernd an den Erfolg des Originals anknüpfen, auch bei uns nicht.

Komischerweise startete die Serie in England erst ab dem 19. September 1999, das heisst, sie lief bei uns eher als in England. Aber nicht nur bei uns, in Dänemark beispielsweise startete sie 1998 und in Schweden ebenfalls im September 1998.

DIE EPISODEN
  1. Staffel (1998)
  Sendedaten: 19. September 1999 - 19. Dezember 1999
1.) BACK TO BUSINESS (Der Bombenleger)
2.) PHOENIX (Phoenix aus der Asche)
3.) TUSK FORCE (Die große Jagd)
4.) HOSTAGE (Im Namen des Volkes)
5.) FIRST STRIKE (Im Sumpf des Verbrechens)
6.) SAMURAI WIND (Abgerechnet wird zum Schluß)
7.) SKORPION (Deckname Skorpion)
8.) CHOICE CUTS (Die Organ-Mafia)
9.) MISS HIT (Der Kronzeuge)
10.) ORBIT (Todesstrahlen aus dem All)
11.) HIGH SPEED (Geraubtes Gold)
12.) SOUVENIR (Souvenir des Schreckens)
13.) GLORY DAYS (Tage des Ruhms)

Monday, March 9, 2009

Ein Schuß im Dunkeln

"Ein Schuß im Dunkeln"


Inhalt: Im Haus der Pariser Familie Ballon geschieht ein Verbrechen, einer der Angestellten wurde hinterrücks ermordet. In Verdacht gerät das Dienstmädchen Maria Gambrelli.

Inspector Jacques Clouseau, der mit dem Fall betraut ist, ist nicht gerade einer der hellsten Beamten der Pariser Polizei. Da er von Maria Gambrelli ganz hin und weg ist, sucht er, obwohl die Beweise gegen sie sprechen, überall und nirgends nach einem anderen Täter.

Dabei veranstaltet er ein Chaos nach dem anderen und treibt nicht nur die Mitglieder der Familie Ballon in den Wahnsinn, sondern auch seinen Chef, Charles Dreyfus.

England, USA, 1964
Original-Titel: A SHOT IN THE DARK

Darsteller:
Peter Sellers (Jacques Clouseau)
Elke Sommer (Maria Gambrelli)
George Sanders (Benjamin Ballon)
Herbert Lom (Charles Dreyfus)
Tracy Reed (Dominique Ballon)
Graham Stark (Hercule LeJoy)
Moira Redmond (Simone)
Vanda Godsell (Madame LaFarge)

Drehbuch: Blake Edwards und William Peter Blatty
nach dem Theaterstück "L'Idiot" von Marcel Achard
und einem Stück von Harry Kurnitz
Produzent und Regie: Blake Edwards




HINTER DEN KULISSEN
Regisseur Blake Edwards drehte zwar einige, teils bekannte und gute, Filme, doch mit keinem wurde er so bekannt wie mit der "Pink Panther"-Reihe, die seinen Namen nicht nur in den USA bekannt machte.


Peter Sellers als trotteliger und tolpatschiger Inspector Jacques Clouseau wurde mit dem 1963 gedrehten Film "The Pink Panther" ("Der rosarote Panther") bekannt. Hier sah man zum ersten Mal den Inspector der Pariser Sureteé auf der Jagd nach dem Phantom, das den berühmten "rosaroten Panther", einen unbezahlbaren Diamanten, gestohlen hatte (diese Story-Grundlage wurde für spätere Filme noch hin und wieder verwendet). Neben Sellers als Clouseau spielten David Niven, Capucine und Robert Wagner mit.



PETER SELLERS
Der Hauptanteil am Erfolg des ersten (und der folgenden) Filme lag wohl bei Peter Sellers (geboren am 8. September 1925 im englischen Southsea (Hampshire) unter dem Namen Richard Henry Sellers), der die Figur in seiner ihm eigenen Art auch in den folgenden Filmen darstellte.


Sellers hatte es geschafft, schon vor dieser Film-Reihe bekannt zu werden und es gelang ihm auch, nicht auf die Rolle des Clouseau festgelegt zu werden, so spielte er in anderen teilweisen guten Komödien gänzlich andere Rollen wie in "The Mouse that Roared" ("Die Maus, die brüllte", von 1959, Regie: Jack Arnold), "The Wrong Arm of the Law" ("Gentlemenkillers", 1962), Stanley Kubrick´s "Dr. Strangelove or How I Learned to stop Worrying and Love the Bomb" ("Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben", 1963), "Caccia alla Volpe" ("Jagt den Fuchs!", 1965), Robert Aldrich´s "What´s new, Pussycat?" ("Was gibt´s Neues, Pussy?" von 1965), in der James-Bond-Parodie "Casino Royale" ("Casino Royale", 1966), "The Bobo" ("Bobo ist der Größte", 1966) von Robert Parrish oder in der weniger gelungenen Komödie "The Party" ("Der Partyschreck", 1968, von Blake Edwards).

In den 70er Jahren spielte er außer in den "Pink Panther"-Filmen in teilweise nicht so bekannten Filmen mit, so 1975 in der herrlich überdrehten und völlig durchgeknallten Kriminalfilm-Parodie "Murder by Death" ("Eine Leiche zum Dessert"). In diesem von Robert Moore (nach einem Drehbuch von Neil Simon) inszenierten Film wird so ziemlich jede berühmte Figur aus Kriminalromanen und -filmen durch den Kakao gezogen.

Nach dem Remake "The Prisoner of Zenda" ("Der Gefangene von Zenda", 1978) spielte Sellers als einen seiner letzten Filme in "Welcome Mr. Chance" ("Willkommen, Mr. Chance"), einer von Hal Ashby gedrehten Satire, in der Sellers als Gärtner, der nicht lesen oder schreiben kann, in die Welt der Reichen kommt, wo man seine Naivität für aufgesetzt und gewollt hält. Peter Sellers starb im Alter von nur 54 Jahren am 24. Juli 1980 in London an einer Herzattacke.



DER NEUESTE
In den USA startete am 6. Februar die Fortsetzung des Remakes, "The Pink Panther 2" (2008, 09), in dem erneut Steve Martin als Clouseau und Jean Reno als Ponton zu sehen waren. In Deutschland geht der Film unter dem Titel "Der rosarote Panther 2" am 12. März 2009 an den Kino-Start.


Bestellen kann man diesen Film auf DVD u.a. hier.

Sunday, March 8, 2009

Sailor


Girls Girls Girls - The Very Best of Sailor
(von 1990)

"Girls! Girls! Girls!" wurde ab 1975 mehr als nur ein Single-Hit für die Band "Sailor", es wurde zu einer Art Hymne. Auch heute noch verbinden viele Menschen, die in dieser Zeit aufgewachsen sind, dieses Lied mit den 70er Jahren. Das Lied wurde damals rauf und runter gespielt und auch noch viele Jahre danach war es das Lied, das einem sofort einfiel, wenn man den Namen "Sailor" hörte.

Als Mitte der 90er Jahre das "Oldie-Fieber" wieder von neuem wuchs, war "Girls! Girls! Girls!" eines der ersten Songs, die neu aufgelegt und in vielen Fernseh-Sendungen und Oldie Shows gespielt wurde.

Der Song wurde für "Sailor" zum grössten Single-Erfolg, nicht nur bei uns. In Deutschland, Holland und in der Schweiz erreichten sie damit in den Charts Rang 2. In Norwegen kamen sie bis auf Rang 6, Österreich auf Rang 3 und in England stoppte das Lied auf Platz 7.


Titel-Liste:
1.) A Glass of Champagne (Georg Kajanus)
2.) Sailor (Georg Kajanus)
3.) Romance (Georg Kajanus)
4.) One Drink too Many (Georg Kajanus)
5.) The old Nickleodeon Sound (Georg Kajanus)
6.) The Runaway (Phil Pickett)
7.) Traffic Jam (Georg Kajanus)
8.) Cool Breeze (Georg Kajanus)
9.) All I Need is a Girl (Georg Kajanus)
10.) Stiletto Heels (Georg Kajanus)
11.) Put your Mouth Where the Money is (Henry Marsh, Grant Serpell)
12.) Josephine Baker (Georg Kajanus)
13.) Girls Girls Girls (Georg Kajanus)
14.) Let's go to Town (Georg Kajanus)
15.) Sailor's Night on the Town (Georg Kajanus)
16.) Trouble in Hong Kong (Georg Kajanus)



DIE BAND
"Sailor" bestand von Anfang (1974) an bis zu ihrer ersten Auflösung aus Gitarrist und Lead-Sänger Georg Kajanus (geboren am 9. Februar 1946 in Norwegen als Georg Johan Tjegodiev Sakonski Kajanus), Keyboarder und Akkordeonspieler Henry Marsh (geboren am 8. Dezember 1948), Keyboarder Phil Pickett (geboren am 19. November 1946) und Schlagzeuger Grant Serpell (geboren am 9. Februar 1944).


Von Anfang an war ihre PR auf das Image eines "Sailors" - eines Seemannes - ausgerichtet, so traten sie nicht nur in diesen Kostümen für Werbeaufnahmen auf, sondern auch auf ihren Live-Auftritten standen sie vor Kulissen, die an Szenen aus einem Hafen erinnerten.

Diesbezüglich sorgten sie auch dafür, dass die Entstehung ihrer Band sich wie folgt abgespielt haben soll: Sie waren vorher Matrosen gewesen, die Anfang der 70er Jahre in Paris schon als Musiker angefangen hatten. In dem Nachtclub "Le Matelot" waren sie schließlich hängen geblieben und traten dort regelmässig auf. Diese Entstehungsgeschichte hielt sich viele Jahre lang, ist aber nichts weiter als Erfindung. Wahr ist vielmehr, dass alle Mitglieder bereits vor der Gründung als Studio-Musiker tätig waren, bevor sie sich als "Sailor" zusammen schlossen.



DER "SAILOR"-SOUND
"Sailor" schafften es damals, sich einen eigenen und vollkommen neuen Sound aufzubauen. Wenn man sich die Besetzung der Band auf den damaligen Alben durchlas und die dazugehörenden Instrumente, dann fiel auf, dass keiner der Band-Mitglieder Bassist war.


Diese Aufgabe (und viele weitere) erfüllten sie mit dem "Nickeloedon", einem gewaltigen Instrument, dass von Komponist, Gitarrist und Sänger Georg Kajanus erdacht wurde. Mit diesem Gerät konnte man nicht nur den Rhythmus erzeugen, der sonst vom Bass gespielt wird, sondern es war auch eine Art Vorläufer der heutigen Keyboards, nur gewaltiger.

Es waren eigentlich zwei Pianos, die einainder gegenüber aufgebaut wurden und die nicht nur Klavier waren, sondern mit denen man eben auch eine Art Synthesizer hatte oder eine Orgel und verschiedene andere Instrumentenklänge erzeugen konnten. All das wurde in einem gewaltigen Rahmen untergebracht, der fest verbaut wurde und so den Eindruck einer riesigen Orgel auf der Bühne erzeugte, wobei es aber eben sehr viel mehr war. Kajanus gab dem Ding dann eben den Namen "Nickleodeon".




DER ANFANG
1974 erschien das erste Album, das unter dem Titel "Sailor" in die Läden kam. Der Erfolg war noch bescheiden, obwohl die LP keineswegs schlecht war. Sie enthielt teils gute Lieder wie "Traffic Jam", "The Girls of Amsterdam", "Let's go to Town" oder "Open up the Door". Aber der grosse Hit war mit diesem Album noch nicht vorhanden.


Das änderte sich dann schlagartig, als 1975 "Trouble", die zweite LP, erschien. Auf dieser befand sich neben dem Erfolg "A Glass of Champagne" dann auch "Girls! Girls! Girls!", mit dem ihr europaweiter Durchbruch begann. Neben diesen beiden Hits enthielt dieses Album auch die Ballade "The old Nickelodeon Sound" und das hervorragende Instrumental-Lied "Jacaranda".

1976 kam dann "The Third Step", das mir persönlich nicht mehr so gut gefiel wie die ersten beiden, obwohl dieses Album die Single-Hits "One Drink too many", "Two Ladies on the Corner" und "Stiletto Heels" enthielt. 1978 kam dann "Checkpoint", die LP, die bis dato musikalisch am besten klang. Die Lieder klangen hier weitaus ausgereifter und perfekter, wobei es dennoch teilweise sehr schöne Melodien gab. Die Single-Auskopplung "Down By the Docks" ist auf diesem Album in einer längeren (sehr gelungenen) Version zu hören.



NACH DEM HÖHEPUNKT
Nach dem Sampler "Greatest Hits" von 1978 (auf dem sich mit "All I need is a Girl" auch ein neues Lied befand) war die grosse Zeit von "Sailor" aber auch schon vorbei. Es kam noch die LP "Hideaway", die aber keinerlei Aufsehen mehr erregte und auch kein grosser Erfolg wurde. 1979 verliess Haupt-Komponist Georg Kajanus (von dem alle ihre Erfolge stammten) die Band, um sich eigenen Projekten zu widmen.


Auch Schlagzeuger Grant Serpell warf das Handtuch und die verbliebenen, Phil Pickett und Henry Marsh, holten sich für ein neues Album die Unterstützung von Sänger Gavin David und Sängerin Virginia David. Es erschien die LP "Dressed For Drowning", die aber so tief unterging, dass auch Fans der Band von dessen Erscheinen erst viel später erfuhren. Dann löste sich "Sailor" für lange Zeit vollständig auf.




EIN NEUER ANFANG
Georg Kajanus brachte mit dem Projekt "DATA" in den 80er Jahren drei Alben heraus und auch die anderen gingen eigene Wege: Henry Marsh verlegte sich aufs Komponieren (fürs TV), Grant Serpell arbeitete als Lehrer und Phil Pickett ging zur Band "Culture Club".


Dann aber stand "Sailor" 1990 wieder auf der Bühne des Showgeschäftes und legten mit den Singles "La Cumbia" und vor allem "The Secretary" ein Comeback hin, mit dem niemand gerechnet hatte. Es entstanden die Alben "Sailor" (1991) und "Street Lamp" (1992), auf denen sich die Band etwas moderner präsentierte. Aber aufgrund von fehlender PR wahrscheinlich wurden diese beiden Alben kein grosser Erfolg. Georg Kajanus verliess "Sailor" 1995 erneut.

Die restlichen Mitglieder machen bis heute (mehr oder weniger) in derselben Besetzung weiter. Es erschienen viele, viele Sampler (teils auch mit Neuaufnahmen) und auch einige für den Fan interessante Live-Alben.

Von 2006 bis 2008 stand Oliver Marsh, Henry Marsh's Sohn, am Mikrofon bei "Sailor", der sich aber seit Ende 2008 wieder auf seine Laufbahn als Sänger im klassischen Bereich konzentrieren will. Die Band ist zur Zeit noch auf der Suche nach einem neuen Sänger. Gründungsmitglieder Phil Pickett und Grant Serpell sind bis heute in der Band.



DISCOGRAPHIE:
1974: Sailor
1975: Trouble
1976: The Third Step
1977: Checkpoint
1978: Greatest Hits Vol. 1 (Sampler)
1978: Hideaway
1980: Dressed For Drowning
1990: Girls Girls Girls - The Very Best Of Sailor
1991: Sailor
1992: Street Lamp
1994: Hits and Highlights
1995: Greatest Hits (Sampler)
1996: Legacy - Greatest and Latest
1998: Live in Berlin (Live-Album)
1998: Sailor - The Very Best of (Sampler)
1999: Girls Girls Girls (Sampler)
2001: Greatest and Latest (Sampler)
(Neuauflage des 1996 veröffentlichten Samplers "Legacy")
2002: Live in Berlin (Live-Album)
(Neuauflage des 1998 veröffentlichten Live-Albums)
2002: Sailor (Sampler)
2003: Girls Girls Girls - The Very Best of Sailor (Sampler)
(Neuauflage des Samplers von 1990)
2003: A Glass of Champagne (Live-Album)
(Neuauflage des Live-Albums "Live in Berlin")
2005: Best - Down By the Docks (Sampler)
2005: Greatest Hits Live (Live-Album)
(Erneute Neuauflage des Live-Albums "Live in Berlin")
2006: Buried Treasure (Sampler, Doppel-CD)
2007: Buried Treasure (Sampler)
(Dieser Sampler ist nicht identisch mit dem 2006 veröffentlichten Sampler gleichen Titels)
2007: Treasure Trove - Antholoy 1975 - 2005 (Sampler, Doppel-CD)
(Neuauflage des Samplers "Buried Treasure" von 2006)
2007: The Best of Sailor (Sampler)
2007: A Glass of Champagne - All The Hits (Sampler)
2008: Traffic Jam - Sounds And Vision (Sampler; auch mit Live-Songs)
2008: Sailor & Trouble
(Neuauflage der ersten beiden "Sailor"-Alben)



SOLO-DISCOGRAPHIE
Georg Kajanus zusammen mit Eclection:
1968: Eclection

Kajanus & Pickett:
1972: Hi Ho Silver

Georg Kajanus zusammen mit DATA:
1981: Opera Electronica
1982: 2-Time
1985: Elegant Machinery

Georg Kajanus zusammen mit NOIR:
2007: Strange Desire

Grant Serpell zusammen mit Affinity:
1970: Affinity

Henry Marsh zusammen mit Gringo:
1971: Gringo

Henry Marsh:
2005: The Other Side of the Ocean



BESETZUNGEN:

Phil Pickett (Keyboards) 1973 - 1980, 1990 -
Grant Serpell (Schlagzeug) 1973 - 1979, 1990 -
George Kajanus (Gitarre, Sänger) 1973 - 1979, 1990 - 1995
Henry Marsh (Keyboards, Akkordeon) 1973 - 1980, 1990 - 1999, 2005 -
Gavin David (Sänger) 1980
Virginia David (Lead- und Hintergrund Sängerin) 1980
Peter Lincoln (Gitarren, Sänger) 1996 - 2006
Anthony England (Keyboards) 1999 - 2001
Rob Alderton (Keyboards) 2001 - 2005
Oliver Marsh (Gitarren, Sänger) 2006 - 2008

1973 - 1979:
George Kajanus (Gitarre, Sänger)
Henry Marsh (Keyboards, Akkordeon)
Phil Pickett (Keyboards)
Grant Serpell (Schlagzeug)

1980:
Henry Marsh (Keyboards, Gitarre)
Phil Pickett (Keyboards, Gitarre)
Gavin David (Sänger)
Virginia David (Lead- und Hintergrund Sängerin)

1990 - 1995:
George Kajanus (Gitarre, Sänger)
Henry Marsh (Keyboards, Akkordeon)
Phil Pickett (Keyboards)
Grant Serpell (Schlagzeug)

1996 - 1999:
Henry Marsh (Keyboards, Akkordeon)
Phil Pickett (Keyboards)
Grant Serpell (Schlagzeug)
Peter Lincoln (Gitarren, Sänger)

1999 - 2001:
Phil Pickett (Keyboards)
Grant Serpell (Schlagzeug)
Peter Lincoln (Gitarren, Sänger)
Anthony England (Keyboards)

2001 - 2005:
Phil Pickett (Keyboards)
Grant Serpell (Schlagzeug)
Peter Lincoln (Gitarren, Sänger)
Rob Alderton (Keyboards)

2005 - 2006:
Phil Pickett (Keyboards)
Grant Serpell (Schlagzeug)
Peter Lincoln (Gitarren, Sänger)
Henry Marsh (Keyboards)

2006 - 2008:
Phil Pickett (Keyboards)
Grant Serpell (Schlagzeug)
Henry Marsh (Keyboards)
Oliver Marsh (Gitarren, Sänger)
(Ein neuer Sänger ist noch nicht gefunden worden)


Die CD kann man u.a. hier bestellen.

Saturday, March 7, 2009

Die Profis (3/4)


DIE DARSTELLER:


MARTIN SHAW als Doyle
Martin Shaw und Lewis Collins hatten vor der Serie schon mal zusammen gearbeitet: als Gast-Stars waren beide in der Episode "Obsessions" ("Der Rachefeldzug") aus der Serie "The New Avengers" aufgetreten. In der Episode spielen sie zwei Figuren, die gemeinsam an einem Strang ziehen. Am Ende der Folge sagte Collins zu Shaw: "We should work together again - good team". Heißt soviel wie: "Wir sollten wieder mal zusammen arbeiten - ein gutes Team".

Das sollte sich noch 1977 bestätigen, als beide als "Die Profis" international erfolgreich wurden.

Martin Shaw wurde am 21. Januar 1945 im englischen Birmingham geboren. Schon in seiner Jugend sammelte er erste Erfahrungen mit dem Theater. In einer Freizeitgruppe, die sich "The Pipercompany" nannte, führte er an Wochenenden in Birmingham erste Theatervorstellungen durch.

Dann sollte es in dieser Richtung professionell weitergehen. Er studierte an der "London Academy of Music and Dramatic Art" und verließ sie nach drei Jahren als ausgebildeter Schauspieler. Zunächst blieben seine Arbeiten auf das Theater beschränkt, hauptsächlich aber nur an kleineren Bühnen.

Sein Karriere-Start vor der Kamera ermöglichte das Fernsehen. Ab 1967 war er als Gast in diversen Fernseh-Serien in England zu sehen und schon 1969 spielte er zehn Episoden lang eine wiederkehrende Rolle in der Serie "Doctor in the House".

Erste Aufmerksamkeit konnte er mit einer Rolle in dem Film "Macbeth" ("Macbeth") sammeln, den Roman Polanski 1971 drehte. Polanski selber schrieb mit Kenneth Tynan das Drehbuch, zu dem der "Playboy"-Konzern die nötigen Geldern zur Verwirklichung gab. Der Konzernchef Hugh Hefner war dann auch als ausführender Produzent an dem Projekt mit dabei. Die Hauptrollen spielten Jon Finch und Francesca Annis.

1973 spielte er eine Nebenrolle in dem englischen Fantasy-Film "The Golden Voyage of Sinbad" ("Sindbads gefährliche Abenteuer") von Gordon Hessler, in dem John Philip Law als Titelheld und Caroline Munro die Hauptrollen spielten. Im selben Jahr spielte er in mehreren Episoden der Serie "Helen - A Woman of Today". Der Durchbruch kam für Shaw dann 1977 mit der Rolle als Doyle in "Die Profis".

Die Rolle in der Serie und die Serie an sich war dann etwas, von dem sich Shaw später etwas distanzierte, da es in einigen der Folgen doch ziemlich drastisch zur Sache ging - also für damalige Verhältnisse gesehen. Nach dem Ende der Serie unternahm Shaw alles, um dem Image eines Action-Helden zu "entkommen". So lehnte er auch die Hauptrolle in der US-Serie "The Equalizier" ab, die dann an Edward Woodward ging, der diese Rolle bis 1989 in 87 Episoden spielte.

Er erreichte - wie schon erwähnt - per Gerichtsbeschluss, dass "Die Profis" im englischen Fernsehen nicht wiederholt werden durften - wie er das geschafft hatte, ist mir zwar ein Rätsel, aber egal. Jedenfalls bescherte er damit nicht nur den englischen Fans eine Menge an Ärger, auch den Darstellern der Serie verwehrte er so weitere Bekanntheit und Geld.

Er spielte nach dem Ende der Serie wieder vorwiegend am Theater (u.a. verkörperte er Elvis in dem Stück "Are you lonesome Tonight?") und war 1983 in einer Neuverfilmung der Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle, "The Hound of the Baskervilles" ("Der Hund von Baskerville"), zu sehen.


Es hat schon viele Verfilmungen dieses Stoffes gegeben, aber wohl kaum eine reicht an die Qualität dieses TV-Filmes heran. Die Atmosphäre des düsteren Sumpfes wurde so perfekt eingefangen, die Geschichte sehr gut umgesetzt und die ganze Aufmachung und die Art des Films macht so enorm viel Spaß, das man sich mit Vergnügen und Spannung den Film ansieht, obwohl viele die Geschichte schon kennen.

In der Rolle des Sherlock Holmes hatte man übrigens eine ausgezeichnete Wahl bewiesen und diese mit Ian Richardson besetzt, der diese Rolle zu einem Glanzstück machte. Martin Shaw spielte in diesem Film die Rolle des Enkels Henry Baskerville. Charles Edward Pogue schrieb das Drehbuch zu diesem wirklich brillianten Film, der von Douglas Hickox gekonnt umgesetzt wurde. Der Erfolg ließ sogar noch im selben Jahr einen weiteren Film entstehen: "The Sign of Four" ("Im Zeichen der Vier"), wiederrum mit Ian Richardson als Sherlock Holmes.

In den gesamten späteren Jahren verschwand Shaw fast gänzlich von deutschen Bildschirmen und war nur selten bei uns noch zu sehen, in England aber war er weiterhin zu sehen, so spielte er von 1993 bis 1995 die Rolle des Chief Constable Alan Cade in der Serie "The Chief" - bei uns komplett unbekannt.

2005 war er wieder auf Theaterbühnen zu sehen, so spielte er in "A Man for All Seasons" zusammen mit seiner Tochter Sophie. Weiterhin aber war er auf englischen Bildschirmen präsent, so spielte er die Titelfigur die Serie "Judge John Deed" von 2001 - 2007 - auch diese bei uns komplett unbekannt.

2007 spielte er zum erstenmal die Rolle bon George Gently in dem TV-Filme "George Gently: Gently Go Man", dem noch zwei Filme folgten: "George Gently: The Burning Man" (2008) und "George Gently: Bomber's Man" (2008). Ebenfalls noch 2008 spielte er in drei Episoden der Serie "Apparitions".

Martin Shaw ist Vater von Joe, Luke und Sophie, alle Kinder wurden geboren, als er mit Jill Allen verheiratet war. Diese 1968 geschlossene Ehe wurde wieder geschieden und 1985 heiratete Shaw Mary Mandsfield, auch diese Ehe endete bald vor dem Scheidungsrichter. Seit 1996 ist er mit Vicki Kimm verheiratet und auch diese Ehe steht vor dem Aus.




LEWIS COLLINS als Bodie
Die Karriere von Lewis Collins begann zwar ebenso vielversprechened, verlief später aber leider im Sande. Er stand erstmals 1974 vor einer Kamera in einer Episode als Gast der Serie "Z Cars". Nach weiteren Gast-Rollen übernahm er 1975 eine Hauptrolle als Gavin Rumsey in der TV-Serie "The Cuckoo Waltz", der er in 19 Folgen bis 1977 spielte. Bald danach kam dann "Die Profis".


Im Gegensatz zu Martin Shaw blieb Lewis Collins (geboren am 27. Mai 1946 im englischen Bidston, in Birkenhead, Cheshire) auch während der Laufzeit der Serie im Action-Genre. Er spielte 1982 eine Rolle als Elite-Söldner in "Who dares wins" ("Das Kommando"), einem zwar handwerklich gut gemachten Actionfilm, der aber fast von allen Kritikern in der Luft zerrissen wurde.

Collins, der vor seiner Laufbahn als Darsteller Musiker war, veröffentlichte 1982 eine Single mit dem Titel "Take it Out on Time", einem Pop-Song, der zwar absolut und total unterging, aber meiner Ansicht nach gar nicht mal so schlecht ist. Nicht schlechter jedenfalls als so manch anderer Mist, der einem in den 80er Jahren um die Ohren flog.

Nach dem Ende der Serie spielte Collins weiterhin in Actionfilmen, machte aber da den Fehler, auch in Billig-Produktionen aufzutreten, so in Filmen wie "Geheimcode: Wildgänse" (1984) oder "Kommando Leopard" (1985), die nun alles andere als erfolgreich waren. Collins war um die Mitte der 80er Jahre ernsthaft als Nachfolger von Roger Moore als James Bond im Gespräch und es schein wirklich, dass diese passieren würde, letztlich aber kam es dann doch nicht so weit.

Danach schaffte er es nicht mehr, die richtigen Rollen zu bekommen. Er war noch in manchen TV-Arbeiten zu sehen, so spielte er eine Gast-Rolle in der Serie "Alfred Hitchcock presents" (1989) oder in "Blaues Blut" (1990), war aber auch in dem sehr guten TV-Film "Jack the Ripper" (1988) zu sehen.

In den 90er Jahren war er nur als Gast in drei Serien zu sehen und 2002 spielte er ein letztes Mal als Gast in der Serie "The Bill" mit, danach zog er sich aus der Arbeit des Schauspielers zurück. Ende der 90er hatte er sich in den USA niedergelassen.

Seit 1992 ist Lewis Collins mit Michelle Larrett verheiratet, mit der er drei Kinder hat.


Staffel 3 der Serie gibt es hier auf DVD.



Der 4. und letzte Teil der Reihe "Die Profis" folgt am 10. März.

Friday, March 6, 2009

John Carpenter's beste Filme (Teil 8)

Seine letzten drei Filme - "Halloween", "The Fog" und "Escape from New York" - kamen alle sehr gut an und die Fans warteten gespannt auf den nächsten Film von John Carpenter. Der kam zwar auch, wurde aber der erste Film, der Carpenter auch eine Menge negative Kritik einbrachte - teils zu Recht, teils völlig zu Unrecht.



THE THING
(Das Ding aus einer anderen Welt)
USA, 1981, 82

Darsteller:
Kurt Russell (R.J. MacReady)
Wilford Brimley (Dr. Blair)
T.K. Carter (Nauls)
David Clennon (Palmer)
Keith David (Childs)
Richard Dysart (Dr. Copper)
Charles Hallahan (Vance Norris)
Peter Maloney (George Bennings)
Richard Masur (Clark)
Joel Polis (Fuchs)
Thomas Waites (Windows)

US-Kino-Start: 25. Juni 1982
Deutscher Kino-Start: 22. Oktober 1982

Drehbuch: Bill Lancaster
nach der Kurzgeschichte "Who goes there?" (1938) von John W.Campbell, Jr.
veröffentlich unter dem Pseudonym Don A.Stuart
Co-Produzent: Stuart Cohen
Produzenten: David Foster, Lawrence Turman
Regie: John Carpenter


1938 erschien eine Kurzgeschichte mit dem Titel "Who goes there?" von dem späteren Herausgeber des "Astounding"-Magazins Don A.Stuart (einem Pseudonym von John W.Campbell, Jr.). In dieser Geschichte ging es um einen Außerirdischen, der die Menschen in einer Forschungsstation im Ewigen Eis angreift, inderm er jede weitere fremde Lebensform in sich aufnimmt.

Das war damals schon nichts Ungewöhnliches mehr; solche und ähnliche Geschichten hatte es schon in Filmen, Büchern oder Comics gegeben. Größere Aufmerksamkeit erregte diese Geschichte erst, als sie 1951 (schwarzweiß) fürs Kino verfilmt wurde.

Regisseur Howard Hawks sicherte sich die Rechte an der Story und brachte sie mit der "RKO Radio Pictures" und seiner eigenen Produktionsgesellschaft "Winchester Productions" unter dem Titel "The Thing (From Another World)" ("Das Ding aus einer anderen Welt") auf die Leinwand, übrigens sein einziger Ausflug in das Science-Fiction-Genre.



JOHN CARPENTER'S FILM (UND REMAKE)

1982 wagte sich John Carpenter, ein erklärter Fan von Howard Hawks' Arbeiten, an ein Remake des Stoffes. Wobei in diesem Fall das Wort Remake nicht ganz stimmt, denn Carpenter hielt sich enger an die Vorlage. Bei ihm war das  Wesen (wie in der Erzählung) in der Lage, jede mögliche Gestalt anzunehmen, was in Hawk's Produktion noch nicht möglich war, da die technischen Möglichkeiten dazu einfach fehlten.


Zum Inhalt: Antartkis, im Winter 1982: eine Gruppe von 12 Forschern ist schon eine geraume Zeit in völliger Einsamkeit dort, um wissenschaftliche Untersuchen und Forschungen anzustellen.

Eines Tages fliegt ein Hubschrauber in ihr Lager, der offensichtlich einen flüchtenden Hund mit Handgranaten und Gewehren jagt. Als der Hubschrauber gelandet ist, gerät dem Piloten eine Handgranate außer Kontrolle und explodiert im Hubschrauber. Die Männer müssen den Norweger erschießen, der wie wild auf den Hund ballert und dadurch auch einen der Forscher verletzt.

Die Wissenschaftler fliegen daraufhin zum Lager der Norweger, wo sie ein einziges Chaos entdecken, aber keinen Lebenden mehr. Die mitgenommenen Unterlagen unterrrichten sie insofern, das die Norweger irgendetwas aus dem Eis freigelegt haben, was seit tausenden von Jahren dort lag.

Was dort auch im Eis lag, hat die norwegische Station und die Forscher umgebracht und ist nun bei den US-Forschern. Irgendwann in der Nacht beginnt der norwegische Hund sich auf gefährliche Weise zu verändern und der Horror beginnt.

In Carpenter's Film wurde diese Eigenschaft des Wesens auf der Leinwand in aller Deutlichkeit gezeigt. Ein Umstand, der ihm später viele bösen Stimmen einbringen sollte, teils einfach auch zu Recht. Denn so gut diese Effekte von der Machart her sind, sie gehen selbst heute etwas zu weit. Und für das Jahr 1982 war es schon sehr heftig, was die Zuschauer da zu sehen bekamen.

Die Idee zu einer Neuverfilmung des Stoffes kam Carpenter schon 1975, als er sich mit einem ehemaligen Bekannten, dem Fernseh-Produzenten Stuart Cohen, traf. Als die Idee dann später Formen annahm, traf er sich mit dem Produzenten David Foster, der mit seinem Partner Lawrence Turman seit Anfang der 70er Jahre Kassenhits produziert hatte; angefangen bei "McCabe and Mrs. Miller" von 1971 über "The Getaway" von 1972 mit Steve McQueen und Ali MacGraw bis 1994 hinein, als sie ein Remake von "The Getaway" mit Alec Baldwin und Kim Basinger produzierten, das aber (leider) bei Publikum und Kritik durchfiel. Ziemlichen Erfolg schafften die beiden mit den Filmen "Short Circuit" (1986) und der Fortsetzung "Short Circuit 2" (1988).

David Foster breitete die Idee zu "The Thing" ("Das Ding aus einer anderen Welt") beim Universal-Boß Ned Tannen aus, der die Idee zwar gut fand, von John Carpenter als Regisseur allerdings gar nicht begeistert war, da Carpenter um die damalige Zeit noch keinen Namen im Filmgeschäft hatte. Als dann Carpenter 1978 mit "Halloween" einen Kassenschlager vorweisen konnte, waren Ned Tannen´s Einwände gegen ihn vom Tisch und er gab sein Okay.

Aber die Frage des Drehbuches war noch immer offen und Carpenter selber kam nicht in Frage, zu dieser Zeit war er mit anderen Arbeiten ausgelastet. Man übergab die Aufgabe dann einem Mann, der mit dem Buch zu der Baseball-Komödie "The Bad New Bears" Erfolg gehabt hatte, an Bill Lancaster, dem Sohn von Hollywood-Star Burt Lancaster.


Dieser, der auch nicht so recht wußte, warum er das Angebot bekam, lieferte einen 40 Seiten starken Entwurf ab, der alle zufriedenstellte, so das er sich in aller Ruhe dran setzen konnte, um das Drehbuch zu beenden. Im Juni 1981 begannen dann die Arbeiten.


CARPENTER'S VERSION

Nun war ja Carpenter´s Plan, kein genaues Remake von Hawks´ Original zu drehen, sondern eine Neuverfilmung, die sich enger an die Vorlage hält. Die Mannschaft in der Forschungsstation wurde schon mal um die Hälfte verkleinert und es spielt keine einzige Frau mehr mit.


Die Figur des Piloten MacReady - für die Carpenter zum dritten Mal Kurt Russell vor seine Kameras holte - sollte in einer früheren Version eigentlich ein Veteran aus Vietnam sein, der an diese Zeit nur mit Unbehagen zurückdenkt. Doch aus welchen Gründen auch immer, wurde diese Idee letztlich nicht verwendet.

Für den Part des Dr. Blair war ursprünglich Donald Pleasence vorgesehen, mit dem Carpenter ebenfalls schon öfter gearbeitet hatte, doch aus zeitlichen Gründen konnte Pleasence (leider) nicht annehmen. Die einzige weibliche Rolle im gesamten Film übrigens (wenn man das als Rolle bezeichnen will), war die Stimme des Schachcomputers, mit der MacReady zu Beginn des Films spielt. Diese Stimme war die von Carpenter's Ehefrau Adrienne Barbeau, die aber im Nachspann nicht genannt wurde.

Die Verwandlungsszenen stammen allesamt aus der Ideenschmiede des Autors, der sich vorher vage mit den Spezial-Effekt-Leuten zusammengesetzt hatte. Als endlich alle Drehbuchseiten fertig waren und das Budget auf 15 Millionen Dollar festgesetzt war begann die Suche nach Drehorten.

Stuart Cohen, der als Co-Produzent beteiligt war, und der Produktions-Deisgner John L.Lloyd suchten in Kanada, Montana und Colorado, aber etwas behinderte immer wieder den Ablauf der Dreharbeiten. Fündig wurden sie schließlich im Juneau Ice Field in Alaska, ein gewaltiger Gletscher, wo die ersten Außenaufnahmen entstanden, die man im Film sieht.



Teil 9 der "John-Carpenter"-Reihe folgt demnächst.

John Carpenter's beste Filme (Teil 9)


Die "Forschungsstation" wurde in British Colombia, in dem Ort Stewart errichtet. Die Temperaturen dort waren Schwankungen von -25 Grad bis zu +3 Grad unterworfen, die Kleidung alleine für das 125köpfige Team kostete 75.000 Dollar, was, wenn man das Gesamtbudget betrachtet, nicht sehr viel ist.

Für die Effekt- und Verwandlungsszenen sollte ursprünglich Rick Baker engagiert werden, aber der steckte um diese Zeit noch über beide Ohren in der Arbeit für den John-Landis-Horrorfilm "An American Werewolf in London" ("American Werewolf"), für die er auch mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Rob Bottin, der bei Carpenter´s "The Fog" schon mitgearbeitete hatte, wurde nun engagiert.

Alle Spezial-Effekt-Sequenzen wurden von Carpenter im Studio gedreht, was ungewöhnlich ist - viele andere Regisseure überlassen diese Arbeit den Spezial-Effekt-Leuten. Es ist nun einmal nicht jedermanns Sache, für eine 10 Sekunden lange Szene zwei Tage im Studio zu verbringen.

Während dieser Aufnahmen kam es zu einem Zwischenfall, der sich um ein Haar zu einem handfesten Unfall ausgeweitet hätte. Während sich Norris (Charles Hallahan) in das Ding verwandelte, wollte Carpenter im Hintergrund der Szene einige offene Flammen haben. Das wurde auch umgesetzt, doch dachte niemand daran, dass einige der für die Effekt-Szenen verwendeten Gase brennbar waren. Während der Aufnahmen breitete sich schnell Feuer aus, dass zwar das gesamte Modell der Szene zerstörte, doch niemand der Anwesenden verletzte.


Carpenter wollte auch für "The Thing" die Musik wieder selber komponieren, aber die Zuständigen von "Universal" überredeten ihn, diesmal jemand anderem diese Aufgabe zu überlassen. Der Filmmusik-Veteran Ennio Morricone komponierte schließlich den Score.

Nach Meinung vieler Fans hatte er aber zu sehr versucht, Carpenter´s Musik zu kopieren, so das es sich nicht mehr wie ein Soundtrack anhörte, den Morricone geschrieben hatte (dieser Meinung bin ich auch).

Bei allem Aufwand und Anstrengungen hatte der Film Mühe, seine Herstellungskosten von ca. 15 Millionen Dollar wieder einzuspielen, von Gewinn schon mal gar keine Rede. Zwei Tage nach dem US-Kinostart, am 27. Juni 1982, waren erst 3 Millionen Dollar in die Kassen geflossen.

Und über einen Monat später, Ende Juli 1982, beliefen sich die Einnahmen erst auf ca. 14 Millionen Dollar, das heißt, das Budget war immer noch nicht eingespielt worden. Erst die Auslandsverkäufe und über den Verkauf auf dem Videomarkt kam etwas Geld in die Kasse.

Die geringen Einspielergebnisse von "The Thing" ließen Universal zu etremen Schritten greifen. Carpenter´s nächstes Projekt, die Verfilmung von Stephen King´s Roman "Firestarter" sollte um die 18 Millionen Dollar kosten."Universal" weigerte sich nicht nur, den Film zu finanzieren, sie entließen Carpenter auch aus dem Vertrag und zahlten ihm eine Ablösesumme von 850.000 Dollar.

"Firestarter" wurde dann 1984 doch noch realisiert, aber mit Mark L.Lester als Regisseur und mit David Keith, Drew Barrymore und Heather Locklear in den Hauptrollen. Carpenter versuchte nun, eine Gesellschaft zu finden, die ihm die Produktion seines Projektes "Verschiedene Jahreszeiten" finanzierte, ebenfalls aus der Feder von Stephen King, aber auch daraus wurde nichts.

1983 schaffte er bei vielen seiner Fans wieder einen Erfolg mit der Stephen King-Adaption "Christine", der zwar auch wieder einige Kritiker zu Verrissen veranlasste, mir aber (und nicht nur mir) sehr gut gefiel.


DAS ORIGINAL
Das Original des Stoffes erschien 1951 unter dem Titel "The Thing from another World" ("Das Ding aus einer anderen Welt", 1951, 52). Howard Hawks leitete den Film aber nicht selber, als Regisseur fungierte sein viermaliger Cutter Christian Nyby. Viele Experten, die Hawks´ Regie-Stil genau kennen, sind allerdings der Ansicht, daß Hawks am Set das Sagen hatte.

Hawks selber blieb bei seiner Behauptung, die er oft wieder bestätigt hatte, er habe (als Produzent) die Arbeit überwacht, das Drehbuch abgesegnet und die Auswahl der Schauspieler beaufsichtigt, er habe aber keinen einzigen Meter des Films selber gedreht.

Wie auch immer, das mit 1,2 Millionen Dollar damals astronomisch teure Projekt wurde ein Erfolg, der Film gilt heute unter Fans als Klassiker des sF-Genres, obwohl sich Hawks nicht ganz an die Vorlage hielt. Die Eigenschaft des Wesens, die Gestalt anderer Lebewesen anzunehmen, war 1951 tricktechnisch noch nicht realisierbar (jedenfalls nicht in einem technisch perfekten Maße), so stellte Hawks das Wesen einfach als ein Monster aus dem All da,  dargestellt von James Arness, dem späteren Hauptdarsteller der Western-Serie "Gunsmoke", bei uns bekannt unter dem Titel "Rauchende Colts".

Die Hauptrollen im Film spielten (nach einem Drehbuch von Charles Lederer) damals Kenneth Tobey, Margaret Sherdian, Dewey Martin, Douglas Spencer, Robert Cornthwaite, James Young, William Self und Robert Stevenson. Die hier noch vorhandene weibliche Figur ließ Carpenter in seiner Version später komplett weg.

Der Regisseur von "The Thing (From another World)", der am 1. September 1913 geborene Christian Nyby, hatte bei vier Hawks-Filmen am Schneidetisch gesessen; bei "To have and have not" ("Haben und Nichthaben", 1945), "The Big Sleep" ("Tote schlafen fest", 1946), "Red River" ("Red River", 1948, wofür er eine Oscar-Nominierung erhielt) und bei dem Film "The Big Sky" ("Der weite Himmel") von 1952.

Nyby drehte als Regisseur noch ein parr wenige Filme, die aber bald wieder vergessen waren und wandte er sich dann dem Fernsehen zu. Dort inszenierte er so manche Episode von bekannten (etwa 50 verschiedenen) TV-Serien. Der Regisseur starb im kalifornischen Temecula 16 Tage nach seinem 80. Geburtstag am 17. September 1993.

Nach dem US-Kinostart am 29. April 1951 ging "The Thing (From another World)" ging am 26. Oktober 1951 an den bundesdeutschen Kinostart; allerdings in einer um 5 Minuten gekürzten Fassung gegenüber der (87 Minuten langen) US-Version.


ABSCHLIESSEND
Deutscher Kinostart von "The Thing" ("Das Ding aus einer anderen Welt") war der 29. Oktober 1982. Das was dem Publikum (und den Kritikern) in Erinnerung blieb, waren die Effekte, die zu deutlich waren. Denn über diese Szenen vergaß man ganz einfach, dem übrigen Film die Aufmerksamkeit zu geben, die er verdient.

Die atmosphärische Spannung, die durch die Angst und das Mißtrauen der einzelnen Forscher untereinander erzeugt wird - wie Carpenter und die Schauspieler diese Unsicherheit und Angst auf die Leinwand bringen, verdient mehr Anerkennung, als dem Film bisher zuteil wurde.

Ich muß zugeben, daß mich die extremen Verwandlungsszenen auch gestört haben (als ich ihn im Kino sah und auch heute noch), aber das sollte einen nicht daran hindern, die Qualitäten des restlichen Film zu erkennen - und zu genießen. Vielleicht wäre bei den Effekten weniger mehr gewesen, damit auch die eben angesprochenen positiven Dinge nicht vergessen oder ignoriert werden. Aber insgesamt haben John Carpenter und sein Team hier einen interessanten, mitreißenden und spannenden Horrorfilm geschaffen.

Es sei aber nochmal gesagt, das der Film in der ungeschnittenen Fassung zu Recht erst ab 18 Jahren freigegeben ist, da der Film sehr extreme Szenen hat (für die damalige Zeit auf jeden Fall). Es werden sehr deutlich gezeigt, wie sich Menschen nach dem Kontakt mit dem Außerirdischen in neue Wesen verwandeln und dies wird eben sehr deutlich gezeigt. Doch im Fernsehen ist es sehr unwahrscheinlich, das man die ungeschnittene Version zu sehen bekommt. Aber nochmal: die Original-Version ist erst ab 18 Jahren und das gerechtfertigt.

Thursday, March 5, 2009

Leben und sterben lassen


Leben und sterben lassen

Inhalt: Mehrere Agenten des Geheimdienstes sind in Amerika ermordet worden. James Bond wird beauftragt, dem nachzugehen. Seine erste Spur führt ihn nach New York, wo er bereits von den Leuten des Drogenkönigs Mr. Big erwartet wird.

Bond erkennt bald, das Mr. Big und der Diplomat Kananga ein und dieselbe Person sind. Er folgt ihm auf die Insel San Monique, wo er seine Drogen anbaut. Um diese Plantagen zu schützen, hat er eine Art Voodoo-Zauber eingeführt, der manche der Menschen abschreckt. Auf der Insel angekommen, sieht sich Bond bald wieder mehreren Anschlägen auf sein Leben ausgesetzt.

England, 1972, 73
Original-Titel: LIVE AND LET DIE

Darsteller:
Roger Moore (James Bond)
Yaphet Kotto (Kananga / Mr. Big)
Jane Seymour (Solitaire)
Clifton James (Sheriff J. W. Pepper)
Julius Harris (Tee Hee)
Geoffrey Holder (Baron Samedi)
David Hedison (Felix Leiter)
Gloria Hendry (Rosie Carver)
Bernard Lee (M)
Lois Maxwell (Miss Moneypenny)

Drehbuch: Tom Mankiewicz
basierend auf dem gleichnamigen Roman von Ian Fleming
Produzenten: Harry Saltzman, Albert R. Broccoli
Regie: Guy Hamilton



HINTER DEN KULISSEN
1971 spielte Sean Connery zum (vorerst) letzten Mal die Rolle des Geheimagenten James Bond in "Diamonds are forever" ("Diamantenfieber"). Nach seinen ersten Filmen hatte er bereits 1967 seine Rolle abgegeben und George Lazenby spielte 1969 in "On her Majesty's Secret Service" ("Im Geheimdienst Ihrer Majestät") einmal den Part des James Bond.


Für einen weiteren Film aber stand Lazenby damals nicht mehr zur Verfügung und so mussten sich die Produzenten Harry Saltzman und Albert R.Broccoli auf die Suche nach einem neuen Darsteller machen.

Auf dieser Suche meldeten sie sich auch bei Roger Moore und fragten, ob er Interesse hätte, es wurden auch viele andere Darsteller angesprochen. Und auch bei Sean Connery wurde leise angeklopft, ob er vielleicht doch wieder Interesse hätte.

Und Connery hatte Interesse, wollte aber eine Gage, die damals jenseits von gut und böse lag. Die Produzenten überlegten eine Weile, ob sie das Risiko eingehen sollten, einen neuen Darsteller zu engagieren oder ob sie Connery seine geforderte Gage zahlen sollten.

Die Entscheidung zog sich in die Länge und Moore hatte irgendwann die Nase voll und übernahm ab 1971 die Rolle des Lord Brett Sinclair in der TV-Serie "Die Zwei", in der er zusammen mit Tony Curtis spielte.

Connery übernahm dann wieder den Part des James Bond und das Thema Bond war für Moore erstmal erledigt.............

...........bis das Jahr 1973 kam. Sean Connery hatte nach seinem sechsten Bond-Film "Diamantenfieber" endgültig seinen Ausstieg aus der Reihe verkündet und erneut wurde Roger Moore angesprochen, ob er die Rolle des Agenten übernehmen wollte - und diesmal nahm er an.

Roger Moore spaltete von Anfang an das Lager der Bond-Fans in zwei Seiten: diejenigen, die ihn mochten und die anderen. Entgegen vieler Unkenrufe seiner Gegner aber schaffte Moore mit seinen Filmen (sieben Stück hintereinander!) einen ständigen Erfolg.

Bereits sein Debüt-Film spielte weltweit die Ummer von ca. 125 Millionen Dollar ein - bei einem Etat von gerade mal 7 Millionen Dollar.



ROGER MOORE ALS JAMES BOND
In seinen Filmen ist die Machart anders geworden, nicht wesentlich, aber unübersehbar. In seiner Darstellung des Geheimagenten lag sehr viel mehr Humor, aber auch Ironie und Sarkasmus. Und das war etwas, was viele Fans damals nicht wollten.

Man muss auch gestehen, das diese an sich ja nicht schlechte Eigenart in späteren Filmen doch manchmal übertrieben wurde, beispielswiese 1983 in "Octopussy".

Ob man dies nun mochte oder nicht, eines müssen aber auch seine Gegner anerkennen: neben Sean Connery ist Moore bis heute der erfolgreichste und langlebigste Bond-Darsteller. Er drehte insgesamt sieben Filme als James Bond - und das durchgehend, während Sean Connery seinen siebenten Film erst 12 Jahre nach "Diamantenfieber" drehte. Und "Never say never again" ("Sag niemals nie") war obendrein noch ein Remake.

12 Jahre lang durchgehend war Roger Moore der Geheimagent James Bond und drehte noch die Filme "The Man With the Golden Gun" ("Der Mann mit dem goldenen Colt", 1974), "The Spy who Loved me" ("Der Spion, der mich liebte", 1977), "Moonraker" ("Moonraker - Streng geheim", 1979), "For your Eyes Only" ("In tödlicher Mission", 1981), "Octopussy" ("Octopussy", 1983) und "A View to a Kill" ("Im Angesicht des Todes", 1985).

Erst 1985 hörte er als James Bond auf und wenn man ehrlich ist, war es auch höchste Zeit. Auch seine Fans (zu denen ich mich damals auch zählte) mussten eingestehen, das er einfach zu alt geworden war. Bei den Arbeiten zu seinem letzten Film war er bereits 58 Jahre alt geworden und es fiel immer schwerer, ihm den Part eines draufgängerischen Agenten abzunehmen.

Nichtsdestoweniger ist Roger Moore neben Sean Connery der auch heute noch erfolgreichste Darsteller und bei vielen Fans ebenso wie der Ur-Bond Connery unvergessen als Agent des britischen Geheimdienstes.


Die James Bond-Filme sind seit mehreren Jahren bereits vollständig auf VHS und später natürlich auf DVD erschienen. Immer wieder sind in den letzten Jahren neue Sammler-Boxen mit allen Bond-Filmen erschienen. Natürlich gibt es jeden Film einzeln, so auch hier.