Friday, March 27, 2009

Mein Partner mit der kalten Schnauze


"Mein Partner mit der kalten Schnauze"


Inhalt: Detective Mike Dooley ist Einzelgänger, er löst seine Fälle bei der Polizei lieber allein. Doch bei einem besonderen Fall ist er auf die Hilfe eines Hundes angewiesen. Er bekommt den Schäferhund Jerry Lee zugewiesen.

Jerry Lee ist aber ein sehr eigenwilliger Hund. Was er nicht will, das macht er nicht und was er nicht darf, macht er besonders gerne.

Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund läuft zunächst schleppend an, klappt aber immer besser, als es gegen den Obergangster Lyman geht.


USA, 1988, 89
Original-Titel: K-9

Darsteller:
James Belushi (Mike Dooley)
Mel Harris (Tracy)
Kevin Tighe (Lyman)
Ed O'Neill (Brannigan)
James Handy (Byers)
Daniel Davis (Halstead)
Cotter Smith (Gilliam)
John Snyder (Freddie)

Drehbuch: Steven Siegel & Scott Myers
Ausführende Produzentin: Donna Smith
Produzenten: Charles Gordon, Lawrence Gordon
Regie: Rod Daniel


HINTER DEN KULISSEN
Krimi-Komödien waren in den 80er und auch 90er Jahren sehr erfolgreich, doch "K-9" ging damals andere Wege, indem ein Mensch mit einem Hund zusammen vor der Kamera spielten. Und in diesem Fall ging diese Idee voll auf.


Die Geschichte ist nicht allzu neu oder wegweisend, aber das ist in diesem Fall auch nicht nötig. Der Film bezeiht seine angenehme Wirkung aus dem Zusammenspiel von James Belushi und dem Schäferhund, das oft genug Anlass für Humor und Komik bietet.

Der Film ist ein echtes Vergnügen für alle, die Action gepaart mit Komik in Filmen sehen wollen. Das Tier-Training lag in den bewährten Händen von Karl Lewis Miller, der seit den 70er Jahren Tiere für Filme trainiert.

Seit dem Krimi "The Doberman Gang" war Miller immer wieder für aufsehenerregende Dressur- und auch Action-Szenen mit Tieren zuständig. Er arbeitete z. B. in der ersten Staffel der TV-Serie "Magnum, P.I." sowie an den Filmen "White Dog" (1982), "Cujo" (1983), "Cat's Eye" (1985), "The Morning After" ("Der Morgen danach", 1986), "Beethoven" (1992), "Babe" ("Ein Schweinchen namens Babe", 1995) oder "The Nutty Professor" ("Der verrückte Professor", 1996).

Über 30 Jahre lang, bis 2007, war Miller (geboren am 16. Juni 1941 in Utica, New York) für den Film tätig, als er sich aus dem Berufsleben zurückzog. Er starb im Alter von 66 Jahren am 27. März 2008 im kalifornischen Arleta.



FORTSETZUNGEN

10 Jahre nach dem ersten Teil drehte James Belushi unter der Regie von Charles T. Kanganis die Fortsetzung: "K-911" ("Mein Partner mit der kalten Schnauze 2"), diesmal mit Christine Tucci und erneut James Handy als Co-Stars.

2002 entstand der bis heute letzte Teil: "K-9: P. I." ("Mein Partner mit der kalten Schnauze 3"), in dem unter Richard J. Lewis' Regie neben James Belushi Gary Basaraba, Kim Huffman und Jody Racicot spielten. Beide Fortsetzungen wurden allerdings direkt für den Videomarkt produziert.



Bestellen kann man diesen Film u.a. hier.

Thursday, March 26, 2009

Neue Kinofilme: Fast And Furious 4



Fast and Furious 4
Original-Titel: FAST & FURIOUS
USA, 2008, 09

US-Kino-Start: 3. April 2009
Deutscher Kino-Start: 2. April 2009

Darsteller:
Vin Diesel (Dominic Toretto)
Paul Walker (Brian O'Conner)
Jordana Brewster (Mia Toretto)
Michelle Rodriguez (Letty)
John Ortiz (Campos)
Laz ALonso (Fenix Rise)
Gal Gadot (Gisele Harabo)
Jack Conley (Penning)

Drehbuch: Chris Morgan
nach Charakteren von Gary Scott Thompson
Ausführende Produzentin: Samantha Vincent
Produzenten: Vin Diesel, Michael Fottrell, Neal H. Moritz
Regie: Justin Lin



Nachdem Dominic Toretto eine Haftstrafe abgesessen hat, beginnt er wieder mit dem Undercover-Polizisten Brian O'Conner zusammenzuarbeiten. Beide werden von einem Syndikat gejagt, das mit Drogen handelt und sich von den beiden gestört fühlt.

Soviel zum Inhalt des neuen Teils der Reihe: "Fast and Furious 4", der bei uns am 2. April 2009 an den Kinostart geht. Zur Freude der Fans sind wieder alle Hauptdarsteller aus dem ersten Teil zusammen: neben Vin Diesel und Paul Walker sind auch wieder Michelle Rodriguez als Letty und Jordana Brewster als Mia zu sehen, die schon im ersten Teil dabei waren.

Dem offiziellen Trailer zufolge wird es hier ebenso zugehen wie in Teil 1 bis 3. Aufwendige und spektakuläre Action vermischt mit den bekannten Gesichtern aus Teil 1.

Auch hier soll es wieder weniger computergenerierte Effekte geben, sondern handgemacht und dadurch wuchtiger wirkende Action- und Stunt-Szenen, die nun mal Bestandteil von Filmen wie "Fast and Furious" oder "The Transporter" sind. Action-Fans werden hier wohl ihren Spaß haben.


DER BEGINN

Anfang dieses Jahrzehnts kam "The Fast and the Furiuos" ("The Fast and the Furious", 2000, 01) als amerikanisch-deutsche Co-Produktion in die Kinos und schaffte sich gleich eine eingeschworene Fangemeinde. Der von Rob Cohen inszenierte Film (nach einem Drehbuch von Gary Scott Thompson, Erik Bergquist und David Ayer) spielte allein in den USA die Summe von 144,5 Millionen Dollar ein - bei einem Budget von ca. 38 Millionen Dollar.

Auch hier waren die Zutaten ebenso gut und richtig dosiert vorhanden wie in den weiteren Teilen, denn bei einem so gewaltigen Einspielergebnis konnten Fortsetzungen nicht ausbleiben.

Zwei Jahre später war Teil 2 vollendet: "2 Fast 2 Furious" ("2 Fast 2 Furious", 2002, 03) kam unter der Regie von John Singleton in die Kinos, aber ausser Paul Walker in seiner Rolle als Brian O'Conner war niemand der ersten Besetzung mit dabei.

Vielleicht das mit ein Grund für das schlechtere Abschneiden der Fortsetzung an den Kinokassen. Zwar spielte das Werk in den USA 127,1 Millionen Dollar ein, dafür war das Budget mit 76 Millionen Dollar doppelt so hoch wie im ersten Teil. Teil 3 der Reihe kam dann erst 2006 in die Kinos. Und "The Fast and the Furious: Tokyo Drift" ("The Fast and the Furious: Tokyo Drift", 2005, 06) erzielte wiederrum weniger Einnahmen als Teil 2. Nur noch 62,4 Millionen Dollar flossen in den USA in die Kassen.

Allerdings war in diesem Film die Besetzung komplett ausgetauscht worden. Niemand der ersten Darsteller wirkte hier mit. Die Hauptrollen spielten Lucas Black, Damien Marzette, Trula H. Marcus, Zachery Ty Bryan und Brandon Brendel.

Chris Morgen schrieb das Drehbuch zu diesem Film, den Justin Lin (der auch Teil 4 inszenierte) drehte. Darauf, dass nun wieder die altbekannten Charaktere (und auch dieselben Darsteller) dabei sind, setzt man vielleicht die Hoffnungen und produzierte diesen vierten Teil, obwohl die Einnahmen nachliessen.


Action-Fans können sich aber wohl auf eineinhalb Stunden pures Popcorn-Kino freuen.

Wednesday, March 25, 2009

Dragonheart


"Dragonheart"



Inhalt: Der Ritter Bowen zieht solange durchs Land, bis alle Drachen vernichtet worden sind. Eines Tages trifft er auf den letzten Drachen, den er allerdings nicht besiegen kann.

Die beiden schliessen sich letztendlich zusammen, um einem Prinzen, dem der Drache früher mal geholfen hat, in seine Schranken zu weisen, da seine Tyrannei immer mehr steigt.

USA, 1995, 96
Original-Titel: DRAGONHEART

Darsteller:
Dennis Quaid (Bowen)
David Thewlis (Einon)
Pete Postlethwaite (Gilbert)
Dina Meyer (Kara)
Jason Isaacs (Lord Felton)
Brian Thompson (Brok)
Lee Oakes (Einon als Kind)
Wolf Christian (Hewe)

Drehbuch: Charles Edward Pogue
Story: Patrick Read Johnson & Charles Edward Pogue
Ausführende Produzenten: Patrick Read Johnson, David Rotman
Produzentin: Raffaella De Laurentiis
Regie: Rob Cohen

HINTER DEN KULISSEN

In den 90er Jahren kam die Fantasy wieder verstärkt zurück: im Fernsehen durch verschiedene erfolgreiche Serien, aber auch durch Kinofilme wurde die Fantasy wieder ein gewinnversprechendes Genre.

Dadurch und vielleicht durch den weltweiten Erfolg von "Braveheart" (1994, 95, von und mit Mel Gibson) angeregt, begannen 1995 die Arbeiten an "Dragonheart", der eine Geschichte erzählt, wie sie aus den Zeiten von König Artus stammen könnte. Ein Ritter, der sich aufmacht, um alle Drachen zu vernichten.

Ganz so bierernst wie es sich anhört, ist dieser Film dann aber doch nicht. Neben einzeln aufblitzender Situationskomik gibt es mehr Wortwitz zu hören, der durch die Dialoge zwischen dem Ritter (sehr gut gespielt von Dennis Quaid) und dem Drachen entsteht.

Im Original wurde der (nahezu vollständig am Computer erzeugte) Drache von Sean Connery gesprochen, der mit seiner sonoren Stimme ausgezeichnet für diesen Part ausgesucht war. In der deutschen Synchronisation übernahm diese Rolle Mario Adorf.

Mit einem Budget von 57 Millionen Dollar wurde "Dragonheart" ein Wagnis, das sich aber letztlich auszahlte. Weltweite Einnahmen von 104 Millionen Dollar standen 1996 unter der Bilanz dieses Films.



ABSCHLIESSEND

"Dragonheart" ist ein Fantasy-Werk, das alle guten Seiten des Genres enthält. Fans dieser Filme werden hierbei bestimmt ihren Spass haben. Die gute Geschichte, der sprechende Drache, herausragende Effekte, gute Darsteller und die witzigen Seiten machen diesen Film zu einem echten Genuss.



FORTSETZUNG

2000 kam die unvermeidliche Fortsetzung: der erneut von Raffaella De Laurentiis produzierte "Dragonheart: A New Beginning" in der Regie von Doug Lefler nach einem Drehbuch von Shari Goodhartz.

Christopher Masterson, Harry Van Gorkum und Matt Hickey spielten diesmal die Hauptrollen. Doch dieser direkt für den Videomarkt produzierte Film konnte weder Fans noch Kritiker so richtig überzeugen.



Den Fantasy-Spaß gibt es hier auf DVD.

Monday, March 23, 2009

John Carpenter's beste Filme (Teil 10)

Anfang der 80er Jahre hatten Filme nach Werken des Schriftsteller Stephen King einen ersten Ansturm erlebt. Nach dem (finanziellen) Reinfall mit "The thing" wandte sich 1983 auch John Carpenter einer Geschichte zu, die von King stammte und schuf einen auch vom Autor hoch geschätzten Film:


CHRISTINE
(Christine)
USA, 1983

Darsteller:
Keith Gordon (Arnie Cunningham)
John Stockwell (Dennis Guilder)
Alexandra Paul (Leigh Cabot)
Robert Prosky (Will Darnell)
Harry Dean Stanton (Rudolph Jenkins)
Christine Belford (Regina Cunningham)
Roberts Blossom (George LeBay)
William Ostrander (Buddy Repperton)
David Spielberg (Mr. Casey)

US-Kino-Start: 9. Dezember 1983
Deutscher Kino-Start: 16. März 1984

Drehbuch: Bill Phillips
nach dem gleichnamigen Roman von Stephen King
Co-Produzent: Larry Franco
Ausführende Produzenten: Kirby McCauley, Mark Tarlov
Produzent: Richard Kobritz
Regie: John Carpenter

Richard Kobritz, der mit John Carpenter 1978 den TV-Film "Someone´s watching me" ("Das unsichtbare Auge") gemacht hatte, bekam im Sommer 1982 ein 760-Seiten starkes Manuskript von Stephen King´s neuem Roman "Christine" vorgelegt. Die Geschichte um einen Teenager und sein erstes Auto, das ein merkwürdiges Eigenleben entwickelt.

Kobritz hatte schon King´s Geschichte "Salem´s Lot" ("Brennen muß Salem") fürs US-Fernsehen als Mini-Serie verfilmt. Für dieses Projekt gab er seinen Posten als Produzent bei "Warner Bros." nach achtjähriger Tätigkeit auf und setzte sich mit Mark Tarlov, einen der Verantwortlichen bei der "Polar Film", in Verbindung und man sprach über eine Verfilmung des Stoffes.

Innerhalb kürzerster Zeit hatte man die Rechte an der Geschichte in der Tasche und Kobritz, der mit Carpenter befreundet war, erzählte ihm von seinen Plänen. Carpenter´s Bestätigung stand aber noch auf wackligen Füßen, denn zu dieser Zeit war er noch vertraglich an die "Universal" gebunden und für die Verfilmung "Firestarter" geplant, die aber, wie schon erwähnt, anderweitig vergeben wurde.

Carpenter war nun frei für Christine ("Christine"). Als erstes brauchte man ein Drehbuch, und dieses mußte gezwungenermaßen im Gegensatz zum Roman einigen Änderungen unterworfen werden. Zunächst mußte aus dem 550 Seiten  starken Buch ein 120 Seiten starkes Drehbuch gemacht werden.

Das verlangte nach starken Kürzungen, und so wird im Film von "Christine´s" Vergangenheit fast gar nichts erzählt. Auch ist das Auto im Buch so eine Art Rächer, im Film wird der Wagen schon in der Fabrikationshalle "böse".


Als Autor fürs Drehbuch wurde Bill Phillips engagiert und so trafen sich in den nächsten Monaten Phillips, Kobritz und Carpenter öfters. Mit Stephen King sprach man ebenfalls über die Entstehung des Films. Insgesamt äußerte sich King später recht positiv über die Verfilmung seines Werkes (was nicht sehr oft der Fall bei den diversen Verfilmungen).

Der Inhalt der Film-Version war nun folgender: Arnie Cunningham ist ein schüchterner, verklemmter Junge. Nach einem Kfz-Kursus in der Schule ist er schon länger auf der Suche nach einem Auto. Auf dem Nachhauseweg finden er und sein Freund Dennis einen total vergammelten und verrosteten 58er Plymouth Fury, den Arnie unbedingt haben muß, obwohl Dennis ihm abrät.

Aber er kauft den Wagen trotzdem und verhilft dem Vehikel nach langer, mühseliger Arbeit wieder zu altem Glanz. Eines Abends wird sein Wagen, der schon von seinem Vorbesitzer "Christine" genannt wurde, von Randalieren total zerstört.

Als sich Arnie an die Reparatur machen will, entwickelt der Wagen ein geheimnisvolles Eigenleben und repariert sich selbst. "Christine", nun wieder ganz die Alte, macht sie sich auf, umd die Randalierer zu suchen und sich zu rächen.


DIE ARBEITEN
Als das Drehbuch fertig war und von King persönlich autorisiert wurde, war es für Kobritz nicht sehr schwer, ein Budget von 9,7 Millionen Dollar aufzutreiben, von denen bereits 2 Millionen auf das Konto von Stephen King gingen.

Nach dem grünen Licht für die Produktion begann eine regelrechte Autojagd - nach "Christine". Es war im Buch die Rede von einem 1958er Plymouth Fury mit 315 PS und einer V8-Maschine. Im halben Land waren Produktionsbeauftragte drei Monate unterwegs, um passende Modelle zu finden.

Die "Beute" dieser Jagd: 25 Wagen, von denen 17 gekauft wurden: drei davon waren so schlecht, das man sie nur noch als Ersatzteillager brauchen konnte, was aber für diesen Film ebenso wichtig war, wie gut erhaltene Modelle zu finden. Aus diesen 3 Schrottkübeln holte man genügend Teile um schließlich 14 komplette Autos auf dem Hof zu haben.

Von diesen 14 wurden während der Dreharbeiten 12 total verschlissen, sie waren am Ende schrottreif, die restlichen zwei wurden für eine Werbetour gebraucht und dann verkauft. Sie stehen heute wahrscheinlich immer noch in Garagen von Sammlern.


Die 14 Modelle, die für die Dreharbeiten übrig blieben, waren fast alle in unterschiedlichen Zuständen, man brauchte auch verschieden aussehende Wagen, einen völlig verbeulten, vor sich hin gammelnden für die Szene, in der Arnie "Christine" zum erstenmal bei seinem Vorbesitzer sieht, einige präparierte für die Szenen, in der "Christine" auf Rachefeldzug geht, einen, den man für die Szenen brauchte, in der sich "Christine" von selber
repariert und einen, der wie aus dem Ei gepellt aussah für die ersten Szenen im Film am Fließband und jeweils dann, wenn sich "Christine" nach einer Selbstreparatur wieder strahlend und chromblitzend dem Zuschauer
präsentieren mußte.

Bei all diesen veschiedenen Anforderungen war es am Set natürlich extrem wichtig, das die benötigten Modelle auch noch vorhanden waren; also das nicht ein Wagen zerstörte wurde, solange er noch für andere Szenen gebraucht wurde.

Am schwierigsten zu finden war ein Platz, der im Film Darnell´s Garage darstellen sollte, diese Halle sollte schließlich groß genug sein, um den finalen Kampf zwischen "Christine" und einer Planierraupe wirkungsvoll in Szene setzen zu können. Fündig wurde man in einer alten Rohrfabrik, in dessen 100 mal 300 m großen Halle man schließlich genug Platz fand.

Probleme gab es nur noch für die Set Dekorateure, die diese riesige Halle mit irgendetwas ausfüllen mußten. Man konnte schließlich nicht ein paar Werkzeugkästen und einen 58er Plymouth dahinstellen und die restliche Halle leer stehen lassen. Also richtete man das Büro des Besitzer in dieser Halle ein und stellte noch einige "kleinere" Einrichtungsgegenstände wie eine Planierraupe und ein paar Lastwagen hinzu.


DIE TANKSTELLEN-SZENE
Die gewaltigste Kulisse (was die Kosten angeht) entstand aber außerhalb jeder bewohnten Gegend, eine Tankstelle, die filmgerecht in ihre Bestandteile zerlegt werden sollte. Als "Christine" auf einem ihrer Rachefeldzüge ihren Opfer hinterherjagt, fährt "sie" kurzerhand in die ganze Tankstelle hinein, die daraufhin explodiert. Der brennende Wagen aber fährt weiter und verfolgt noch ein Opfer.

Für diese Szenen zog die Crew um nach Newhall, wo es weite Wüstengegenden gibt, in denen man solche Szenen drehen konnte, ohne jemanden zu gefährden.

Die Tankstelle wurde komplett aufgebaut und mit einem Gewirr von Pipelines ausgerüstet, mit deren Hilfe man Flammen auf Kommando steuern kann. Stuntmen Terry Leonard (Stunt Double von Harrison Ford in "Raiders of the lost ark") sollte mit "Christine" in die Tankstelle hineinfahren, zwei parkende Wagen rammen, dabei entzündet sich Benzin und alles geht hoch.

Dann sollte "Christine" wieder aus dem Trümmerhaufen herauskommen und - brennend - den letzten ihrer Peiniger verfolgen. Bei diesen Szenen fuhr Leonard praktisch blind, denn die Scheiben waren abgedunkelt um den Fahrer zu verbergen, laut Drehbuch fuhr "Christine" ja allein.

Als Terry Leonard mit dem brennenden Wagen dem Flüchthinterherjagt, war es für ihn praktisch ein Blindflug. Sieben Kameras filmten diese Szene, und alles ging glatt, die Aufnahmen waren im Kasten, niemand wurde auch nur angekratzt (außer einer Kamera, die Totalschaden erlitt).


"CHRISTINE"-EFFEKTE
Genau so ungewöhnlich gestalteten sich die Szenen der wunderbaren "Selbstheilung" von "Christine". Dafür war Roy Arbogast zuständig, der auch schon bei "The thing" mit Carpenter gearbeitete hatte. Nach zweiwöchiger Vorbereitungszeit war man für diese Szenen startklar. Als erstes wurde ein Filmwagen fast völlig zerlegt, dann wieder halbwegs zusammengebaut, wobei man viele Blechteile durch millimeterdicke Latexfolie ersetzte.

Von innen wurde Drähte an diese Folien angebracht, die am Heck des Wagens zusammenliefen. Dort sassen Mitarbeiter, die die Drähte genau nach Regie-Anweisungen zogen, die Folien spannte sich und der Effekte von Beulen, die sich selber regenerieren, war entstanden. Die Scheinwerfer und die Spiegel wurden mit winzigen Mengen Sprengstoff zerstört, das Ganze auf handelsüblichen 35 mm Film aufgenommen und diese Szenen später rückwärts abgespielt. All dies unterlegt mit den dazugehörigen Geräuschen von splitterndem Glas und knirschendem Blech, das sich von selber wieder formt, dazu die passende spannende Musik ergibt im fertigen Film eine beeindruckende Szenerie.

Im Finale, als "Christine" gegen die Planierrraupe "antritt" werden diese Effekte noch einmal präsentiert. Dort wirkt es dann noch besser, weil es im Schlußkampf zwischen Gut und Böse geschieht und die Emotionen beim Zuschauer sowieso schon gesteigert sind.

Die Musik im Film besteht hauptsächlich aus Rock ´n´ Roll Oldies, die wenigen anderen Kompositionen stammten von John Carpenter, allerdings ist auf der Film-Soundtrack-LP nur ein einziger Song zu hören, der aus Carpenter´s Feder stammt, alle anderen sind alte Rock ´n´ Roll Nummern. Für Leute, die nun aber lieber die Carpenter-Musik hören wollten, nicht besonders genußvoll.


DIE DARSTELLER
Die drei Hauptrollen sind mit Keith Gordon als Arnie Cunningham, John Stockwell als Dennis Guilder und Alexandra Paul als Leigh Cabot bestens besetzt. Keith Gordon (geboren am 3. Februar 1961 in New York) begann Ende der 70er Jahre als Darsteller. Er spielte schon 1980 in Brian De Palmas "Dressed to kill", davor in "Jaws 2" ("Der weiße Hai 2", 1978) und in Bob Fosse´s "All that Jazz" ("Hinter dem Rampenlicht").

Ab Mitte der 90er Jahre war er als Schauspieler nicht mehr aktiv (außer einer Rolle im Jahre 2001). Seit dieser Zeit ist er als Regisseur aktiv, vor allem im Fernsehen. Er drehte mehrere Episoden der Serien "Homicide: Life on the street" (1994), "Fallen Angels" (1995), "Gideon's Crossing" (2001), "Night Visions" (2002), "House M.D." (2005) oder mehrere Folgen der Serie "Dexter" (2006 - 2008).

John Stockwell, geboren am 25. März 1961 im texanischen Galveston, ist noch heute als Darsteller aktiv, hat aber seit Beginn dieses Jahrhunderts auch verstärkt als Produzent und Regisseur gearbeitet. Auch als Drehbuch-Autor ist er seit Ende der 80er Jahre sporadisch in Erscheinung getreten.

Seine Filme sind bei uns nicht allzu bekannt. Als Regisseur hatte er Filme gedreht wie "Under cover" (1987), "Cheaters" (2000), mehrere Folgen der Serie "Rocky point" (2005), "Into the Blue" (2005) oder "Middle of Nowhere", sowie vier Episoden der Serie "The L Word" (2007 - 2009). Zur Zeit ist ein Film mit dem Titel "Kid Cannabis" in der Vor-Produktion, bei dem Stockwell Regie führen wird.


Alexandra Paul (geboren am 29. Juli 1963 in New York) ist seit 1982 bis heute durchgehend als Darstellerin tätig und war auch hei uns oft im Kino und im Fernsehen erschienen. Bekannt wurde sie zunächst mal durch eine wiederkehrende Rolle in den Fernseh-Filmen der Reihe "Perry Mason", in denen sie 1989 dreimal als Amy Hastings auftrat.

Erfolg konnte sie sammeln durch ihre Darstellung der Lt. Holden in der Serie "Baywatch", die sie von 1992 bis 1997 in 64 Episoden spielte und mit der sie auch hierzulande Aufmerksamkeit erlangte. Bis heute ist sie in Filmen verschiedenen Genres aktiv. Zur Zeit sind sechs Projekte mit ihr in der Vorbereitung bzw. werden gerade fertig gestellt.


DIE ECHOS
Die Kritik ging einigermaßen gnädig mit Carpernter´s Film um, zu meckern hatten sie natürlich auch einiges, zum Beispiel bemängelten sie das Fehlen des "Kingschen Erzählstils". Manche beanstandeten, das die "Verwandlung" von Arnie Cunningham vom schüchternen Jungen zum arroganten Knilch zu schnell vonstatten ging (wie man so etwas langsam und auch noch spannend drehen soll, weiß ich nicht).

Ein großer (finanzieller) Erfolg wurde der Film nicht, aber immerhin ein annehmbarer: die Einspielergebnisse in den USA beliefen sich auf ca. 21 Millionen Dollar und da das Budget von 9,7 Millionen Dollar nicht überschritten wurde, blieb am Ende noch etwas übrig (hinzu kamen natürlich noch die Auslandsergebnisse). In einer Zeit, als Horrorfilme keineswegs als sichere Kassenmagnete galten, war dieses Gesamtergebnis alles andere als schlecht.

Stephen King selbst sagte über Carpenter's Film einmal:
"Ich finde den Film Christine fabelhaft. Carpenter hat eine starke visuelle Energie, der Film rollt nur so dahin."

Eine Meinung, der ich mich anschließe. Die Geschichte kommt hier - im Gegensatz zum Buch - schneller und schnörkellos in Gange, die Darsteller bringen ihre Rollen alle überzeugend auf die Leinwand und die Effekte sind ebenfalls teilweise sehr überzeugend. Alles in allem ein unterhaltsamer und spannender Film.

Sunday, March 22, 2009

Feuerball


Feuerball

Inhalt: Zwei Raketen mit Nuklear-Sprengköpfen sind gestohlen worden. Die Organisation SPECTRE bekennt sich als dafür verantwortlich und verlangt von der britischen Regierung eine horrende Lösegeldsumme. James Bond wird auf den Fall angesetzt, dessen Spur ihn auf die Bahamas führt, wo er den Gangster Emilio Largo findet. Gemeinsam mit Felix Leiter vom CIA will er Largo erwischen und die Raketen wiederfinden.

England, 1965
Original-Titel: THUNDERBALL

Darsteller:
Sean Connery (James Bond)
Claudine Auger (Dominio Derval)
Adolfo Celi (Emilio Largo)
Luciana Paluzzi (Fiona)
Rik Van Nutter (Felix Leiter)
Guy Doleman (Graf Lippe)
Molly Peters (Patricia)
Martine Beswick (Paula)
Bernard Lee (M)
Desmond Llewelyn (Q)
Lois Maxwell (Miss Monepenny)

Drehbuch: Richard Maibaum und John Hopkins
nach einem Original-Drehbuch von Jack Whittingham
Story: Kevin McClory und Jack Whittingham und Ian Fleming
Produzenten: Albert R. Broccoli, Harry Saltzman (im Vorspann ungenannt)
Produzent: Kevin McClory
Regie: Terence Young


HINTER DEN KULISSEN
In den beginnenden 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, als die James-Bond-Filme weltweit bekannt wurden, plante Ian Fleming weitere Projekte um seine Figur, u.a. eine Fernseh-Serie, aus der aber leider nichts wurde. In dieser Zeit entwickelte er zusammen mit Kevin McClory und Jack Whittingham die Grundgeschichte zu "Thunderball" ("Feuerball").


Als aus dem mit McClory und Whittingham geplanten Projekt nichts wurde, nahm er die Grundidee und schrieb daraus seinen Roman "Thunderball". Kevin McClory leitete eine Klage gegen Fleming ein, da dieser seine Idee ohne dessen Wissen benutzt hatte.

Ergebnis eines lang anhaltenden Rechtsstreites war schliesslich, dass Fleming weiterhin "Thunderball" unter seinem Namen veröffentlichen durfte, aber mit einem Zusatz, dass die Story zusammen mit Kevin McClory entwickelt wurde.

Als Harry Saltzman und Albert Broccoli 1965 an ihr Projekt "Thunderball" gingen, schlossen sie von Anfang an Kevin McClory in diesen Film mit ein, um auf diese Weise drohenden Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen. In weiteren Gerichtsbeschlüssen übrigens wurde entschieden, dass Kevin McClory auch weiterhin das Recht hatte, die Idee zu "Thunderball" wieder neu zu verfilmen, was er ja 1982, 83 mit Sean Connery bereits getan hatte, als dieser für sein inoffizielles Comeback "Never Say Never Again" ("Sag niemals nie") als Bond vor die Kameras zurückkehrte. McClory hat auch weiterhin das Recht, diese Geschichte neu zu verfilmen.

"Thunderball" als Film ist nicht unbedingt der beste aus der James Bond-Reihe, da er mit seinen über 2 Stunden Laufzeit einfach zu lang ist. Viele Szenen sind unnötig gedehnt worden, so z. B. der Unterwasserkampf im Finale, der länger und länger zu werden scheint.

Abgesehen von diesem Manko aber ist "Thunderball" ein Bond-Film, der in den oberen Rängen genannt werden darf. Sean Connery spielt hier meiner Ansicht nach besser als er es 1967 in "You Only Live Twice" ("Man lebt nur zweimal") tat oder 1971 in "Diamonds are Forever" ("Diamantenfieber").

Mit Claudine Auger als Domino, Adolfo Celi als Obergangster Largo und Luciana Paluzzi als Killer Fiona hatte man gute Darsteller vor den Kameras.

Die damaligen Fans bescherten diesem Film dann auch einen gewaltigen Erfolg an den Kassen: 141 Millionen Dollar spielte der Film weltweit ein, davon allein in den USA 63,6 Millionen - und das bei einem Budget von 9 Millionen Dollar, was zur damaligen Zeit aber immer noch ein riesiger Haufen Geld für einen einzigen Film war.

Alles in allem also ein Film, der über zwei Stunden (nicht immer gelungene) Action bietet, auf jeden Fall aber gute Unterhaltung.


"Feuerball" gibt es auf DVD u.a. hier zu kaufen.

Wednesday, March 18, 2009

The Fog - Nebel des Grauens



Inhalt: In der Nähe der kalifornischen Kleinstadt Antonio Bay, irgendwo am Strand: ein alter Seeman erzählt einer kleinen Gruppe Kinder Geistergeschichten, unter anderem auch eine, die sich vor der Küste des Ortes wirklich zugetragen hat.

Vor 100 Jahren fuhr bei schwerer See ein kleiner Kutter auf dem Weg zu einem sicheren Ankerplatz. Als dichter Nebel aufkam, verlor die Besatzung die Orientierung. Als die Matrosen ein Licht sehen, steuern sie darauf zu - in der Annahme, es sei der Leuchtturm.

Aber das Licht ist ein Lagerfeuer, das angezündet wurde, um die Männer samt ihrem Schiff ins Verderben zu locken. Der Kutter lief auf die Felsen auf und versank. Seit damals aber erzählen sich die Menschen in Antonio Bay, das die Männer, die damals umkamen, 100 Jahre später wiederkehren würden, um sich für das zu rächen, was ihnen angetan hatte.


USA, 1979, 80
Original-Titel: THE FOG

Darsteller:
Adrienne Barbeau (Stevie Wayne)
Jamie Lee Curtis (Elizabeth Solley)
Janet Leigh (Kathy Williams)
John Houseman (Mr. Machen)
Tom Atkins (Nick Castle)
Charles Cyphers (Dan O'Bannon)
Nancy Loomis (Sandy Fadel)
Ty Mitchell (Andy)
Hal Holbrook (Vater Malone)
John F.Goff (Al Williams)

Drehbuch: John Carpenter und Debra Hill
Ausführender Produzent: Charles B.Bloch
Produzentin: Debra Hill
Regie: John Carpenter


HINTER DEN KULISSEN
1978 erreichte der junge Regisseur John Carpenter mit seinem Horrorfilm "Halloween" ("Halloween - Die Nacht des Grauens") einen riesigen Erfolg nicht nur in den USA, sondern in vielen Ländern. Der mit einem Mini-Budget hergestellte Film spielte ein Vielfaches seines Etat wieder ein.


Der grosse Erfolg aber liess auch die Erwartungshaltung in die Höhe schnellen, als Carpenter sich 1979 an die Arbeit zu seinem nächsten Horrorfilm machte. Das Drehbuch schrieben wieder - wie schon bei "Halloween" - Carpenter und Debra Hill.

Noch bevor es losging, schrieb Carpenter eine Extra-Rolle für eine Schauspielerin, die er schon länger einmal vor seinen Kameras haben woltle: Janet Leigh, die im Film die Bürgermeisterin des Ortes, Kathy Williams, spielt. Es war das erste Mal, das Janet Leigh zusammen mit ihrer Tochter Jamie Lee Curtis in einem Film spielte.

Jamie Lee spielte auch in diesem Film wieder unter der Regie von Carpenter, nachdem sie im Jahr zuvor durch ihre Hauptrolle in "Halloween" durch den grossen Erfolg bedingt ebenfalls bekannt geworden war. Ausser Leigh und Curtis waren hier zu sehen: Hal Holbrook als Father Malone, Adrienne Barbeau als Stevie Wayne, John Houseman als Mr. Machen (der Seemann) und Tom Atkins als Nick Castle.

In der Rolle des Kirchendiener Bennett übrigens sah man jemanden, dem man in John-Carpenter-Filmen so schnell nicht wieder begegnete, jedenfalls nicht auf den ersten Blick - John Carpenter selber. Die Rollenfigur entlieh Carpenter einem Mann namens Bennett Tramer, mit dem Carpenter zusammen auf der "USC" war (der "University of Southern California"). Tramer war von 1984 bis 1999 als Drehbuch-Autor für Film und Fernsehen aktiv.

Die Rolle des Vater Malone wurde ursprünglich Christopher Lee angeboten, doch der lehnte aus welchen Gründen auch immer ab. Auch Kurt Russell wurde ein Part im Film angeboten, der Ende Dezember 1978 mit Carpenter den Film "Elvis" abgedreht hatte, doch auch er lehnte ab.



DAS REMAKE
Regisseur Rupert Wainwright inszenierte 2005 das Remake "The fog" ("The Fog - Nebel des Grauens"), eine kanadisch-amerikanische Co-Produktion. Die Geschichte aus dem Original hat im Remake nur wenige Änderungen erfahren: zum Jahrestag der Gründer der Stadt wollen die Bürger Statuen von ihnen aufstellen. Elizabeth, die Freundin von Nick Castle, findet in einem Bootshaus ein altes Tagebuch aus dem Jahr 1871, wo die Geschichte ihren Anfang nahm.


In der Neuverfilmung ist Antonio Bay ersetzt worden durch Antonio Island, also eine Insel in Oregon. Einige Darsteller sind anders oder verändert worden, einige Gegebenheiten wurden ebenfalls verändert, aber im Großen und Ganzen hielt sich Drehbuch-Autor Cooper Layne an das Original-Skript von Carpenter und Debra Hill.

Die Hauptrollen spielten im Remake Tom Welling als Nick Castle, Maggie Grace als Elizabeth Williams, Selma Blair als Stevie Wayne sowie DeRay Davis (Spooner), Kenneth Welsh (Tom Malone), Adrian Hough (Vater Malone) oder Sara Botsford als Kathy Williams.

Das Remake war alles andere als ein Mißerfolg: produziert mit einem für die heutige Zeit vergleichsweise schmalen Budget von 18 Millionen Dollar spielte es allein in den USA 29,5 Millionen Dollar wieder ein. Bei "The Fog" waren John Carpenter und Debra Hill als Produzenten dabei, für Debra Hill war es allerdings die vorletzte Arbeit, sie verstarb kurz vor Ende der Dreharbeiten in Los Angeles.

Die am 10. November 1950 in Haddonfield, New Jersey, geborene Debra Hill arbeitete öfter mit John Carpenter zusammen, nicht nur an der "Halloween"-Reihe, sie produzierte auch "Escape from New York" ("Die Klapperschlange", 1981) und dessen Fortsetzung "Escape from L.A." ("Flucht aus L. A.", 1996). Debra Hill starb mit lediglich 54 Jahren am 7. März 2005 in Los Angeles an Krebs.

Tuesday, March 10, 2009

Die Profis (4/4)

SERIEN-ERFINDER UND PRODUZENT: BRIAN CLEMENS
Brian Clemens ist in England seit vielen Jahren einer der meistbeschäftigten und wohl auch erfolgreichsten Leute im englischen Fernsehgeschäft. Er war aktiv als Autor, Regisseur und Produzent. Er war mit seinem Partner Albert Fennell maßgeblich am Erfolg der Serie "The Avengers" ("Mit Schirm, Charme und Melone") beteiligt. Clemens arbeitete in seiner über 40jährigen Karriere auch öfter unter Pseudonym; dafür nahm er die Namen Richard Lucas, Tony O´Grady oder Brian Sheriff.



Brian Clemens begann Ende der 50er Jahre mit dem Schreiben von Drehbüchern. Das erste verfilmte Skript mit seiner Beteiligung wurde 1957 unter dem Titel "The Betrayal" realisiert. Bereits im selben Jahr begann er dann bei dem Medium zu arbeiten, bei dem er die nächsten  40 Jahre öfter beschäftigt sein sollte: beim Fernsehen.

Neben dem Schreiben von Drehbüchern war er auch anderweitig bei der Herstellung von Filmen aktiv; so stieg er 1965 (bevor er Produzent wurde) in die (seit 1961) laufende Serie "The Avengers" als Story-Editor ein, dieselbe Tätigkeit übte er in der 3. Staffel der Serie "Ghost Squad" aus, die ab dieser Staffel "G.S. 5" hieß, und die ebenfalls 1961 gestartet wurde.

Für "The Avengers" war Clemens ab 1965 bis zum Ende der Serie tätig: ab 1965 wurde er Produzent und schrieb für ca. 30 Episoden die Drehbücher. Auch an der 1977 gestarteten, aber nicht so erfolgreichen, Nachfolge-Serie "The New Avengers" war er als Autor und als Produzent beteiligt.

Bis vor mehreren Jahren hatte es in Deutschland den Anschien, als würde es "The Avengers" nur in der Konstellation Patrick Macnee und  Diana Rigg geben - was aber nicht stimmt, denn das deutsche Fernsehen (in seiner "allumfassenden Intelligenz") hatte nur die Folgen eingekauft, in der die beiden spielten. Die erste Staffel dieser Serie lief aber bereits 1961 in England, dort spielten Patrick Macnee, der übrigens bis zum Ende der Serie als einziger von Anfang an dabei war, und Ian Hendry.

Ab 1962 übernahm dann Honor Blackman (wurde bekannt als Pussy Galore im James Bond-Film "Goldfinger") und blieb zwei Staffeln. Und erst, als sie aufhörte, kam 1965 Diana Rigg - in der 79. Episode gab sie sie ihren Einstand.

Nun sollte wohl noch erwähnt werden, das die Serie in dieser Konstellation am erfolgreichsten war, nichtsdestoweniger müssen auch die ersten Folgen einer Serie gesendet werden - völlig egal, ob es für den Verlauf der Serie nötig ist oder nicht. Nach zwei Staffeln hatte Diana Rigg genug, dann übernahm Linda Thorson für 32 Folgen den Part an Patrick Macnee´s Seite, jedoch wurde die Serie 1969 eingestellt.

Unter dem Titel "The New Avengers" wurde dann von 1977 bis 1977 noch eine Staffel produziert; diesmal spielten neben Patrick Macnee Joanna Lumley und Gareth Hunt, aber nach dieser Staffel war dann endgültig Schluß.

Als in Deutschland das Privatfernsehen um sich griff, wurden auch die letzten Staffel gesendet, ob aber die ersten Folgen bei uns jemals liefen, ist mir nicht bekannt. Mit der letzten Staffel käme die Serie dann auf eine Gesamt-Episodenzahl von 188 Folgen.

Clemens schrieb (mal mehr, mal weniger) für über 25 TV-Serien Drehbücher, darunter sind viele Serien, die bei uns völlig unbekannt sind, wie "Invisible Man" ("1958), "Sir Francis Drake" (1961), "The Mask of the Clown" (1961), "Man of the World" (1962), "The Protectors" (1964), "The Sentimental Agent" (1963), "Adam Adamant lives!" (1966), "My Wife Next Door" (1972), "The Adventurer" (1972), "Quiller" (1975), "Darkroom" (1981), "The Secret Servant" (1984), "Blaues Blut" (1990, eine deutsche Serie mit Albert Fortell, die nicht gerade viel Erfolg einheimste), sowie eine Episode der Serie "Highlander" und er kreierte die Serie "Bugs" (1995) - außerdem war er auch bei allen Serien, die er als Produzent betreute, als Autor tätig.

Als Regisseur von Kinofilmen war Clemens nur einmal tätig, er drehte 1974 (natürlich nach seinem eigenem Skript) den bei uns selten gezeigten "Captain Kronos: Vampire Hunter", mit Horst Janson und Caroline Munro, außerdem schrieb er u. a. 1971 das Drehbuch zu "Dr. Jekyll and Sister Hyde" ("Dr. Jekyll und Schwetser Hyde", einem eigenartigen, auf der Novelle von Robert Louis Stevenson basierenden Horrorfilm von Roy Ward Baker mit Ralph Bates und Martine Beswick).

Für die Serie "The Persuaders" ("Die 2") mit Tony Curtis und Roger Moore schrieb Clemens für zwei Episoden die Sripts. Mit Martin Shaw dürfte er schon früher zusammen gekommen sein, denn Clemens schuf mit Ray Harryhausen die Story und schrieb das Drehbuch zu dem 1973 entstandenen Fantasy-Klassiker "The Golden Voyage of Sinbad" ("Sindbads  gefährliche Abenteuer"), in dem Shaw eine Nebenrolle spielte.

Clemens erdachte die Story zum Fortsetzungsfilm "Highlander II - The Quickening" ("Highlander II - Die  Rückkehr"), das endgültige Drehbuch schrieb dann Peter Bellwood.

Der 1931 im englischen Croydon, in Surrey, geborene Brian H. Clemens zog sich in den letzten Jahren naturgemäss mehr und mehr zurück. Nach seiner Arbeit an der Neuauflage seiner Erfolgs-Serie, an "The New Professionals" (als Autor und Produzent) schrieb er noch die Drehbücher "The Wrong Side of the Rainbow" (2000, einer TV-Serie) und für den TV-Film "McBride: Fallen Idol" (2006). Für den 2007 entstandenen, direkt für den Videomarkt produzierten, "Jane Doe: How to Fire Your Boss" erdachte er die Story.


CO-PRODUZENT: ALBERT FENNELL
Bereits bei "The Avengers" ("Mit Schirm, Charme und Melone") arbeitete Albert Fennell (geboren am 29. März 1920 in Chiswick, bei London) mit Brian Clemens zusammen. Später gründeten sie dann ihre eigene Produktionsfirma, die "Mark 1".

In den 50er Jahren schon war Fennell als Produzent tätig gewesen, dort aber noch vorwiegend fürs Kino. Später im Fernsehen arbeitete er auch oft aktiv als Produzent bei den Serien mit, die seine und Clemens' Firma herstellen. Fennell arbeitete noch in den spätern 80er Jahren als Produzent, bis er 1988 verstarb.




CI5: THE NEW PROFESSIONALS
Die Profis - Die nächste Generation
England, 1997 - 1998
13 Episoden
Serien-Konzept: Brian Clemens

Produktion: David Wickes TV; Matrix New Professionals Partnership; Mark 1 Productions
Produzent: David Wickes (13 Episoden, 1998)
Ausführende Produzenten: Brian Clemens, Laurie Johnson, David Bainbridge, Peter Hitchen (13 Episoden, 1998)

Hauptrollen:
EDWARD WOODWARD als Harry Malone (13 Episoden, 1998)
KAL WEBER als Chris Keel (13 Episoden, 1998)
COLIN WELLS als Sam Curtis (13 Episoden, 1998)
LEXA DOIG als Tina Backus   (13 Episoden, 1998)

wiederkehrende Charaktere:
ADRIAN IRVINE als Spencer (11 Episoden, 1998)
CHARLOTTE CORNELL als Ministerin (3 Episoden, 1998)

"Die Profis" waren noch in den 90er Jahren nicht nur in England immer noch im Gespräch und die Serie beinahe ebenso erfolgreich wie damals. Ende 1997 wurden dann Pläne für eine Neuauflage der Serie spruchreif.

Wieder in Zusammenarbeit mit Brian Clemens und Albert Fennell produzierte die englische "David Wickes TV" die neue Serie "CI5: The New Professionals". Die Serie wurde in England von September bis Dezember 1999 ausgestrahlt, aber dabei blieb es auch.

Nach diesen ersten 13 Episoden wurden keine weiteren mehr in Auftrag gegeben und bis heute war es das letzte Mal, dass "Die Profis" aktiv wurden. Das Konzept der neuen Serie sah vor, dass der CI 5 in den Jahren mehr und mehr zu einer Einrichtung geworden war, die international gegen den Terror operiert. Neuer Chef wurde Harry Malone, der schon zu Zeiten von George Cowley beim CI 5 war. Seine Top-Agenten sind Chris Keel, Sam Curtis und die Computer-Spezialistin Tina Backus.

Die Rolle des Leiters vom CI 5 wurde nun gespielt von Edward Woodward, seine beiden Top-Agenten wurden von hierzulande unbekannteren Darstellern verkörpert: von Kal Weber und Colin Wells. Lediglich die Darstellerin der Tina Backus ist heute auch bei uns bekannt. Science-Fiction-Fans werden sie noch bestens als "Andromeda" in der gleichnamigen TV-Serie mit Kevin Sorbo in Erinnerunge haben.

Für die kanadische Schauspielerin (geboren am 8. Juni 1973 als Alexandra L. Doig in Toronto) war diese Serie der Anfang ihrer Karriere. Lexa Doig ist seit Augst 2003 mit Schauspieler-Kollege Michael Shanks verheiratet, den sie kennenlernte, als er eine Gast-Rolle in "Andromeda" spielte.

Shanks ist Science-Fiction-Fans ein Begriff durch seine Rolle als Daniel Jackson in der Erfolgs-Serie "Stargate SG-1", in der Lexa Doig von 2005 bis 2007 eine wiederkehrende Rolle als Dr. Lam spielte.

Die ARD strahlte "The New Professionales" ab dem 27. März 1999 unter dem Titel "Die Profis – Die nächste Generation" erstmalig aus, aber die Neuauflage der Serie konnte aber niemals auch nur annähernd an den Erfolg des Originals anknüpfen, auch bei uns nicht.

Komischerweise startete die Serie in England erst ab dem 19. September 1999, das heisst, sie lief bei uns eher als in England. Aber nicht nur bei uns, in Dänemark beispielsweise startete sie 1998 und in Schweden ebenfalls im September 1998.

DIE EPISODEN
  1. Staffel (1998)
  Sendedaten: 19. September 1999 - 19. Dezember 1999
1.) BACK TO BUSINESS (Der Bombenleger)
2.) PHOENIX (Phoenix aus der Asche)
3.) TUSK FORCE (Die große Jagd)
4.) HOSTAGE (Im Namen des Volkes)
5.) FIRST STRIKE (Im Sumpf des Verbrechens)
6.) SAMURAI WIND (Abgerechnet wird zum Schluß)
7.) SKORPION (Deckname Skorpion)
8.) CHOICE CUTS (Die Organ-Mafia)
9.) MISS HIT (Der Kronzeuge)
10.) ORBIT (Todesstrahlen aus dem All)
11.) HIGH SPEED (Geraubtes Gold)
12.) SOUVENIR (Souvenir des Schreckens)
13.) GLORY DAYS (Tage des Ruhms)